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Alle Artikel kategorisiert unter »Münchener Biennale«
Kernsätze möglicher Opern: Gesamtaufführung der „Nuclei“ bei der Münchener Musiktheater-Biennale
23.05.12 (Reinhard Palmer) -
Die Keimzelle greifbar zu machen, setzt zumindest gedanklich das gesamte Werk voraus, wenn auch die mühsame Umsetzung bis ins Detail entfällt. Den Kern – Nucleus – zu extrahieren, würde im besten Fall bedeuten, zuvor eine Idee sorgfältig zu Ende zu denken, und sie dann auf eine Quintessenz zu reduzieren. Was sich also die 13. Münchener Biennale im „Biennale Special“ als Rahmenprogramm ausgedacht hatte und vor den Hauptwerken präsentieren ließ, verdiente besondere Beachtung. Als „summa summarum“ in der kreativ-experimentellen Atmosphäre des Münchner Schwere Reiter aneinandergereiht, zeigte sich ein breites Spektrum an Ideen und Genres. Doch der große Wurf war nicht dabei.
Orchestraler Brückenschlag nach China: zum Sonderkonzert der Münchener Philharmoniker im Rahmen der Biennale
23.05.12 (Reinhard Palmer) -
Ferner Klang – so das Motto der 13. münchener biennal nach Schrekers Oper „Der ferne Klang“ – war hier im Sonderkonzert der Münchner Philharmoniker umkehrbar zu denken. Einerseits hatten sich die drei chinesischen Komponisten mit der fernen, europäischen Moderne auseinandergesetzt. Andererseits spielte in den entstandenen Werken auch das fernöstliche, musikalische Denken eine Rolle: Ferner Klang für die Zuhörer. Long Yu wagte am Pult mit großzügiger Gestik den kolossalen Brückenschlag. Ein Beitrag zum Jahr der chinesischen Kultur in Deutschland.
Widergänger im Hotel, Dellen im Soundtrack: „Wasser“ von Arnulf Herrmann bei der Münchener Biennale
17.05.12 (Juan Martin Koch) -
Ein verwunschenes Hotel, ein leckes Aquarium, eine dezentrierte Schallplatte: das sind einige der Elemente, aus denen Komponist Arnulf Herrmann, Librettist Nico Bleutge und Regisseurin Florentine Klepper mit „Wasser“, der letzten Münchener Biennale-Uraufführung, eine atmosphärische, filmnahe Studie über Identitätsverlust entstehen lassen.
Musiktheater, in seine Einzelteile zerlegt: „Mama Dolorosa“ von Eunyoung Kim bei der Münchener Biennale
06.05.12 (Juan Martin Koch) -
Wenn (Groß-)Mütter zu sehr lieben: Was das heißt, weiß der halbwüchsige Sohn des Hauses nur allzu gut. In eine Vitrine haben sie ihn gesteckt, ein hinter den Kopf geschnalltes Kissen soll ihn allzeit sanft betten. Das Interesse fürs andere Geschlecht können die in Fürsorge sich gegenseitig überbietenden Frauen indes nicht von ihm fernhalten. Am Ende ist er eines Sexualmordes zumindest schwer verdächtig.
Vor und hinter der Klangmauer: „L’Absence“ von Sarah Nemtsov zum Auftakt der 13. Münchener Musiktheater-Biennale
04.05.12 (Juan Martin Koch) -
Und dann ist da plötzlich eine zweite Oboe. Kaum merklich nimmt deren konservierter Klang per Lautsprecher mehr und mehr vom Raum Besitz. Eingespielt hat diese Stimme Sarah Nemtsov, die Komponistin des Biennale-Auftaktwerks „L’Absence“, die sich ihrem Stück somit auch als Instrumentalistin eingeschrieben hat.
Ferne Klänge und umfangreiches Rahmenprogramm: die Münchener Biennale blickt voraus auf ihre 13. Ausgabe 2012
27.11.11 (Reinhard Palmer) -
Es wird die vorletzte Münchener Biennale unter der Leitung von Peter Ruzicka sein, der seit 1996 diese Position bekleidet. Nach so langer Zeit verkündete er in der Pressekonferenz zum Jahrgang 2012 dennoch ein Novum: Alle Partituren der drei Opern-Uraufführungen seien – wie bisher zu diesem Zeitpunkt noch nie – fast fertig. Wie das gesamte Festival stehen sie unter dem Motto „Der ferne Klang“ – eine Anleihe von Franz Schrekers Operntitel von 1912, der nun allerdings in freier Deutung metaphorisch zu verstehen ist.
Fernöstliches Rätsel: Lin Wangs „Die Quelle“ bei der Münchener Biennale
10.05.10 (Juan Martin Koch) -
„Der Blick des Anderen“: Die Sehnsucht, durch Musiktheater jenen Perspektivwechsel zu erfahren, den Biennale-Leiter Peter Ruzicka als Motto der vier Uraufführungen dieses Jahrgangs destilliert hatte, erfüllt sich bis zuletzt nicht. Lin Wangs „Die Quelle“ löst zwar im positiven Sinn „Befremden“ aus, bleibt gleichzeitig aber so hermetisch in der verrätselten Sprache der chinesischen Dichterin Can Xue befangen, dass diese Fremdheit nicht in eine sinnliche Qualität umschlagen kann.

