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Alle Artikel kategorisiert unter »Peter Krause«

„Sinfonie der Tausend“ in Rom: Antonio Pappano beweist, wie viel italienisches Blut in Mahler steckte

26.10.11 (Peter Krause) -
Gustav Mahler in Italien – dieses Kapitel im Leben des vor 100 Jahren verstorbenen Komponisten und Dirigenten mag nicht die Bedeutung haben, die das Land, wo die Zitronen blühen, einst für Goethe hatte oder die sie für den früh aus Deutschland in die Weinberge bei Rom geflüchteten Hans Werner Henze bis heute besitzt. Auch der große alte Herr und ungebrochen aktive Tonsetzer wohnte jetzt der Saisoneröffnung des Orchesters der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom bei, zu der Antonio Pappano die „Sinfonie der Tausend“ dirigierte, um so den Abschluss seines bald vollendeten Mahler-Zyklus einzuläuten. Interessante Erkenntnisse in Sachen „Mahler und Italien“ konnte man dabei zuhauf gewinnen.

Theaterwunder im fast leeren Raum – Peter Brooks „Eine Zauberflöte“

02.09.11 (Peter Krause) -
Peter Brooks Opern-Anverwandlungen sind mehr als bloße Inzenierungen, sie gleichen eigenen Kreationen. Nachdem der 86-jährige Meister des „leeren Raums“ in seiner „Tragödie der Carmen“, den „Pelléas-Impressionen“ und einem für Das Festival von Aix-en-Provence erdachten „Don Giovanni“ durch augenscheinliche Sparsamkeit und nicht zuletzt auch durch musikalische Verknappung immer wieder das Wesentliche der Werke neu aufspürte, hat er sich jetzt Mozarts „Die Zauberflöte“ angenommen. Für den intimen Rahmen des Pariser Théâtre des Bouffes du Nord in Szene gesetzt, geht „Eine Zauberflöte“ jetzt auf Tournee. Die Deutsche Erstaufführung seiner Adaption ging im Rahmen des Musikfestes Bremen über die Bühne.

Heute zu komponieren ist wie der Welt abhanden zu kommen: ein Konferenzbericht aus Hamburg

31.08.11 (Peter Krause) -
Hamburger Institut für kulturelle Innovationsforschung bringt fünf junge osteuropäische Komponisten zu Konferenz und Konzert in die Hansestadt. Was diese fünf jungen osteuropäischen Komponisten verbindet, ist nicht nur ihre Herkunft aus den neuen Ländern der Europäischen Union: Sie gehören gemeinsam zu einer postideologischen Generation. Ihr Schaffen bekräftigt künstlerisch das Ende der Diktaturen, es ist das Plädoyer einer neuen Vielfalt und der Herausbildung von starken Identitäten.

Vom Forschen mit Tönen

03.09.10 (Peter Krause) -
Was die Musik im Innersten zusammenhält – ob nun konsonante harmonische Verbindungen oder ein überschaubarer Vorrat von zwölf Tönen –, das war einmal. Viel stärker scheint sie heute von ihren inneren Sprengkräften, den mutigen Erweiterungen von einst eng gezogenen Grenzen des Tonsystems bewegt zu werden. Sascha Lino Lemke, der im August den mit 20.000 Euro dotierten Paul Hindemith-Preis erhielt, möchte man in diesem Sinne einen komponierenden Sprengmeister nennen, einen der besonders sensiblen, mit Bedacht kalkulierenden Art freilich.

Walkürendämmerung – Fulminanter erster "Ring"-Tag an der Pariser Opéra Bastille

02.06.10 (Peter Krause) -
Richard Wagners „Ring“-Tetralogie ist irgendwie alles: Mythos und Märchen, politische Parabel und psychologisches Kammerspiel. Seit der Meister selbst sein Bühnenfestspiel 1876 auf die Bayreuther Bühne gehievt hatte, scheint in unzähligen Inszenierungen einfach jede nur denkbare Lesart des Stoffes durchdekliniert. In seiner nunmehr zweiten Annäherung an den „Ring“ – die erste Anfang der 90er Jahre in Hamburg überzeugte als insgesamt starke, weil poetisch sensible und in der Personenregie ausgefeilte Regiearbeit – hat Günter Krämer nun einen dezidiert politischen Zugriff auf den „Ring“ versprochen: Nach einem mit kraftvollen Bildern klar erzählten „Rheingold“ im März folgte jetzt an der Pariser Opera Bastille bereits „Die Walküre“.

Zukunftsmusik: Philippe Jordan dirigiert „Das Rheingold“ in Paris

08.03.10 (Peter Krause) -
Just 200 Jahre nach Ausbruch der Französischen Revolution wurde 1989 in Paris die Opéra Bastille eröffnet – als neues, technisch und in seinem gesellschaftlichen Anspruch hoch modernes Opernhaus: Präsident Mitterand hatte im Sinn, die klassische Musik zu popularisieren – ein bis heute gleichsam revolutionärer Anspruch. Ihn mit Richard Wagners Ring-Tetralogie und ihrer Umwertung aller Werte auch künstlerisch zu untermauern, hat indes nicht einmal Gerard Mortier vermocht.

Elsas Traum vom Eigenheim – ein enthmytologisierter „Lohengrin“ in München

09.07.09 (Peter Krause) -
Der Lohengrin ist Richard Wagners traurigster Held. Die Fallhöhe seines Scheiterns wirkt noch viel größer als die des Tristan oder des Siegfried, da der Lohengrin doch mit so immensem utopischen Überschuss auftritt – dieser Mann des märchenhaften Wunders, der so gern der menschlichen Liebe teilhaftig werden möchte und doch erleben muss, wie unvereinbar sein schöner Schein mit dem wahren Leben einer real existierenden Beziehungskiste ist.

Hochkultur und Musik der Breite – Hamburg will alles

08.07.09 (Peter Krause) -
Seit es erklärter Wille von Hamburgs Politikern ist, das „Hoch im Norden“ zur Musikstadt von internationalem Format zu machen, rauscht es gewaltig im Musikwald der Hansestadt: Nicht nur die Baumkronen der deutschen Eichen, mithin die drei großen Orchester der Stadt und die im Bau befindliche Elbphilharmonie, wachsen prächtig und dehnen sich auf das Terrain neuer Spielstätten aus, auch die kleineren Bäumchen der musikalischen Nachwuchsförderung schlagen zarttönende, aber immer vernehmlichere Triebe.

Musik der Breite – Tag der Musik vom 12. bis 14. Juni in Hamburg

04.06.09 (Peter Krause) -
Seit es erklärter Wille von Hamburgs Politik ist, das „Hoch im Norden“ zur Musikstadt von internationalem Format zu machen, rauscht es gewaltig im Musikwald der Hansestadt: Nicht nur die Baumkronen der deutschen Eichen, mithin die drei großen Orchester der Stadt und die im Bau befindliche Elbphilharmonie, wachsen prächtig und dehnen sich auf das Terrain neuer Spielstätten aus, auch die kleineren Bäumchen der musikalischen Nachwuchsförderung schlagen zarttönende, aber immer vernehmlichere Triebe. Um letzteren noch mehr Gehör zu verschaffen, das Bewusstsein des Wertes der Kreativität zu stärken und der kulturellen Vielfalt eine Plattform zu bieten, findet nun vom 12. bis 14. Juni der Tag der Musik statt.

Emotionale Wahrhaftigkeit – Thomas Hengelbrock dirigiert Mozarts „Idomeneo“ in Paris

04.03.09 (Peter Krause) -
Selbst die findigsten Operndramaturgen verstehen nicht wirklich, worum es in Mozarts „Idomeneo“ eigentlich geht, und auch prominente Regisseure, so etwa Hans Neuenfels in Berlin, wagen sich kaum an die schwer fassbare Geschichte, inszenieren lieber bildkräftige Metaebenen statt den Protagonisten des Stücks zu vertrauen. Im Palais Garnier der Opera National de Paris hat Intendant Gerard Mortier indes zwei Künstler zusammengeführt, die es vermögen, Mozarts angeblich so verworrene und altmodisch barocke Opera seria ganz aus dem Geiste der Musik heraus zu entwickeln.
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