Deutscher Bühnenverein fordert Debatte über Zukunft der Städte
Den meisten Kommunen sei bewusst, was die Theater und Orchester an Einsparungen bereits geleistet hätten und dass sie dies nicht noch einmal leisten könnten, fügte Bolwin hinzu. «7000 Arbeitsplätze sind während der vergangenen 15 Jahre abgebaut worden. In vielen Theatern und Orchestern der neuen Bundesländer haben die Beschäftigten auf bis zu 20 Prozent ihrer Vergütung verzichtet, um Arbeitsplätze zu sichern», betonte er.
«Wir sind an einen Punkt angelangt, dass sich eben die Politik damit auseinandersetzen muss, was mit den Städten werden soll», sagte Bolwin hinsichtlich der zu erwartenden Steuerausfälle bei den Kommunen. Die Theater und Orchester hätten sich in den vergangenen 15 Jahren durchaus den Herausforderungen und dem Spardruck gestellt. «Das werden wir auch weiterhin tun. Aber jetzt sind erst einmal andere Fragen zu beantworten», betonte er.
So müsse die Frage gestellt werden, wie viel von welchem Geld in der Gesellschaft und bei den Bürgern ankomme, fügte Bolwin hinzu. «Wenn es den Freistaat Bayern 3,6 Milliarden Euro kostet, die Bayerische Landesbank vor dem Bankrott zu retten, ist dies ein Betrag, mit dem sie fast zwei Jahre die ganze deutsche Theater- und Orchesterlandschaft finanzieren können», sagte er.
Der Deutsche Bühnenverein vertritt in Deutschland nach eigenen Angaben 140 öffentlich getragene Theater, davon bieten fast 90 Oper an. Außerdem zählen 100 Orchester und etwa 70 Privattheater zu den Mitgliedern.
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