Die Peruanische Wunderstimme – zum Tod von Yma Sumac
Die 1922 im peruanischen Ichocán geborene Künstlerin, die sich in gerader Linie als Prinzessin in der Nachfolge des allerletzten Inka-Herrschers sah, sang zunächst auch folkloristisch geprägte Lieder dieses geheimnisumwitterten Volkes. Mehr und mehr, als ihre sechs Oktaven umfassende Wunderstimme erkannt und in Lima geschult wurde, beschritt sie jazzige Gefilde der Improvisationskunst, verband hochlagiges Vogelgezwitscher mit monströsen Mambo-Tiefen. Zu oft wird heute von Stimmakrobatik gesprochen und geschrieben; angesichts der virulenten Koloraturkünste von Yma Sumac würden viele der so Geehrten schamvoll verstummen. Was da ins Ohr dringt, scheint unglaublich und kennt nichts Ebenbürtiges.
Es gibt faszinierende Aufnahmen aus den frühen 1950er-Jahren, so die Alben „Mambo!“ und „Voice of Xtabay“ (die derzeit wohl nur im Internet oder bei sehr waghalsig sortierenden Händlern erhältlich sind), als eindrucksvolle Zeugnisse dieser einmaligen Sangeskunst, die sich fast stets von fetzigen Bläsersätzen umgarnen ließ. Wie konnte eine derartige Frau bis heute so in Vergessenheit geraten?! Selbst jene, die ihr und ihres so stimmgewaltigen Musikzaubers erlagen, hätte doch kaum zu sagen gewusst, wo und bis wann sie gelebt haben mag.
Wie vor kurzem bekannt wurde, war Yma Sumac bis Anfang November in Los Angeles zu Hause. Dort ist sie am 1. November verstorben.
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