Schriftstellerin Mayröcker erhält Peter-Huchel-Preis 2010
Nach Ansicht der Jury stellt der Lyrikband «einen neuen Höhepunkt im umfangreichen Lebenswerk der Schriftstellerin» dar. «Gegenstand der Gedichte ist die künstlerische Existenz Mayröckers, die sich speist aus Begegnungen mit Gefährten und Freunden und der Auseinandersetzung mit Musik, Philosophie und Literatur.» Dabei verbinde sich genaue Beobachtung der Natur in ihrem Jahreszeitenzyklus mit der Reflexion des Alters und «jäh aufblitzenden Erinnerungsschüben». Ihre poetische Sprache zeichne sich durch «Vielstimmigkeit, Präzision, Anspielungsreichtum und Farbenvielfalt» aus.
Mayröcker arbeitete zunächst als Lehrerin in Wien, bevor sie sich 1969 für ein Leben als freie Schriftstellerin entschied. Sie war seit 1954 die Lebensgefährtin des österreichischen Dichters Ernst Jandl, der im Jahr 2000 starb. Die Auszeichnung wird am 3. April in Staufen im Breisgau verliehen.
Der Peter-Huchel-Preis wird seit 1983 vergeben. Ausgezeichnet wird jährlich ein erstmals in Druckform erschienenes Werk, das einen besonders bemerkenswerten Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Lyrik geleistet hat. Der Preis erinnert an den 1981 gestorbenen Lyriker Peter Huchel, der seit den 1970er Jahren in Staufen lebte. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Adolf Endler, Thomas Kling und Oskar Pastior.
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