Komponist lässt seine Musik von Komponisten aus Billiglohnländern plagiieren

21.10.09 -
Kunstaktion zur Globalisierung: "Fremdarbeit" nennt der Komponist Neuer Musik Johannes Kreidler (29) die Kunstaktion, für die er einen Komponisten aus China und einen Audioprogrammierer aus Indien angeheuert hat, um typische Exemplare seiner eigenen Musik billig produzieren zu lassen.
21.10.2009 - Von PM - Johannes Kreidler, KIZ

Mit der Aktion thematisiert Kreidler die global ungleichen Löhne und das Outsourcing in einschlägige Billiglohnländer, die für im Westen vergleichsweise teuer verkaufte Waren ausgebeutet werden. Mit seiner Kunstaktion führt er diese Mechanismen provokant vor und enthält sich jeder scheinbar versöhnlichen Geste, die der ökonomischen Realität widerspräche.

Außerdem stellt er die Frage nach der Autorschaft und dem Urheberrecht, indem er an die Kultur des Kopierens und Plagiierens anknüpft, für die gerade China bekannt ist. Die fertigen Stücke hat Kreidler seinen „Fremdarbeitern“ abgekauft, so dass das gesamte Werk rechtlich allein ihm gehört und durch die GEMA weiterverwertet wird.

Video auf youtube

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese von Menschen zu lösende Aufgabe ist zur Vermeidung von Spam-Inhalten leider notwendig.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.

Ähnliche Artikel

Simon vs. Kreidler: Komponisten im ästhetischen Bloggerkampf unterwegs
14.04.2009 - Künstler und Markt - Martin Hufner
Product Placements - Aktion in Berlin
12.09.2008 - Martin Hufner
Last minute! Tipp für schnelle Komponisten
19.05.2009 - Künstler und Markt - PM
Kunst ist ein Vertrauensgut - Eine Musiktheater-Uraufführung im Berliner Tiergarten
06.10.2009 Ausgabe 10/09 - 58. Jahrgang - Berichte - Andreas Kolb
Zeitgenössischen Oper Berlin schreibt "operare 10" aus
03.02.2010 - Künstler und Markt - PM
Im Radio: Programmtipp, The Sounding D-Project - Neue Musik auf Reisen
18.10.2010 - Künstler und Markt - Martin Hufner