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Alle Artikel kategorisiert unter »Michael Ernst«

Zirkus Lulu: Stefan Herheim inszeniert Bergs Oper an der Dresdner Staatsoper

06.02.12 (Michael Ernst) -
Die Figur der Lulu als Wille und Vorstellung. Nordisch unterkühlt inmitten von lebhafter Buntheit. In Stefan Herheims Inszenierung der gleichnamigen Oper von Alban Berg, die jetzt als Koproduktion von Kopenhagen nach Dresden übertragen worden ist, wird dieser Typus vorgeführt, seziert und gleichsam analysiert. Das musikalische Potential bleibt dabei keineswegs auf der Strecke. Für den Schlussakt bedient man sich einer Neufassung von Eberhard Kloke.

15 Tableaus aus Kafkas Leben: zur Uraufführung von Zygmunt Krauzes „Die Falle“ in Wroclaw

29.01.12 (Michael Ernst) -
Franz Kafka, des deutschen Autors aus Prag, wird an der Oper im schlesischen Wroclaw mit einer Oper des Warschauer Komponisten Zygmunt Krauze nach dem gleichnamigen Drama des 90jährigen Polen Tadeusz Rózewicz gedacht. Ist solch eine Uraufführung schon der Internationalismus einer neuen Moderne?

Peterchens Weihnachtsgeschenk? Der Chefregisseur der Oper Leipzig gibt auf [update]

23.12.11 (Michael Ernst) -
Diese Meldung hätte man sich aus dem Bundespräsidialamt gewünscht: Rücktritt und ansonsten kein Kommentar. Das Weihnachtsfest wäre gerettet. Doch der Absender, der spät nachmittags just einen Tag vor Weihnachten fünf karge Zeilen „mit der bitte um Veröffentlichung“ (sic!) aussendet, sitzt nicht in Berlin, sondern in Leipzig. Und es geht darin auch nicht um einen Zeitgenossen, der es nötig hätte, eines lumpigen Hauskredits wegen Spezis aus der Wirtschaft anzupumpen. Nein, während der Noch-Bundespräsident sich übers Jahr zu retten versucht, wirft Peter Konwitschny das Handtuch als Chefregisseur der Oper Leipzig. Mit Wirkung vom 1. Januar 2012. Der Intendant nahm dankend an.

„…an Vortragsbezeichnungen so gut wie nichts drin…“: Wie Christian Thielemann sich Bachs Weihnachtsoratorium zu nähern versucht

13.12.11 (Christian Thielemann) -
Am 15. und 16. Dezember setzt Christian Thielemann mit der Sächsischen Staatskapelle in der Dresdner Frauenkirche mit dem zweiten Teil die Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium fort. Seit einem Vierteljahrhundert hatte das Orchester den Kantatenzyklus nicht mehr aufgeführt, für den designierten Chefdirigenten ist es gar das erste Dirigat des Werkes. Im Gespräch mit Michael Ernst gibt der Maestro und Weimarer Ehrendoktor Einblicke in seinen Annäherungsversuch.

Un mezzo di Macbetto oder: Ein mörderischer Arbeitstag in Hexenhausen: Verdis „Macbeth“ an der Oper Leipzig

12.12.11 (Michael Ernst) -
Während aus Moskau neueste Nachrichten eingingen, die vom Erwachen des russischen Volkes kündeten, das zahlreich gegen den Ex-KGB-Spitzel Putin im Präsidentenamt demonstrierte, erhob sich in Leipzig ein anderer Despot, um sich an die Macht zu morden. Das zeitgleiche Aufeinandertreffen war Zufall, die Gedankenstränge vermochten aber Realpolitik und Theatererlebnis nicht so ganz voneinander zu trennen. Schon die Vorlage zu Giuseppe Verdis „Macbeth“, das gleichnamige Drama von William Shakespeare, ist doch gruselig genug, um als ideales Abbild für den Politproll von heute zu gelten.

Ein fast vergessener Schwede in Sachsen

06.12.11 (Michael Ernst) -
Unsere Gegenwart ist ja so ungerecht. Darin macht sie sich mit der Vergangenheit gemein. Stets wird nur an die „ganz großen Namen“ gedacht. Und wir finden uns damit ab. Was bleibt uns auch anderes übrig? Ob aber die Nachwelt ebenso ungerecht ist, sollte doch – momentan zumindest – in unseren Händen liegen. Aber was tun wir? Feiern die Gedenktage an Altvordere nach Gutdünken und Willkür.

Der bissige Barde ist zahnlos geworden: Wolf Biermann kratzt am eigenen Denkmal

03.12.11 (Michael Ernst) -
Er ist wieder auf Tour. Gesamtdeutsch sowie mit Abstechern nach Zürich und Wien. Wer Wolf Biermann (noch) einmal live erleben wollte, hatte in diesem Herbst die Gelegenheit. Neulich trat der Hamburger Barde, der Mitte November seinen 75. Geburtstag begehen konnte, im Dresdner Schauspielhaus auf. Die Reihen waren nur spärlich gefüllt. Nach diesem Abend schien es nur allzu verständlich, wenn an den anderen Stationen ähnliche Reserviertheit geherrscht haben sollte.

Seelenverwandtschaft ist ein großes Wort: die Sängerin Céline Rudolph im Gespräch über ihre Henri-Salvador-Hommage

22.11.11 (Céline Rudolph) -
Multikulturelle Einflüsse, wie sie den Jazz von Anfang an mitgeprägt haben, finden sich im Schaffen von Céline Rudolph in besonderer Weise. Die 1969 in Berlin geborene Sängerin – seit 2003 Professorin der Dresdens Musikhochschule, Abteilung Jazz-, Rock-, Pop-Gesang – hat Folklore im Blut, in der Stimme, als Leidenschaft in ihrer Musik. Nach ihrer preisgekrönten CD „Metamorflores“, die 2009 in Brasilien produziert wurde, hat sie nun mit „Salvador“ einen Ausflug zum französischen Chanson unternommen. Während ihrer aktuellen Tour sprach Céline Rudolph mit Michael Ernst über dieses zweisprachige Projekt.

Durchdeklinierte Liebesvielfalt: Jan Philipp Gloger inszeniert Händels „Alcina“ an der Semperoper

01.11.11 (Michael Ernst) -
Wann wird der Mann zum Mann? An der Dresdner Semperoper wird die alte Sangesfrage so beantwortet: Wenn er eine Krawatte trägt. Bis dahin ist er willenloses Lustobjekt. Jedenfalls auf der Liebeszauberinsel von Alcina. Das verführerische Weib lässt die bei ihr gestrandeten Mannsbilder zu Viechern werden. Eine Enklave der Libertinage. Bis die wahre Liebe Einzug hält. Und der Mann wieder zum Mann wird. Mit allen Pflichten und – Krawattenzwang.

Avanciertes, Provokantes und ein Jubilar

31.10.11 (Michael Ernst) -
TonLagen, das Dresdner Festival der zeitgenössischen Musik, stand diesen Herbst ganz im Zeichen von Jahrestagen. Vom 1. bis 16. Oktober widmete es sich der vor exakt 100 Jahren erfolgten Eröffnung des Festspielhauses Hellerau. Zugleich gedachte man eigener Ursprünge sowie mit einem durchgehenden Fokus des 75. Geburtstages von Steve Reich.
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