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Alle Artikel kategorisiert unter »Yvonne Loriod«
Sie war weit mehr als die Muse Messiaens
09.06.10 (Gerhard R. Koch) -
Immer wieder gab es Interpreten, die für Komponisten von entscheidender Bedeutung waren – die nicht nur „authentisch“ deren Werke aufführten, sondern sogar an deren Zustandekommen beteiligt waren, ja geradezu zum ko-kreativen Alter Ego wurden. So ist Joseph Joachims geigerisches Ingenium über den Solopart hinaus ins Brahms-Konzert eingegangen, ebenso Richard Taubers Tenorschmelz in Lehárs Operetten. Kaum zu überschätzen ist auch die aktive Identifikationsübertragung Dietrich Fischer-Dieskaus bei nicht wenigen bedeutenden Werken seit den fünfziger Jahren; nicht zuletzt fast im Sinne eines vexierbildhaften Dreifachporträts des Großdichters Gregor Mittenhofer alias Hans Werner Henze wie Fischer-Dieskau in Henzes „Elegie für junge Liebende“. Ähnliches gilt für Reimanns „Lear“. Und die livelektronischen, mikrotonalen und Raumklang -erkundungen des späten Nono wären ohne die Mitwirkung von Hans-Peter Hallers Freiburger Experimentalstudio so zumindest nicht fruchtbar geworden.
Mit Yvonne Loriod starb eine Sachwalterin unsterblicher Musik
18.05.10 (Michael Ernst) -
Nachrufe neigen allzuoft zu Superlativen. Der Tod von Yvonne Loriod provoziert sie geradezu. Das interpretatorische Spektrum dieser Pianistin verfügte schon frühzeitig über eine enorme Bandbreite; ihre Gedächtnisleistungen müssen genial gewesen sein, so rasch hat sie neue Werke erfasst. Und doch galt sie vielen Menschen vor allem als „die Frau an seiner Seite“ – die Witwe des Komponisten Olivier Messiaen.

