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„Das zerstört alles, was wir waren“: Die beiden SWR-Klangkörper sollen offenbar zu einem „Superorchester“ fusioniert werden
05.02.12 (nmz-red) -
Im Zuge seines „Strategieprozesses“ plant der SWR offenbar, seine beiden traditionsreichen und äußerst profilierten Orchester zu fusionieren. „Völlig ergebnisoffen“, so SWR-Intendant Peter Boudgoust gegenüber der Stuttgarter Zeitung vom 4. Februar prüfe man gegenwärtig die Möglichkeiten, die Sparvorgabe von 25 Prozent, die der SWR angesichts erwarteter Wenigereinnahmen, Tariferhöhungen und anderer Belastungen über sich verhängt hat, auch bei den beiden SWR-Orchestern zur Anwendung zu bringen.
Auf Freude und Götterfunken folgt Erschrecken
30.06.11 (Gerhard Rohde) -
Damals, vor zwölf Jahren, war das geradezu eine Provokation: während fast überall das Musikleben immer mehr auf Event, gängiges „name dropping“ und Wiederholung des Immergleichen schrumpfte, verpflichtete das Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg des Südwestrundfunks gleich drei Dirigenten, deren Namen eng mit dem Engagement für die Musik der Gegenwart verbunden sind: Sylvain Cambreling, Michael Gielen und Hans Zender. Cambreling wurde als Nachfolger Gielens Chefdirigent, Gielen selbst und Zender wurden zu ständigen Gastdirigenten gewählt. Idealer konnte die Konstellation für ein Rundfunksinfonieorchester nicht sein, vorausgesetzt, das Orchester einer Rundfunkanstalt nimmt seinen Kulturauftrag noch ernst: außer den Werken der Musikgeschichte auch und besonders das Schaffen der Moderne zu fördern, die mit Mahler beginnen mag und über Schönberg und die Zweite Wiener Schule bis in die Nachkriegszeit zu Boulez oder Stockhausen und die Darmstädter Schule und dann bis in die unmittelbare Gegenwart bis nach Donaueschingen führt.
Osterscherben
05.06.11 (Gerhard Rohde) -
Berlins Philharmoniker mögen nicht mehr: zur Osterzeit in Salzburg bei den Osterfestspielen aufspielen. Seit Karajan, dem Festival-Gründer, betrachtete das Orchester seinen Auftritt an der Salzach als höchst eigene Herzensangelegenheit, konnte man hier doch endlich einmal richtig „Große Oper“ zelebrieren. Warum jetzt die plötzliche Aufkündigung der scheinbar ewigen Liebesbeziehung? War der Lockruf aus Baden-Badens Festspielhaus zu verführerisch? Fließt an der Oos der Geldstrom stärker? In Salzburg jedenfalls schlug die Berlin-Philharmonische Entscheidung wie eine Bombe ein. Verwirrung, Empörung, Ratlosigkeit überall. Was nun?
