Berliner Senat will weiter für das Tacheles kämpfen
An die Investoren appellierte Schmitz, Kultur in ihre Planungen mit einzubeziehen. Als Beispiel nannte er die Kulturbrauerei. Dort habe der Investor mit Kulturmieten «das ganze Projekt gut nach vorne gebracht», sagte Schmitz. «Er nimmt andere Mieten bei kommerziellen Mietern. Die Kultur ist ein Bringer von Mietern, von Besuchern.»
Ins Tacheles gehen Schmitz zufolge 400 000 Leute pro Jahr. Die könne sich auch «ein neuer Investor nutzbar machen», betonte der Kulturstaatssekretär. «Ich denke, man muss hier reden und deutlich machen, dass Kultur nicht nur ein Schmarotzer ist, sondern dass Kultur hier ein Bringer ist.»
Eine Zwangsräumung von Teilen der Freifläche hinter dem Kunsthaus Tacheles war am Mittwoch vorerst abgewendet worden. Dennoch ist das Kunsthaus an der Oranienburger Straße in den kommenden Wochen von der Räumung bedroht. Hintergrund ist, dass die mehrheitlich den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehörende HSH Nordbank das Hausgrundstück in der Oranienburger Straße versteigern möchte. Eine Tochtergesellschaft der Fundus-Gruppe hatte das Gelände von der Treuhandgesellschaft gekauft und wollte rund um das denkmalgeschützte Gebäude Wohn- und Geschäftshäuser bauen.
Die Bank macht laut Insolvenzverwalter gegenüber der Gesellschaft Forderungen in Höhe von über 70 Millionen Euro geltend und hat deshalb die Zwangsverwaltung und Versteigerung des Areals beim Amtsgericht Mitte beantragt.
Das weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannte Tacheles beherbergt Ateliers und Werkstätten. Die Ruine eines ehemaligen Kaufhauses war 1990 von einer Künstlerinitiative besetzt worden. Später wurden Mietverträge abgeschlossen.
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