Konzertwirtschaft beklagt Erhöhung der GEMA-Konzerttarife

29.01.09 -
Hamburg/München (ddp). Die Konzertwirtschaft beklagt «drastische Erhöhungen» der Konzerttarife der Verwertungsgesellschaft GEMA. Zum 1. Februar wolle die GEMA die von Veranstaltern für die Nutzung ihres Repertoires zu zahlende Vergütung im Bereich der U-Musik um knapp 600 Prozent erhöhen, teilten der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (idkv) und der Verband der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) am Donnerstag mit.
29.01.2009

Während nach Angaben der Verbände derzeit die Autorenvergütung bei einem Rockkonzert mit 1200 Besuchern und einem Eintrittspreis von 23 Euro bei rund 600 Euro liege, wolle die GEMA die Vergütung bis 2014 auf 2580 Euro erhöhen. Bei einem Konzert mit 5000 Besuchern und einem Durchschnittspreis von 45 Euro sollen es künftig 18 000 Euro statt wie bisher 3370 Euro sein.

idkv-Präsident Jens Michow kritisierte, die Veranstaltungsbranche solle «für die weggebrochenen Einnahmen aus dem Tonträgerverkauf herhalten». VDKD-Präsident Michael Russ sagte, trotz eines Angebots der Verbände, der GEMA deutliche Erhöhungen zuzugestehen, sei es bisher zu keiner Einigung gekommen. Daher sei ein Schiedsstellenverfahren gegen die GEMA eingeleitet worden.

VDKD-Justitiar Johannes Kreile sagte auf ddp-Anfrage, die von der GEMA geplante Erhöhung der Konzerttarife «kann bedeuten, dass die Kartenpreise dann entsprechend steigen». Theoretisch sei auch möglich, dass die Künstler weniger Geld bekämen. Dies sei in der Praxis aber eher unwahrscheinlich. «Es wird schwer, Robbie Williams zu erklären, dass er weniger Geld bekommt, weil die GEMA mehr möchte», sagte Kreile.

Die GEMA selbst wollte sich noch im Laufe des Tages zu den Vorwürfen äußern, wie eine Sprecherin auf ddp-Anfrage mitteilte.

 

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