Abstieg in vier Folgen: das französische Ensemble „Café Zimmermann“ spielt Bach
Es sind Kleinigkeiten, über die das Ohr stolpert: im Violinkonzert a-Moll (BWV 1041) ein paar den Bewegungsfluss durchbrechende Staccati, sonderbar stählern angegangene Tutti-Einwürfe oder das derbe Einschwingen eines Tons (Viola), im Tripelkonzert (BWV 1044) der vom Werk nahezu abgekoppelte erste Akkord, das für klangliche Manierismen zu rasche Tempo des Kopfsatzes und ein veritabler Hänger (2’18”); mehr Freude bereitet das Brandenburgische Konzert Nr. 2, das sowohl hinsichtlich der Solisten wie auch der Ensembleleistung zu überzeugen vermag.
Welche Entwicklung das Café Zimmermann in den letzten Jahren genommen hat, läßt sich wohl am leichtesten anhand der Einspielung des Konzerts für zwei Cembali C-Dur (BWV 1061) nachvollziehen, das 2004 aufgenommen wurde. Hier wirkt alles noch viel geschlossener und durchdachter – und der Bass hinterlässt (im Gegensatz zu den Produktionen von 2008) keinen aggressiven Eindruck.
Was sich fraglos in der vierten Folge der »Concerts avec plusieurs instruments« bewährt, ist die bunte Vielfalt der Werke und Besetzungen. Ein instruktives Nebeneinander, bei dem jetzt noch je zwei Ouvertüren und „Brandenburgische“ sowie eine Reihe von Cembalo-Konzerten ausstehen. Für die kommenden Jahre ein reiches Programm, aber auch für das Café Zimmermann die Chance, sich wieder auf seine „alten Tugenden“ zu besinnen.
Concerts avec plusieurs instruments IV
- Johann Sebastian Bach
- Café Zimmermann
- 2009
- Alpha
- Vertrieb: Note 1
- Bestellnummer: Alpha 137
Violinkonzert a-Moll BWV 1041; Konzert für zwei Cembali C-Dur BWV 1061; Konzert für Flöte, Violine und Cembalo a-Moll BWV 1044; Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047
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