C. René Hirschfeld: Ein Komponist zieht Konsequenzen aus der „Finanz-Krise“ [update]
Was wäre, wenn?
Ab morgen zahle ich keine Steuern mehr und ich hoffe, Tausende, Hunderttausende machen mit!
Statt dessen werde ich meinen Steuersatz dorthin zahlen, wo er Sinn macht und nicht missbraucht wird.
Worum geht es?
Wenn Bank-Manager Handwerk und Verantwortung vergessen und sich mit Risikogeschäften verspekulieren, kann man sagen , es sei im Rausch der Profitgier geschehen.
Die Zeche aber zahlt natürlich der Steuerzahler.
Wenn nun der Staat wie jüngst im Fall Qimonda geschehen in ein marodes Unternehmen 150 Millionen Euro (in Zahlen: 150.000.000) steckt und dieses dann vor Monatsfrist doch Pleite geht, fällt die Begründung schon schwerer. Gibt es bei unseren ganzen Regierenden und ihren unzähligen überbezahlten Beratern niemanden, der kompetent genug ist, die Situation eines Unternehmens richtig einzuschätzen, bevor man Steuergelder in den Schornstein wirft?
Oder will man gar nicht genau hinschauen? Ein gewisser Aktionismus macht ja in einer Krise zunächst erst einmal immer den guten Eindruck, man wisse, was zu tun sei.
Unglaubhaft jedenfalls ist, dass dieses Unternehmen innerhalb so kurzer Frist abgestürzt ist und sich dies nicht bereits angekündigt hätte zu dem Zeitpunkt, als o.g. Summe so freigiebig verteilt wurde.
Und natürlich: die Zeche auch für derartige Aktionen zahlt der Steuerzahler.
Was aber wäre nun, wenn letzterer aufwachte zu einer vergessenen Tugend: dem zivilen Ungehorsam? (Dabei mag dahin gestellt sein, ob diese Tugend vergessen wurde oder ob man sie uns vergessen machte Der kollektive Halbschlaf lässt sich bekanntlich leicht herstellen: gebt jedem ein Handy, Kabelfernsehen, ab und an eine WM, ein paar Skandale und entfernte Katastrophen in den Medien sowie eine Regierung, die beteuert, alles was sie tut, sei zu unserem Besten und schon sind alle zufrieden…)
Was also wäre, wenn der Steuerzahler sich plötzlich weigerte, die Zeche für Fehler, Korruption und Unverschämtheiten anderer zu zahlen?
Selbstverständlich wäre ein offizieller Aufruf zur Steuerhinterziehung strafbar, deshalb bleibt nur, eben die Frage zu stellen: was wäre, wenn?
Und: der einzelne Steuerzahler dürfte dadurch persönlich keinen finanziellen Vorteil haben, denn wir wissen alle, wer Millionen hinterzieht, kommt davon, sind es kleine Summen, wird es schwieriger.
Es wäre also wichtig, in unserem hypothetischen Falle, dass der Steuerzahler seine Steuern trotzdem zahlt, aber eben nicht an den Staat, der sie in Fässer ohne Böden stopft, sondern z.B. direkt an anerkannte Hilfsorganisationen, Schulen, medizinische Einrichtungen und Bedürftige.
Was also wäre dann?
Vielleicht würde ein Prozess drohen.
Vielleicht würde es Schule machen, und wenn Tausende, Hunderttausende so handelten, müssten auch die Regierenden anfangen ernsthaft nachzudenken.
Vielleicht würden dann vielleicht sogar endlich jene zur Kasse gebeten, die das Geld verschwendet haben?
All dies bleibt ungewiss.
Eines aber ist sicher: auf diese Weise wäre das Steuergeld von Nutzen und würde wieder seinen eigentlichen Zweck erfüllen: die Gesellschaft stützen.
Als Reaktion auf die regen Kommentare auf nmz Online (siehe unten) ergänzte René Hirschfeld am 5. Februar :
Leider bin ich bei meiner Polemik „Was wäre wenn“ einem von Regierung und öffentlich rechtlichen Medien verbreiteten Irrtum aufgesessen: Nachdem die Tagesschau berichtet hatte, das Unternehmen Qimonda müsse „trotz Hilfszahlungen in Höhe von 150 Millionen Euro aus dem Rettungspaket der Regierung Insolvenz anmelden“ glaubte ich (und einige andere), Qimonda hätte tatsächlich Hilfszahlungen aus Steuergeldern erhalten. Fakt ist: es wurde nie Geld ausgezahlt. Ob Qimonda, ein tatsächlich wichtiges Unternehmen in einer Schlüsselbranche, die mehr und mehr von den Asiaten übernommen wird, zu retten gewesen wäre, entzieht sich meiner Beurteilung.
Mein Text wurde auf der Frontseite der Onlineausgabe der neuen musikzeitung veröffentlicht und sorgte dort, aufgrund des sachlichen Fehlers, für rege Diskussion. Ich habe zu dem Fehler inzwischen Stellung genommen. Ein Qimonda-Mitarbeiter, der nun seinen Arbeitsplatz verliert, hat mir auf diese Veröffentlichung privat gemailt. Er korrigierte den Fehler bezüglich. der Hilfszahlungen, gab mir aber, trotz seiner harten Situation, in allem Weiteren Recht. Er sprach übrigens von einer „großangelegten PR-Aktion seitens der Regierung und der Medien“.
Der Skandal ist doch aber, dass mit derartigen Falschmeldungen der Bevölkerung suggeriert werden soll, „die da oben tun ja was, die werden’s schon richten“.
Ein (diesmal verifiziertes) Beispiel:
Die Commerzbank verhebt sich am Kauf der Dresdner Bank. Eine eindeutige Manager-Fehlentscheidung. Wir bezahlen. Aber das ist noch nicht der ganze Skandal. „Der staatliche Bankenfonds Soffin gibt der Commerzbank insgesamt 18,2 Mrd. Euro, um den Kauf der Dresdner Bank und weitere Belastungen aus faulen Kreditpapieren abzusichern. Im Gegenzug wird der Bund für zehn Mrd. Euro größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Bank mit 25 Prozent plus einer Aktie.“ (Die Welt online)So, wenn also der Bund nun Großaktionär bei der Commerzbank ist, warum nimmt er dann sein Recht/seine Pflicht zur Aufsicht nicht wahr? Bis jetzt ist niemand vom Bund abgestellt worden, um bei der Commerzbank im Aufsichtsrat weiteren Fehlentscheidungen zuzuschauen (geschweige denn, sie zu verhindern). Niemand!
Und weiter geht’s: Die Commerzbank freut sich natürlich, dass sie Hilfe kriegt, ihr aber niemand auf die Finger schaut. Und was tut sie? Sie verkauft die gleichen unsicheren Fonds, die sie bereits vor der Übernahme der Dresdner Bank enorme Verluste gekostet haben, weiter. Unter neuem Namen natürlich.
Diese Information kommt direkt aus dem Haus mit der Glaskuppel und dem darin tagenden höchsten Gremium der „Volksvertretung“. Dort ist also alles bestens bekannt. Wenn man nun der elementaren Logik folgt, muss man sich fragen: können die nix tun oder wollen sie nicht? In beiden Fällen gehört aufgeräumt!
Das Umbenennen, das Täuschen, der Etikettenschwindel scheint ja da oben eine Tugend zu sein. Und so manche Teile der Medien machen fleißig mit (siehe Qimonda). Ein Symptom übrigens, dass man immer bei maroden Systemen beobachten kann (nicht nur vor dem Zusammenbruch der DDR und des „Kommunismus“): Beschönigungen, Verschleierungen, Verbreitung von Halbwahrheiten und Beruhigungsmeldungen.
Gute Nacht!
C. René Hirschfeld; Komponist, Musiker, verärgerter Steuerzahler
Biographisches:
1965 in Wernigerode geboren
erster Violinunterricht mit 5 Jahren
1982-87 Studium an der Hochschule für Musik
”Carl-Maria von Weber” Dresden, Hauptfächer Komposition (bei U. Zimmermann und W. Krätzschmar) und Violine (bei Chr. Redder), Nebenfächer Klavier und Dirigieren; 1987-89 Fortsetzung des Studiums als Meisterschüler; autodidaktisches Studium von Tanz und Tanztheorie, wesentliche Impulse von Gret Palucca, Kazuo Ohno, Patricio Bunster und Thomas Hartmann; 1985-95 auch als Tänzer tätig; als solcher neben verschiedenen Arbeiten im Off-Theater mehrere Soloabende und Engagements an Stadttheatern sowie Musik- und Theaterfestivals
Preisträger mehrerer nationaler und internationaler Kompositionswettbewerbe und Stipendien (u.a. Weber-Preis 1984, Eisler-Preis 1986, Mendelssohn-Stipendium 1988/89, Göttinger Gitarrenpreis 2000)
Lehrtätigkeit u.a. an den Musikhochschulen Dresden und Berlin (1987-94), bei der ACMP Foundation New York, verschiedenen Jugenchören und der Musikakademie Rheisberg
1994/95 Aufenthalt und Arbeit in Schweden, seither als freiberuflicher Komponist und Musiker in Berlin
Seit 2007 verstärkte Konzerttätigkeit als Geiger
Werke: Musiktheater, Ballette, Sinfonik, Kammermusik, Chormusik, Lieder, Solowerke
Aufführungen in wichtigen Musikzentren und Festivals in Europa und Asien, z. B. Salzburger Festspiele, Konzerthaus Berlin, deSingel Antwerpen, Musée d‘Art de la Ville Paris, Athaeneum Bukarest, Sächsische Staatsoper Dresden, Rustavelli-Theater Tiblissi, Katmandu, Bangkok sowie Sendungen bei zahlreichen internationalen Rundfunkstationenm
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immer diese Falschaussagen
Hallo
Der Staat hat keine 150 Mill in das Unternehmen Qimonda gesteckt. Erstens wären das keine Geldgeschenke sondern harte Kredite! Zweitens hätte man damit Investitionen tätigen können um kosten zu senken.
Wenn man nur halb informiert ist sollte man solche Kommentare einfach mal lassen!
So ein Blödsinn
Bleiben Sie lieber bei der Musik, das können Sie scheinbar
besser als Zeitung lesen. Qimonda hat die 150 Mio nie gesehen
Deshalb sind die ja auch Pleite, weil man sich in Europa HighTech
eben nix kosten lassen will. Wir werden wieder eine Schlüsseltechnologie an die Asiaten verlieren. In 20 Jahren können sich die Europäer wahrscheinlich nicht mal mehr den Hintern ohne Hilfe aus Asien abwischen. Toll hingekriegt.
Qimonda
Es ist immer hilfreich wenn man sich vor dem Schreiben kundig macht … Qimonda hat das geplante Geld NICHT bekommen und hat daraufhin Insolvenz anmelden müssen.
150 Millionen
Was wäre wenn … sich Herr Hirschfeld einmal mit dem Thema befassen würde, über das er meint, schreiben zu dürfen? Erstens wurden die 150 Millionen niemals gezahlt - Qimonda hätte sonst noch nicht Insolvenz anmelden müssen. Und zweitens ist das Unternehmen nicht marode, sondern besitzt 30.000 Patente und ist Technologieführer. Qimonda ist in Schieflage geraten, weil Asien die Konkurrenz hoch subventioniert und die DRAM-Preise im Keller sind. Von letzterem profitieren auch viele Musiker - stellen Sie sich vor.
Das kann doch wohl nicht
Das kann doch wohl nicht wahr sein, was hier steht. Kann jetzt jeder schreiben, was er will, ohne dass es geprüft wird?
Qimonda mußte Insolvenz anmelden. Die 150.000.000 sind bis jetzt nicht geflossen. Wären sie geflossen, hätte noch eine chance bestanden. Diese wäre vielleicht gering gewesen, aber sie wäre da gewesen.
Was in diesem Zusammenhang alles im Internet steht, ist schon echt gefährlich und verbaut jedwede chance.
Ohne jede Prüfung des Sachzusammenhangs einfach etwas behaupten ist fahrlässig und in diesem Fall schädlich.
Bitte beim Thema Musik bleiben. Steuerzahler sind wir alle. Die einen gern, die anderen ungern. Das muß jeder für sich entscheiden.
Vielleicht hat er ja Glück und die 150.000.000 werden zu Musikstipendien. Da kann man 150 Geiger gut mit durchfüttern ( Der letzte Satz entspricht so in etwa der Qualität der Ausführungen von Hrn. Hirschfeld und eigentlich gefällt mir ja solche Musik )
…warum beim “Thema
…warum beim “Thema Musik” bleiben? Hat in dieser Angelegenheit irgendein Chip-Zeichner oder irgendein Subventions-Spekulant irgendeine irgendwie geartete Kompetenz bewiesen, die solche Zensur rechtfertigte?
Rätselt
Theo Geißler
www.nmz.de
Bitte den Artikel berichtigen
Der Staat hat mitnichten jüngst 150 Millionen Euro an Qimonda gezahlt. Qimonda musst jüngst Insolvenz anmelden, weil der Staat eben *nichts* an Unterstützung gezahlt hat.
Wer ist der "Staat"?
…der Staat sind wir.
Theo Geißler
www.nmz.de
150 Millionen für Qimonda
Wenn Sie sich informiert hätten, wüssten sie, dass Qimonda keine Zahlungen erhalten hat und deshalb im Januar Pleite gegangen ist. Von den 150 Millionen Euro, die das Land Sachsen vor Weihnachten zugesagt hat, ist kein einziger Euro geflossen.
Sehr schlecht recherchiert, insgesamt alles sehr pauschalisierte Aussagen. Wenn man schon so einen Artikel schreibt, sollten zumindest die Basisfakten stimmen.
Mutig, Herr Hirschfeld
Angesichts des medialen Schöngefärbes und des politischen Schöngeredes der “Krise” ist zivilgesellschaftlicher Protest hochnotwendig. Allerdings befürchte ich, dass Ihnen recht rasch subjektiv betrachtet härtere staatliche Sanktionen drohen als allen verbrecherischen Banker-Spekulanten und betrügerischen Firmen-Vorständen. Bitte halten Sie uns auf dem Laufenden…
Theo Geißler
www.nmz.de
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten...
Herr Hirschfeld,
Sie sollten sich diesen Satz von Dieter Nuhr auf ihre Fahne schreiben und vielleicht täglich lesen, damit sie den Quatsch den Sie hier verbreiten auch selbst glauben.
Ich sage nur Schuster bleib bei deinen Leisten. Wir mischen uns nicht in Ihre Musik ein und Sie sollten sich aus Dingen heraus halten, von denen Sie schlichtweg keine Ahnung haben und von denen Sie nicht einschätzen können um was es überhaupt geht.
Schade ist nur, dass jeder Pseudoexperte mit nichtmal Halbwissen, seine unqualifizierten Kommentare abgeben darf.
Ich hoffe Sie kommen selbst einmal in Ihrem Leben in eine Situation, wie es einigen Mitarbeitern der Firma Qimonda ergeht. Es geht hier um persönliche Schicksale die durch einen weltweit verzerrten Wettbewerb entstanden sind und nicht deswegen, weil bei Qimonda die Kompetenz fehlen würde.
Erstaunlich
Wirklich erstaunlich. Da schreibt jemand etwas polemisch über die Wirtschaftskrise und schon echauffieren sich 7 Menschen innerhalb von drei Stunden anonym über einen Fehler, der - wäre er völlig undenkbar und käme hanebüchen daher - solcher Aufmeksamkeit vielleicht bedurfte. Aber liebe Leute; wen würde es denn wundern?
Dieses textuelle Spießrutenscrollen und die offenkundige Erregung möchte ich nutzen und der nmz-Redaktion vorschlagen einen Wirtschaftsteil (eventuell hinter den Verbandsseiten) einzubauen - das scheint die Leute zu bewegen.
Qimonda
Genau, Johannes, ich habe nicht gewusst, wie ich es hätte ausdrücken können. Es ist einfach eine rhetorische Geste. Wenn man zur Sache nichts sagen kann und will, sucht man sich einen “sachlichen” Fehler, um den Rest des Textes zu diskretitieren. Das ist im Strafprozess genauso. Man versucht, den Gegner unglaubwürdig zu machen.
Aber was eben nicht geht, ist, wenn Anonyma dies tun. Denn die sind einfach nicht satisfaktionsfähig.
Ansonsten: Hirschfeld auf den Spuren von Thoreau.
Steuergelder...
Vielen Dank für die vielen mehr oder weniger freundlichen Hinweise, auch ich habe inzwischen erfahren, dass das versprochene Geld vom Staat nicht geflossen ist. Aber seien wir ehrlich: ist der Skandal deshalb kleiner? Die Regierenden verbreiten in den Medien - und die Hauptmedien wie z.b. das öffentlich-rechtliche Fernsehen machen brav mit - die Saga, sie würden ein Unternehmen mit finanziellen Hilfen von der Insolvenz retten, so dass jeder glauben soll, “die da oben tun ja was, die werden’s schon richten”. Die Tatsache, dass das Geld nie (oder zu spät) gezahlt wird/wurde, ist dann ein Skandal, wenn das Geld die Firma gerettet hätte, ein Segen jedoch, wenn sie dennoch Insolvenz hätte anmelden müssen. Aufgrund einiger privater Zuschriften, die ich erhalten habe möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich nicht Quimonda kritisiere sondern unsere Politiker und deren Umgang mit Steuermitteln. Ein Brief eines Qimonda-Mitarbeiters hat mich erreicht, der mir in diesem Punkt sehr zustimmt, auch wenn es ihn nun hart trifft. Ein anderes Beispiel: Die Commerzbank ist (anders als Qimonda, man möge mir also bitte keinen Vergleich unterstellen) durch eigenes Verschulden in Schieflage geraten: an der Übernahme der Dresdner Bank hat sie sich schlichtweg verhoben. Der Staat steckt Steuergelder rein, bis jetzt aber nimmt er sein Recht, nun auch im Aufsichtsrat mitzureden NICHT wahr (niemand ist für diese Aufgabe ausgewählt worden) und die Commerzbank freut sich nicht nur über das Geld sondern verkauft die GLEICHEN risikobehafteten Fonds, die sie bereits Unsummen Verlust gekostet haben weiterhin an die Verbraucher: unter neuem Produktnamen natürlich. Und dies ist eine verifizierte Information, die direkt aus dem Bundestag kommt. Wenn es dort bekannt ist lautet wieder meine Frage: wollen oder können die “Volksvertreter” nichts tun?
Fakt ist, ich hatte einen sachlichen Fehler in meinem Artikel und dies bedauere ich. Fakt ist aber auch, dass dies nichts ändert an der Misswirtschaft in diesem Lande, die von der Politik zu verantworten ist. Ich habe schon einmal ein Systhem zusammenbrechen sehen (zu Recht) - die Symptome sind erschreckend ähnlich. Hauptymptom: Schönfärberei.
C. René Hirschfeld
Reicht "Versagen"?
Es ist doch zynisch, im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch eines Wirtschaftssystems anonymisierend von einer “Krise” zu sprechen. Als trügen nicht handelnde, meist weit überproportional bezahlte und materiell mehrfach abgesicherte Menschen die Verantwortung für solches Chaos. Sie waren unsere in Deutschland vorbildhaft anerkannte “Elite”, unsere Werte-Definierer.
Wie oft wurde mir als kleinem Mittelständler von Bankern der Vorwurf gemacht, ich bedrucke ja Papier, das sei dann nicht mal mehr fürs Klo angemessen zu gebrauchen. Die gleichen Werte-Bestimmer lassen jetzt -direkt oder indirekt - auch auf meine Kosten Banknoten drucken. Sie bedienen sich eines Vokabulars, das ihr Verschulden, ihr Versagen in den verbalen Mantel von Wetterberichten maskiert. Dabei haben sie die Unterstützung der Leit-Medien. Meine Sympathie gehört Herrn Hirschfeld und seinem Mut - über meinen denke ich noch beckmesserisch nach…
Theo Geißler
www.nmz.de
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