Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Dietrich Heißenbüttel«

Back to the Roots: Fred Frith und „Cosa Brava“ starten in Esslingen ihre Europatournee

Mit der neuen, zweiten CD „The Letter“ im Gepäck gab Fred Frith mit seiner Band „Cosa Brava“ in Esslingen das erste Konzert ihrer Europatournee. Auch wenn dieses in der Reihe „Jazz in der Dieselstrasse“ stattfand: Mit Jazz hat Cosa Brava nichts am Hut. Es ist eher durchkomponierter Rock, falls es so etwas gibt, mit heterogenen Folk-Elementen.
Dieser Artikel ist nicht zur Ansicht freigegeben.

„Changes“ – die Esslinger tonArt zelebriert den Wandel, mit oder ohne John Cage

Das Motto „Changes“ des diesjährigen tonArt-Festivals in Esslingen bezieht sich auf die „Music of Changes“ von John Cage. Cage seinerseits, der dieses Jahr 100 geworden wäre, verwies damit auf das „Book of Changes“, das Buch der Wandlungen I Ching, dessen er sich bei der Komposition bediente. Seit Cage 1951 die „Music of Changes“ schrieb, hat sich einiges gewandelt.

Gegenlärm aus dem Gameboy: Felix Kubin und das ensemble Intégrales in Esslingen

Eine Veranstaltung im Rahmen des Netzwerk Neue Musik unter dem Titel „The Art of Entertainment“: Das verspricht spannend zu werden. Umso mehr, wenn sie in einem Jugendhaus stattfindet und die Kompositionen „Renaissance Gameboy“, „the musicbox-final project“ und „Going to Hell“ heißen. Vor einem bunt gemischten Publikum spielten das ensemble Intégrales und Felix Kubin eine ganz neuartige, ebenso komplexe wie unterhaltsame Musik, die mit der klassischen „Neuen Musik“ des 20. Jahrhunderts so viel und so wenig zu tun hat wie mit dem Punkrock, der traditionell eher im Esslinger Jugendhaus Komma zu hören ist.

„Stadtverwandlung“: Werke von Andre, Ronchetti, Logothetis und anderen in Esslingen

Durch die Esslinger Altstadt führen Nachtwächter und Kräuterhexe. Man kann oder vielmehr konnte sie am 3. Oktober auch musikalisch erkunden: als den „Höhepunkt des letzten Jahres“ des Netzwerk Süd. Der doppelte Vorteil: Wenn einem jemand Geschichten erzählt, etwa von Kassandra, Don Quijote, dem Minotaurus oder Pinocchio, sind sie klar als Fiktionen erkennbar. Und die Gegenwart, sei sie auch weniger schön, bleibt nicht ausgeblendet

Sänger als Zeitungsjungen? Zum achten Mal Olaf Nicolais „Escalier du chant“ in der Pinakothek der Moderne

Zwölf Mal im Jahr, jeweils am letzten Sonntag im Monat, wird die große Freitreppe der Pinakothek der Moderne in München zur Bühne. Die Idee hatte der Künstler Olaf Nicolai, der einmal über die Poetik der Wiener Gruppe promoviert hat: Nicolai arbeitet zwischen den Genres, in diesem Fall Architektur und Musik. Er fragte sich, wie sich der Raum der von Stephan Braunfels erbauten Pinakothek nutzen ließe, ohne der Kunst Konkurrenz zu machen. Insgesamt zwölf Komponisten hat Nicolai eingeladen, kurze Werke für die Neuen Vocalsolisten zu schreiben, und zwar ausgehend von aktuellen Ereignissen. Der Sänger als Zeitungsjunge? Zu Beginn des achten Programms konnte der Eindruck durchaus entstehen.

Unverminderte Aktualität von Werk und Wirken - In Gedenken an Erhard Karkoschka

Sein Tod am 26. Juni 2009 blieb nahezu unbemerkt. Seine Werke sind – bis auf Programme der Eurythmie-Tänzerin Diana-Maria Sagvosdkina – nur noch selten zu hören. Dabei war Erhard Karkoschka nicht nur der wichtigste Vertreter zeitgenössischer Musik in Stutt­gart vor Helmut Lachenmann. Hier lehrte er seit 1948, gründete 1962 das Ensemble für Neue Musik und 1973 das Studio für elektronische Musik.

Bitte mal alle in Ruhe zuhören

Die Esslinger Lebenshilfe, in einem Neubaugebiet weit oberhalb des Stadtzentrums gelegen, ist nicht gerade ein Ort, an dem sonst Aufführungen Neuer Musik stattfinden. Der Komponist Klaus Burger hat hier mit Behinderten der Einrichtung ein zehnminütiges Hörstück einstudiert, das einen kleinen Vorgeschmack gibt auf das, was im Programm des Netzwerks Süd noch folgen soll.

Das Ungelöste im Musiktheater

Zwei Gitarristen sitzen vor einem Schirm, tun aber nur so, als ob sie spielen, während zwei weitere Gitarristen dahinter die Klänge erzeugen: Was Xavier Le Roy mit Helmut Lachenmanns „Salut for Caudwell“ macht, lässt sich wohl als Musik-Theater, keineswegs aber als Oper bezeichnen. Jörg Mainka schachtelt in „Le Voyeur“ Theater (ohne Gesang), Musik und Video nach musikalischen Gesichtspunkten zusammen: Musik/Theater? In Adriana Hölszkys „Tragödia“ wiederum gibt es keinerlei Schauspiel. Das Drama der Oper findet im „unsichtbaren Raum“ im Inneren des Hörers statt: Die drei Beispiele illustrieren die Offenheit des heutigen, aktuellen Musiktheaters, stellen aber auch die Frage nach einer Definition.

Inhalt abgleichen