Streitbarer Musikpädagoge: Hans Günther Bastian ist tot
1944 in Niederzeuzheim geboren, studierte Hans Günther Bastian in Frankfurt am Main Musik, Mathematik und katholische Theologie und lehrte nach seiner Promotion (1980) unter anderem in Bonn und ab 1986 in Paderborn, wo er 1992 das „Institut für Begabungsforschung und Begabtenförderung" gründete (später umbenannt in „Institut für Begabungsforschung in der Musik“). Seit 1998 bis zu seiner Emeritierung hatte er den Lehrstuhl für Musikpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main inne.
Seine 2000 veröffentlichte Langzeitstudie an Berliner Grundschulen, allgemein „Bastian-Studie“ genannt, brachte der Musikpädagogik überraschende Resonanz in der Öffentlichkeit. Die Verkürzung auf Schlagworte wie „Musik mach schlau“ oder die Wirkung von „Transfereffekten“ brachte Bastian aber andererseits Kritik ein, auf die er mehrfach – auch in der nmz – reagierte. Auch gegen die methodische Anlage der Studie gab es Einwände, unbestritten ist jedoch Bastians Verdienst um die empirische musikpädagogische Forschung und sein Einsatz für musikalische Bildung.
Einen ausführlichen Nachruf auf Hans Günther Bastian lesen Sie in der kommenden Ausgabe der nmz.
Lesen Sie zum Thema „Bastian-Studie“ auch:
Musik und Transfer – ein weites Feld
von Michael Dartsch
Vom gesellschaftspolitischen Sinn der Forschung
von Hans Günther Bastian
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