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Prawda-Shitsturm in Baku – „Die Walküre“ bei den Bayreuther Festspielen

28.07.16 (Peter P. Pachl) -
Dekonstruktivistisch knüpft Frank Castorfs Inszenierung der „Walküre“ nicht an der in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts in den USA spielenden Sicht auf „Das Rheingold“ an. Die Kopie seiner eigenen Inszenierung von Anton Tschechows „Das Duell“, die wenige Monate vor der „Ring “-Produktion an der Volksbühne Premiere hatte, rückverlagert die Handlung rund um einen der zahlreichen paraklerikal anmutenden Öltürme in Baku ins Jahr 1918 und in später projizierten Filmsequenzen bis ins Jahr 1942.

Laute und stumme Stimmen – Abschlusstagung zur Geschichte der Bayerischen Staatsoper 1933–1963

28.07.16 (Von Wolf-Dieter Peter) -
Das 2013 zum 50jährigen Jubiläum ihrer Wiedereröffnung von der Staatsoper initiierte Forschungsprojekt nähert sich seinem Ende: die Geschichte der Institution Staatsoper in München – im Zeitraum von der „Hauptstadt der Bewegung“ zur „Weltstadt mit Herz“. Das von Jürgen Schläder angeführte Team von Theaterwissenschaftlern der LMU zog soeben an zwei Tagen ein vorläufiges Resümee, angereichert durch einige Gastvorträge.

In teilweise neuen Besetzungen und mit neuem Dirigenten: „Das Rheingold“ in Bayreuth

27.07.16 (Peter P. Pachl) -
Die im Wagner-Jubiläumsjahr 2013 besonders diskrepant aufgenommene Inszenierung des „Ring des Nibelungen“ durch Frank Castorf wartet in ihrem vierten Jahr mit einer Reihe von Veränderungen auf – leider kaum zum Vorteil für den „Rheingold“-Auftakt.

Den Gral gibt es nicht: „Parsifal“ eröffnet die Bayreuther Festspiele

26.07.16 (Peter P. Pachl) -
Eine Bayreuth-Eröffnung ohne den üblichen Glemmer, ohne Staats- und Landes-Oberhäupter und auch sonst fast ohne Prominenz, dafür mit einem durch viel Polizei und hohe Zäune abgesicherten Festspielhaus: Dies hat mittelbar mit der Neuinszenierung des „Parsifal“ zu tun, mit Drohungen, die ausgelöst wurden, als bekannt wurde, dass Regisseur Uwe Eric Laufenberg die Handlung in der Gegenwart im nahen Osten angesiedelt hat, mit diversen Bezügen zum Islam.

„Joconde“ (1814) von Isouard ist die Entdeckung der Neuburger Kammeroper 2016

26.07.16 (Roland H. Dippel) -
Das ist echte Opernarchäologie: Seit 1969 kultiviert das Ehepaar Horst und Annette Vladar Musiktheater-Pflege der besonderen Art zwischen den großen süddeutschen Festivals. Im kleinen Stadttheater Neuburg an der Donau mit 285 Plätzen realisieren diese Pioniere der Off-Oper-Bewegung jeden Sommer eine Entdeckung in deutscher Sprache. Immer – das ist in diesem Fall Markenzeichen und Auszeichnung – „neben der Spur“ und deshalb immer mit Erfolg!

Musik triumphiert über Szene – Münchens Rameau-Premiere „Les Indes galantes“

25.07.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Weltenkunde sollte eine höfische Gesellschaft amüsieren und zeigen, wie in vier fremden Kulturen, bei den galanten Wilden geliebt wird. Dem seit Ludwig XIV. zur Staatskunst geadelten Tanz entsprechend schuf 1735-36 Jean-Philippe Rameau ein „Opéra-ballet“, gleichsam ein Vorgriff auf das „Gesamtkunstwerk“, das nun spät zur Münchner Erstaufführung kam.

Alles anders – Neuinszenierung „Der fliegende Holländer – für Kinder“ bei den Bayreuther Festspielen

25.07.16 (Peter P. Pachl) -
Die jüngste Produktion der Reihe „Richard Wagner für Kinder“ im Rahmen der Bayreuther Festspiele kann in ihrem achten Jahr auf Kontinuität, Diskontinuität und auf bewusste Reibungen zu szenischen Ergebnissen der jüngeren Bayreuther Inszenierungsgeschichte setzen. Im Sommer 2009 hatte Dirigent Ulrich Meier die Originalpartitur auf einen 19-köpfigen Klangkörper mit solistischen Streichern reduziert und ein auf dreizehn Köpfe reduzierter Chor hatte in einer Textfassung von Alexander Busche die in musikalische Häppchen aufgelöste Geschichte als Rückblick des alten Steuermanns erzählt. In der Neufassung von Katharina Wagner und Dorothea Becker ist alles anders.

Gangster mit Seelenleben – „Chicago 1930“-Uraufführung des Münchner Gärtnerplatztheaters

22.07.16 (Wolf-Dieter Peter) -
„Böse Menschen haben keine Lieder“ gilt nur bedingt. Denn im Nachklang der „Roaring Twenties“ und der großen Depression nach der Weltwirtschaftskrise blühte speziell auch in der „Windy City“ Chicago um 1930 eine breit gefächerte Musikkultur, die vom „schwarzen“ Jazz über „weißen“ Big-Band-Sound, die wild wuchernden Formen des „Lindy Hop“ hin zu Gershwins „Summertime“-Arie oder Schostakowitschs „Jazz-Suite“ und Samuel Barbers „Adagio for Strings“ letztlich „alles“ umfasste … eben auch Prohibition, Prostitution, Bugsy „Malone“ Moran, Al Capone und Konsorten …

Schneider-Schott-Musikpreis 2016 für Gordon Kampe

22.07.16 (PM) -
Der dies­jährige Schneider-Schott-Musikpreis geht an den Kom­po­nist Gordon Kampe. Kampe wurde 1976 in Herne ge­bo­ren. Sein künst­lerisches Schaf­fen um­fasst vor allem Kam­mer­mu­sik- und En­semble­werke, Kin­der­stücke und Mu­sik­the­ater sowie acht Or­ches­ter­werke.

Wie Balsam ins Ohr geträufelt – Franco Faccios „Hamlet“ bei den Bregenzer Festspielen

21.07.16 (Peter P. Pachl) -
Eine Wiederaufführung, die beinahe einer Uraufführung gleichkommt, erwartet die Besucher der Bregenzer Festspiele in diesem Jahr im Festspielhaus: Seit 1871 wurde diese Oper des Verdi- und Wagner-Dirigenten Franco Faccio in Europa nicht mehr gespielt; damals fiel sie an der Scala durch, da der Sänger der Titelpartie erkrankt und die Zeit für einen „Hamlet ohne Hamlet“ offenbar noch nicht reif war. Nach diesem Fiasko soll der frustrierte Komponist keine Note mehr geschrieben haben. Aber seine zweite Oper, der 1865 in Genua uraufgeführte „Amleto“, geisterte als Kuriosum weiter durch die Musikliteratur.

Möhren-Salat – die Politik & Kultur-Nachrichten

20.07.16 (thg) -
München: Enzensberger, Krüger, Mauser als Frauenversteher geoutet +++ Hamburg: Ticketverkauf bereitet Elphilharmonie Probleme +++ Hermannstadt: Maffay und Gauck und die Sprache der Träume

Beckett and Feldmann, Worte und Musik in München oder: Ein bemerkenswerter Saisonabschluss beim Orchester Jakobsplatz

20.07.16 (Wolf Loeckle) -
Schauspieler mit Mikro auf der Backe – das war und ist Mode (oder doch Notwendigkeit?) im Sprechtheater. Dass MasterVoices wie die von Bibiana Beglau und Götz Otto solchen Schnickschnack nicht nötig haben, war oft genug zu erleben. Jetzt also doch? Klar – und zwar aus wirklich gutem und dramaturgisch gebotenem Grund. Hatte sich doch der Hubert Burda Saal im jüdischen Gemeindezentrum nah am Herzen der Stadt München auf Zeit in eine Art Radio-und-auch-Hörspielstudio verwandelt zwecks öffentlicher Darbietung eines – Hörspiels. Und Radio – egal ob on air oder im weltweiten Netz – geht nicht ohne diverse technische Spezifika...

Bayreuth – Interview mit „Parsifal“-Regisseur Laufenberg: „Einfach aufmachen!“

17.07.16 (dpa) -
Eigentlich wollte Uwe Eric Laufenberg den „Parsifal“ an der Kölner Oper inszenieren. Weil er dort aber nach großem Streit um Etat und Sanierung das Handtuch warf, inszeniert er Richard Wagners letzte Oper jetzt auf dem Grünen Hügel.

François-Xavier Roth: „Rundfunkorchester sind unglaubliche Maschinen für die Musik, für die Zukunft“

17.07.16 (Georg Rudiger) -
Am Wochenende gibt das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg seine letzten beiden Konzerte überhaupt. Zuvor hat Georg Rudiger nochmals vor einer Probe im Freiburger Konzerthaus mit dem Chefdirigenten François-Xavier Roth gesprochen, der seit 2015 auch Generalmusikdirektor in Köln ist.

Frankfurt: Uraufführung von Michael Langemanns Operette „Anna Toll oder Die Liebe der Treue“

15.07.16 (Andreas Hauff) -
Nicht „Saison-Ausklang“, sondern „Oper Finale“ nennt sich traditionsgemäß die letzte programmatische Etappe der Spielzeit an der Oper Frankfurt. Neben Alban Bergs „Wozzeck“ und einem Symposium zum Musiktheater der Zweiten Wiener Schule im Großen Haus am Willy-Brandt-Platz bildet eine Uraufführung den dritten Schwerpunkt: Der Komponist Michael Langemann (Jg. 1983) hat eine Operette „Anna Toll oder Die Liebe der Treue“ geschrieben. Im Bockenheimer Depot wird sie gekoppelt mit einer Bühnenfassung von Arnold Schönbergs „Pierrot Lunaire“.

Vom Kieskahn zur High-Tech-Seebühne – Ausstellung zu 70 Jahren Bregenzer Festspiele

15.07.16 (Wolf-Dieter Peter) -
„70 Jahre – und kein bisschen müde“ wirken die Bregenzer Festspiele. Vor Beginn der Aufführungen eröffnet im „Vorarlberg Museum“ eine kleine Ausstellung zur Festspielgeschichte: was 1946 auf zwei Kieskähnen begann, fasziniert 2016 mit modernster Bühnentechnik, einem exquisiten Programm und einer „vorwärts träumenden“ Intendantin.

Aktivierung von Stress und Entspannung – Uraufführung von Irini Amargianakis „ANS“ an der Berliner Staatsoper

14.07.16 (Peter P. Pachl) -
Angeregt durch den französischen Opernsänger Alfred Tomatis, der als HNO-Arzt zahlreiche Sänger behandelt und eine eigene Therapie gegen Autismus entwickelt hat, ließ sich die 1980 in Athen geborene, in Berlin lebende griechische Komponisten Irini Amargianaki zu ihrer interdisziplinären Komposition „ANS (AutonomesNervenSystem)“ anregen.

Kommentar: Kulturgutschutzgesetz – Die Rechenkünste in „Die Welt“

13.07.16 (Olaf Zimmermann) -
In seinem aktuellen Newsletter kommentiert Olaf Zimmermann, der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, einen Text aus dem Finanzressort der Zeitung „Die WELT“ zum Thema „Kulturschutzgesetz“. In einer finanzhörigen Welt ist es nicht schlecht, wenn man aus dem Kulturbereich die Dinge einmal nachrechnet, die die „Rechen-Profis“ in die WELT setzen. Häufig genug stimmt wenig.

Horror-Komödie – Flimm inszeniert Sciarrinos Erfolgsoper„Luci mie traditrici“ an der Staatsoper Berlin

13.07.16 (Peter P. Pachl) -
Das Leben des Renaissance-Komponisten Gesualdo, der aufgrund seiner ungewöhnlichen Harmonik auch „Wagner des 17. Jahrhunderts“ genannt wird, bietet Stoff für eine Reihe von Dramen und Opern. Als Alfred Schnittke an seiner Oper „Gesualdo“ komponierte, plante Salvatore Sciarrino denselben Stoff, modifizierte ihn aber, nachdem ihm der Kollege mit der Veröffentlichung zuvorgekommen war: statt des geplanten Zitats der Musik von Gesualdo, die Sciarrino auch anderweitig musikalisch bearbeitet hat, griff er auf den französischen Komponisten Claude le Jeune zurück.

Ein „Lacrimosa“ in die Magengrube: Gastspiel von Franz Wittenbrinks „Schlafe, mein Prinzchen“ in Regensburg

12.07.16 (Juan Martin Koch) -
Mit großem Applaus und einem Podiumsgespräch ist Franz Wittenbrinks „Schlafe, mein Prinzchen“ als einmaliges Gastspiel des Berliner Ensembles in Regensburg über die Bühne gegangen. Der musikalische Abend über die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen und in der Odenwaldschule war vor einem Jahr in Berlin uraufgeführt worden.

Per Dropkick überstylt: Giuseppe Verdis „Aida“ an die Schweriner Luft gesetzt

11.07.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Nach 17 Jahren bringt das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin bei seinen 24. Schlossfestspielen wieder Verdis „Aida“ auf die Open-Air-Bühne. Das besondere Attraktivitäts-Potenzial dieser Festspiele, die sommers bis zu 30.000 Besucher anlocken, liegt in ihrem reizvollen Ort: Der Alte Garten, ein städtischer Platz, besäumt von Burgsee und Schlossinsel.

Georg Philipp Telemanns „Orpheus“ an der Hamburger opera stabile

11.07.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Über fünfzig Opern hat Georg Philipp Telemann geschrieben, davon ca. 25 in seiner Zeit als Direktor des Hamburger Theaters am Gänsemarkt (1721-1738). Die meisten sind verschollen, wenige fragmentarisch erhalten und von anderen gibt es nur noch Arien. Es ist also gar nicht klar, wie sein 1736 uraufgeführter „Orpheus“ aussah, den es in diesem Jahr gleich zweimal gab: die konzertante Uraufführung im Frühjahr 1736 hieß „Die wunderbare Beständigkeit der Liebe oder Orpheus“ und die ein halbes Jahr später szenisch aufgeführte Fassung „Die rachbegierige Liebe oder Orasia“.

Das Geheimnis exponierter Töne – Aribert Reimanns „Melusine“ an der Universität der Künste Berlin

11.07.16 (Peter P. Pachl) -
Die UdK Berlin, an der Reimann jahrelang die eigens für ihn geschaffene Professur für zeitgenössisches Lied bekleidete, gratulierte dem Komponisten zu seinem 80. Geburtstag mit einer rundum gelungenen, professionellen Produktion seiner frühen, 1971 in Schwetzingen uraufgeführten Oper „Melusine“.

Mensch-Maschine: Das Neue Kollektiv München (NKM) spielt Werke von Bang, Prins, Reiserer und Winkler

08.07.16 (Michael E. Bauer) -
Das 2015 gegründete Ensemble Neues Kollektiv München (NKM) war in der Black Box des Münchner Gasteig zu Gast. Seinen Auftritt mit Werken von Gerhard E. Winkler, Malin Bang, Stefan Prins und Christoph Reiserer hat Michael E. Bauer besucht:

Musikhochschulen zwischen Master und Slave im Fokus der Ermittlungsarbeit

07.07.16 (Martin Hufner) -
In zwei Interviews in der aktuellen nmz geht es auch um deren Situation angesichts der bis in den Boulevard gedrungen Vorfälle sexueller Übergriffe, wie sie in München sich ereignet haben sollen. Dazu nehmen Martin Ullrich, der Vorsitzende der RKM und Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg sowie Bernd Redmann, Präsident der Hochschule für Musik und Theater München, Stellung.
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