Staatsoperette Dresden plant Fußballoperette zur Frauenfußball-WM 2011
In Abrahams an flotten Rhythmen und pikanten Szenen reicher Sportoperette von 1936 stehen die beiden schönsten Nebensachen der im Mittelpunkt: der Fußball und die Liebe.
Die Staatsoperette, so Intendant Wolfgang Schaller, will mit diesem Projekt erneut ganz nah am Puls der Stadt wirken und die Bedeutung des Fußball-Großereignisses untermauern. Als wir die Musik von Roxy durchspielten, waren wir alle sofort von der Ohrwurmqualität der Tanzschlager und Revuenummern überzeugt. Wir wussten sofort, dass wir das Stück zur WM 2011 wiederbeleben wollen. Der Erfolg von Roxy durfte 1936 nur kurz sein. Abraham musste vor den Nazis fliehen, seine Werke wurden verboten, Roxy verschwand bis heute von den Spielplänen.
Die Staatsoperette setzt mit diesem Projekt zugleich ihre Beschäftigung mit den im Dritten Reich verbotenen Autoren und Werken fort. Bereits 2004 hatte sie Abrahams Viktoria und ihr Husar rekonstruiert, die viel beachtete Tagung Operette unterm Hakenkreuz folgte 2005.
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...Griff in die Klamotten-Kiste?
…da wird wohl die 1936er Olympia-Romantik wieder lebendig? Flakscheinwerfer-Kreise und Alibi-Farbige? Empfehle stattdessen Moritz Eggerts “Ballack - Du geile Schnitte” - dann fliegt wenigstens der Staub aus der Bude…
Theo Geißler
www.nmz.de
Klamottenkiste?
Hier irren Sie, lieber Herr Geißler. Von 1936er Olympia-Romantik kann bei Paul Abraham absolut nicht die Rede sein. Der ungarische, im dritten Reich verfemte Komponist hatte in seiner Musik Attribute, die mit der heroischen Anmutung der Musik der Nazizeit nichts gemein hatte: nämlich eine Mischung aus Jazz, Csardas und einer gehörigen Portion Erotik. Schade nur, dass seine Operetten in den 50er und 60er Jahren so schwülstig verklärt wurden. Dem wollte die Staatsoperette Dresden bereits mit der Inszenierung von Abrahams “Victoria und ihr Husar” entgegentreten und spielte aus der spritzigen in Vergessenheit geratenen Original-Partitur. Ähnliches ist auch bei der Fußball-Operette zu erwarten. Wir können sie gern gemeinsam besuchen.
Barbara Lieberwirth
Najana
Empfehle einen Blick in die laufenden und gelaufenen Produktionen der Staatsoperette.
Im Übrigen, wer den Film zu Abrahams Operette einmal gesehen, wird wohl feststellen müssen, dass es dort an Witz wenig mangelt. Und als von den Nazis verjagter Komponist dürfte auch die Gefahr, dass das als Riefenstahl-Parodie endet, äußerst gering sein. Im übrigen spielen da, nach meiner Erinnerung, Österreich und Ungarn gegeneinander.
Ansonsten eine wirklich süße und gar lustige Klamotte; die auch Eggert bestimmt gefallen würde.
Irren ist menschlich...
Bin eben kein Operetten- sondern ein Moritz-Eggert-Fan. Sorry, Paul Abraham…
Theo Geißler
www.nmz.de
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