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Plädoyer für den Professor Klauspeter Seibel
„Wenn du nun irgendeinen Ton ...“
An kaum einer Lehrmethode scheiden sich die musikpädagogischen Geister so heftig wie an der Relativen Solmisation. Durch Zoltán Kodály wurde sie im 20. Jahrhundert wieder populär gemacht und wird deshalb mitunter auch als „Kodály-Methode“ bezeichnet. Das Prinzip der Relativen Solmisation ist jedoch schon so alt wie das menschliche Bedürfnis, Musik und ihre inneren Abläufe intellektuell nachvollziehbar und so letztlich auch reproduzierbar zu machen.
Was im Mittelalter, als sich die Notenschrift gerade erst zu entwickeln begann, ein Instrument war, um sich unbekannte Melodien leichter zu erschließen und zu merken, könnte auch in der heutigen Zeit Kindern wie Erwachsenen, die gerade erst beginnen, sich mit Musik zu beschäftigen, eine gute Hilfe sein – mag sich Kodály gedacht haben, als er es sich zum Ziel machte, auch weniger privilegierte Menschen in Ungarn musikalisch zu bilden.

