Fortsetzung folgt
Ein Artikel von Gerhard Rohde.
Selbstverständlich lässt sich Letzterer das nicht gefallen. Er kehrt der Oper besagten Rücken, will nur noch Gewandhaus-Konzertmaestro sein und im Übrigen am liebsten an der Mailänder Scala arbeiten, wo er sicher Riccardo Mutis Nachfolger geworden wäre, wenn er sich nicht voreilig an Leipzig gebunden hätte.
In der Leipziger Oper geht natürlich der alltägliche Betrieb routiniert weiter. Irgendwelche Leute, die nach einem Posten gieren, findet man immer. Immerhin verlässt der noch von Chaillys Gnaden eingesetzte Haus-Dirigent für den Opernalltag die Stätte der immerwährenden Konfusionen, weil er eine ruhigere Arbeit in Düsseldorf gefunden hat. Damit die Leipziger Oper nicht aus der permanenten Chaos-Übung kommt, engagierte man jetzt für Wagners „Fliegenden Holländer“ einen jungen Regisseur zum Austoben. Ein neuer Regisseur kann heutzutage nur Karriere machen, wenn er einen Koffer voller kurioser Einfälle und wirrer Videos mitbringt. Leipzigs Opernbürger flüchteten scharenweise und protestierend aus der Premiere. Wenigstens war das Haus wieder einmal in der überregionalen Presse, sogar in der Bildzeitung. So schließt sich der Kreis: überregionale Beachtung und leere Parkettreihen. Und der einheimische Steuerbürger zahlt die Subventionen. Dadurch entsteht zwar keine weltweite Finanzkrise, aber ein Skandal ist es auch.
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