Concept-Art
Ein Artikel von Gerhard Rohde.
Natürlich kommt bei derartigen Verschleißerscheinungen jeder Festspielgedanke allmählich auf den künstlerischen Hund. Was aber ist der „Festspielgedanke“? Ein Festspiel definiert sich nicht nur durch das außerordentliche künstlerische Angebot, sondern auch, und das wird gern verdrängt, durch die Rezipienten, das Publikum. Das Nur-Dabeisein genügt nicht, man müsste auch „Mittendrinsein“, mit Verstand und Herz, mit Neugier und ein wenig altmodischer Bildung. Solch ein Publikum aber lässt sich nicht mit einem „Konzept“ erringen. Da können noch so kluge Sätze formuliert werden. Vielleicht könnte man ja, um auf die Konzeptkunst zurück zu kommen, die jeweiligen „Konzepte“, hübsch eingewickelt, auf der Bühne als Aufführung präsentieren. Lohengrin, Tannhäuser und Parsifal als Schriftstücke im Kopf. Dann sparte man sich auch den teuren Inszenierungsluxus, bei dem ohnehin meist nichts herauskommt. Und die Öffentliche Hand könnte ihre lächerlichen viereinhalb Millionen, wegen der sie sich unablässig mächtig aufplustert, besser anders verwenden, für schöne Dienstreisen und so.
Tags in diesem Artikel
Ähnliche Artikel
30.04.2008 Ausgabe 5/08 - 57. Jahrgang - Leitartikel - Barbara Haack
31.05.2008 Ausgabe 6/08 - 57. Jahrgang - Leitartikel - Gerhard Rohde
01.03.2003 Ausgabe 3/03 - 52. Jahrgang - Leitartikel - Theo Geißler
31.03.2003 Ausgabe 4/03 - 52. Jahrgang - Leitartikel - Gerhard Rohde
31.03.2003 Ausgabe 4/03 - 52. Jahrgang - Leitartikel - Theo Geißler
30.04.2003 Ausgabe 5/03 - 52. Jahrgang - Leitartikel - Albrecht Dümling
30.04.2003 Ausgabe 5/03 - 52. Jahrgang - Leitartikel - Gerhard Rohde

Kommentar hinzufügen