Reiter sieht Rundfunk vor tiefgreifenden Veränderungen
Vor allem die strikte Trennung nach Hörfunk- und Fernsehdirektion mache in Zeiten des Internets kaum mehr einen Sinn. Das Wort von der «digitalen Revolution» sei in diesem Fall keine journalistische Übertreibung. Reiter hatte am Donnerstag überraschend seinen Rückzug zum Jahresende bekannt gegeben. Würde man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk heute neu gründen, dann würde es wohl keine Aufteilung mehr nach Radio und Fernsehen geben, ist sich Reiter sicher. Es gäbe vielmehr eine ganz klassische Ressortaufteilung, der sich dann die einzelnen Sparten Radio, TV und Online anschließen würden.
Umbaubeginn mit Raue
Beim MDR habe man mit der Berufung des neuen Chefredakteurs Stefan Raue zum 1. November angefangen, den Sender entsprechend umzubauen. Die sogenannte Trimedialität, die alle Sparten verbinde, solle in den nächsten Jahren selbstverständlich werden. «Ich denke, bis 2020 haben wir das im Sender umgesetzt», sagte Reiter. Und dann werde man möglicherweise sogar die Rundfunkstaatsverträge ändern, in denen die klassische Aufteilung in Fernseh- und Radio-Direktion festgeschrieben sei.
Die ersten zehn Jahre des MDR bezeichnet Reiter als die Aufbauphase, die zweiten zehn als Konsolidierungsphase. In den nächsten zehn Jahren werde es um die Anpassung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an die digitalen Herausforderungen gehen. Zudem stünden erneute Sparrunden bevor. Seriöse Zahlen, was die Umstellung der Rundfunkgebühr von der Geräte- auf eine Haushaltsabgabe 2013 bringen wird, gebe es noch nicht, sagte Reiter. Der Abwärtstrend werde wohl abgefedert, aber nicht umgekehrt. Die nächste Sparrunde ab 2016 werde bereits vorbereitet, dann werde es voraussichtlich auch ans Programm gehen.
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