Kritik

Alles anders – Neuinszenierung „Der fliegende Holländer – für Kinder“ bei den Bayreuther Festspielen

25.07.16 (Peter P. Pachl) - Die jüngste Produktion der Reihe „Richard Wagner für Kinder“ im Rahmen der Bayreuther Festspiele kann in ihrem achten Jahr auf Kontinuität, Diskontinuität und auf bewusste Reibungen zu szenischen Ergebnissen der jüngeren Bayreuther Inszenierungsgeschichte setzen. Im Sommer 2009 hatte Dirigent Ulrich Meier die Originalpartitur auf einen 19-köpfigen Klangkörper mit solistischen Streichern reduziert und ein auf dreizehn Köpfe reduzierter Chor hatte in einer Textfassung von Alexander Busche die in musikalische Häppchen aufgelöste Geschichte als Rückblick des alten Steuermanns erzählt. In der Neufassung von Katharina Wagner und Dorothea Becker ist alles anders.

Kritik

Musik triumphiert über Szene – Münchens Rameau-Premiere „Les Indes galantes“

25.07.16 (Wolf-Dieter Peter) - Weltenkunde sollte eine höfische Gesellschaft amüsieren und zeigen, wie in vier fremden Kulturen, bei den galanten Wilden geliebt wird. Dem seit Ludwig XIV. zur Staatskunst geadelten Tanz entsprechend schuf 1735-36 Jean-Philippe Rameau ein „Opéra-ballet“, gleichsam ein Vorgriff auf das „Gesamtkunstwerk“, das nun spät zur Münchner Erstaufführung kam.

Aktuelles

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Rückblende 2016/07 - „liegue antiallemande pour la défense de la musique française“ und Zoltán Kodály

Rückblende 2016/07
25. 07. 2016 (Eckardt Rohlfs) - Vor 100 Jahren: In Paris ist eine „liegue antiallemande pour la défense de la musique française“ gegründet worden zum Schutze der französischen Musik. +++ Johann Sebastian Bachs Büste, geschaffen von Friedrich Behn in München, ist in der Walhalla bei Regensburg aufgestellt worden. +++ Vor 50 Jahren: Zoltán Kodály plädiert fürs Singen
KIZ

«Parsifal» und seine Kiffer-Jungs: Wagner-Poetry-Slam in Bayreuth

«Parsifal» und seine Kiffer-Jungs: Wagner-Poetry-Slam in Bayreuth
25. 07. 2016 (David Hutzler) - Bayreuth - Über der winzigen Bühne im Hinterhof einer Wäscherei im Bayreuther Industriegebiet thront eine kleine Richard-Wagner-Figur aus Stein. Es ist der Abend vor dem Beginn der Festspiele mit der «Parsifal»-Premiere. Fanfaren ertönen und ein Mann im giftgrünen Anzug erscheint. «Jetzt mal Hand aufs Herz: Wer von Ihnen war noch nie auf einem Poetry-Slam?», fragt Moderator Michael Jakob in die Runde.
KIZ

65. Internationaler Musikwettbewerb der ARD beginnt am 29. August

65. Internationaler Musikwettbewerb der ARD beginnt am 29. August
25. 07. 2016 (PM) - München - Zum 65. Mal treffen sich vom 29. August bis zum 16. September 2016 Nachwuchskünstler aus allen Teilen der Welt in München. In diesem Jahr wird der Internationale Musikwettbewerb der ARD in den Fächern Kontrabass, Horn, Harfe und Streichquartett ausgetragen. Die Organisatoren rechnen mit ca. 18.000 Besuchern. Damit ist der Wettbewerb traditionell das erste große Event der Klassiksaison in München.
KIZ

Dirigent Haenchen: Bayreuther Orchestergraben eine Herausforderung

Dirigent Haenchen: Bayreuther Orchestergraben eine Herausforderung
25. 07. 2016 (dpa) - Bayreuth - Nur wenige Tage hatte Dirigent Hartmut Haenchen Zeit, um sich nach dem überraschenden Rücktritt von Andris Nelsons in Bayreuth auf den «Parsifal» dort einzustellen. Dabei ist der Orchestergraben für sein Handwerk eine besondere Herausforderung, wie er im Interview der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der 73-Jährige wird an diesem Montag (25. Juli) die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth mit dem «Parsifal» eröffnen.
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11 Fragen an Gerald Mertens

11 Fragen an Gerald Mertens
25. 07. 2016 (Gerald Mertens) - Geboren 1959 in Lübeck, absolvierte Gerald Mertens eine Chor- und Instrumentalausbildung in Eutin und studierte anschließend Rechtswissenschaften und Kirchenmusik. Er war Mitglied im Kammerorchester der Kieler Christian-Albrechts-Universität und bildete sich in Praktika, Volontariaten und einer Referendarausbildung etwa bei den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, der Hamburgischen Staatsoper und dem Deutschen Städtetag weiter. Seit 1990 war er juristischer Mitarbeiter der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), deren Geschäftsführer er seit 2001 ist.

Personalia

Menschen

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Karl-Sczuka-Preis 2016 für Macher des Radiostücks «Desert Bloom»

22.07.16 (dpa) -
Baden-Baden - Der mit 12 500 Euro dotierte Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst geht in diesem Jahr an die drei Macher des Radiostücks «Desert Bloom». Es sind die Klangkünstlerin Christina Kubisch, der österreichische Komponist und Produzent Peter Kutin und der österreichische Musiker und Tontechniker Florian Kindlinger, wie der Südwestrundfunk (SWR) am Freitag mitteilte.

Dossier

Junge Komponisten im Portrait

Die neue musikzeitung stellt junge Komponistinnen und Komponisten in Einzelportraits vor.
SWR-Orchesterfusion Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR...
El Sistema: das venezolanische Modell elektrisiert die Musikwelt Kaum ein musikpädagogisches Projekt hat in den vergangenen Jahren weltweit so viel Echo ausgelöst wie „...
Musikhochschulen Anlässlich der 141. Ausgabe des Musikmagazins taktlos zum Thema „Studium bolognese“ haben wir ein...
Reinhard Schulz – eine Textauswahl Am 24. Juli 2009 verstarb mit Reinhard Schulz ein Autor, der die ästhetische Diskussion in der neuen musikzeitung...
Jedem Kind ein Instrument Das ebenso spektakuläre wie in Fachkreisen heiß diskutierte Musikalisierungsmodell „Jedem Kind ein...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Hamburg (HfMT): Nominierungen für DAAD-Preis erwünscht - Zu den Voraussetzungen ist zu beachten: Es können auch Jungexaminierte vorgeschlagen werden, deren Abschluss bei der Preisverleihung jedoch nicht...
Hamburg (HfMT): 13. Sound and Music Computing Konferenz - Auf Kampnagel wird es an vier Tagen jeweils ein Abend- und ein Nachtkonzert geben, in die mit einer Keynote durch einen internationalen Experten...
Lübeck (MHL): Brahms-Café in der Villa Eschenburg - Zu einem neuen Brahms-Café lädt das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck (MHL) am nächsten Samstag, 23. Juli ein. Ab 15 Uhr präsentiert die...
Hamburg (HfMT): Karrieresprung für HfMT-Absolventen - Seinen ersten Trompetenunterricht erhielt Andre Schoch (geb. 1987) bereits im Alter von acht Jahren bei Ansgar Dümchen. Von 2004 bis 2007 erhielt er...
Hamburg (HfMT): ECHO-Klassik-Preis für HfMT-Professor - German Brass verdankt seinen Erfolg seinem Klang. Als Pionier unter den Brass-Ensembles hat German Brass seit seiner Gründung 1974 nicht nur...

Weitere Nachrichten

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„Du gabst mir einen Sound, du gabst mir ein Leben“ - Mythos Fender Rhodes – ein elektrisches Klavier wird zum Klassiker

„Du gabst mir einen Sound, du gabst mir ein Leben“
25. 07. 2016 (Hans-Jürgen Schaal) - Von einem Klavierlehrer erfunden, vom Krieg inspiriert, von Miles Davis gefördert, wurde das Fender Rhodes in den 1970er-Jahren zur Seele von Funk und Fusion. Seit seiner Renaissance in den 1990er-Jahren ist der Nimbus des Fender Rhodes unerschütterlich. „Außer dem Konzertflügel besitzt kein Tasteninstrument einen so vornehmen und geschätzten Klang wie das Rhodes“, sagt der Musiker Jared Pauley. „Das Fender Rhodes ist das reinste, kraftvollste Instrument, das je geschaffen wurde.“
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Helga Rabl-Stadler will Präsidentin der Salzburger Festspiele bleiben

Helga Rabl-Stadler will Präsidentin der Salzburger Festspiele bleiben
22. 07. 2016 (dpa) - Salzburg - Mit Blick auf das 100-Jahre-Jubiläum der Salzburger Festspiele 2020 hat sich deren Präsidentin Helga Rabl-Stadler zu einer neuen Kandidatur für den Chefposten durchgerungen. Nach langem Zögern komme sie gern der einstimmigen Aufforderung des Kuratoriums sowie der Bitte des künftigen Intendanten Markus Hinterhäuser nach, sagte die 68-Jährige am Donnerstagabend in Salzburg.
KIZ

Theaterfusion im Landeswesten ist besiegelt

Theaterfusion im Landeswesten ist besiegelt
22. 07. 2016 (dpa) - Rostock/Schwerin - Die Zeit der Diskussionen und harten Einschnitte an den Theatern in Westmecklenburg soll zu Ende sein. Nach der Unterzeichnung des Fusionsvertrags zwischen Schwerin und Parchim wollen die Beteiligten jetzt nach vorn schauen.
KIZ

Katharina Wagner: «Ich kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein»

Katharina Wagner: «Ich kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein»
22. 07. 2016 (dpa) - Bayreuth - Katharina Wagner ist das Gesicht der Wagner-Familie auf dem Grünen Hügel in Bayreuth. Seit ihre Halbschwester Eva Wagner-Pasquier im vergangenen Jahr die Festspielleitung verlassen hat, hat sie allein die künstlerische Macht - aber sie scheint weniger präsent als früher. «Da kollidieren Arbeits- mit Repräsentationsinteressen», sagt Katharina Wagner in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.
KIZ

Polizeipräsident: Keine Hinweise auf Gefährdung in Bayreuth

Polizeipräsident: Keine Hinweise auf Gefährdung in Bayreuth
22. 07. 2016 (dpa) - Bayreuth - Die Polizei in Oberfranken hat wenige Tage vor Beginn der Bayreuther Festspiele keine Hinweise darauf, dass die Sicherheit der Stadt oder der Veranstaltung gefährdet sind. «Das kann ich mit gutem Gewissen sagen», sagte der oberfränkische Polizeipräsident Reinhard Kunkel dem «Nordbayerischen Kurier» (Freitag). Es gehe bei dem verschärften Sicherheitskonzept aber darum, Gefahr von außen abzuwehren - vom Publikum gehe keine aus.
Titelseite der nmz 2016/07-08.
Kunstfreiheit und Urheberrecht vor dem Verfassungsgericht

Gibt es ein Recht auf Remix ?

(Martin Hufner) Es kommt wirklich nicht alle Tage vor, dass sich das Bundesverfassungsgericht mit Fragen der Kunstfreiheit und des Urheberrechts – und das auch noch in einem Einzelfall – beschäftigen muss. Nötig wurde es, weil der Musiker Moses Pelham keine Ruhe gab. Allein zweimal schon landete das Verfahren „Metall auf Metall“ vor dem Bundesgerichtshof, wo es nun zum dritten Mal verhandelt werden muss.
Magazin: „Du gabst mir einen Sound, du gabst mir ein Leben“ - Mythos Fender Rhodes – ein elektrisches Klavier wird zum Klassiker
Kommentar/Glosse: Der Klassiker - Ferchows Fenstersturz 2016/07
Musikleben: Der vielseitige Tieftöner - Abschied vom Kontrabassisten Chris Lachotta
Berichte: Die letzte Dunkelheit betrifft alle - Uraufführung der Oper „Koma“ von Georg Friedrich Haas und Händl Klaus bei den Schwetzinger SWR Festspielen
Chorszene: Vom Kriminal-Tango bis zu Bach-Fugen - „Stuttgart ist ganz Chor!“ – Die musikalische Bandbreite beim 3. Deutschen Chorfest war riesig
Pädagogik: Spanisch, deutsch – oder beides? - Gedanken zum Singen in bi- und multilingualen Kitas
Verbände: Kultur für alle – aber in guter Qualität! - Ein Zwischenruf des Rates für Kulturelle Bildung

Weitere Nachrichten

Online

Gangster mit Seelenleben – „Chicago 1930“-Uraufführung des Münchner Gärtnerplatztheaters

Gangster mit Seelenleben – „Chicago 1930“-Uraufführung des Münchner Gärtnerplatztheaters
22. 07. 2016 (Wolf-Dieter Peter) - „Böse Menschen haben keine Lieder“ gilt nur bedingt. Denn im Nachklang der „Roaring Twenties“ und der großen Depression nach der Weltwirtschaftskrise blühte speziell auch in der „Windy City“ Chicago um 1930 eine breit gefächerte Musikkultur, die vom „schwarzen“ Jazz über „weißen“ Big-Band-Sound, die wild wuchernden Formen des „Lindy Hop“ hin zu Gershwins „Summertime“-Arie oder Schostakowitschs „Jazz-Suite“ und Samuel Barbers „Adagio for Strings“ letztlich „alles“ umfasste … eben auch Prohibition, Prostitution, Bugsy „Malone“ Moran, Al Capone und Konsorten …
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Schneider-Schott-Musikpreis 2016 für Gordon Kampe

Schneider-Schott-Musikpreis 2016 für Gordon Kampe
22. 07. 2016 (PM) - Der dies­jährige Schneider-Schott-Musikpreis geht an den Kom­po­nist Gordon Kampe. Kampe wurde 1976 in Herne ge­bo­ren. Sein künst­lerisches Schaf­fen um­fasst vor allem Kam­mer­mu­sik- und En­semble­werke, Kin­der­stücke und Mu­sik­the­ater sowie acht Or­ches­ter­werke.
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Wie Balsam ins Ohr geträufelt – Franco Faccios „Hamlet“ bei den Bregenzer Festspielen

Wie Balsam ins Ohr geträufelt – Franco Faccios „Hamlet“ bei den Bregenzer Festspielen
21. 07. 2016 (Peter P. Pachl) - Eine Wiederaufführung, die beinahe einer Uraufführung gleichkommt, erwartet die Besucher der Bregenzer Festspiele in diesem Jahr im Festspielhaus: Seit 1871 wurde diese Oper des Verdi- und Wagner-Dirigenten Franco Faccio in Europa nicht mehr gespielt; damals fiel sie an der Scala durch, da der Sänger der Titelpartie erkrankt und die Zeit für einen „Hamlet ohne Hamlet“ offenbar noch nicht reif war. Nach diesem Fiasko soll der frustrierte Komponist keine Note mehr geschrieben haben. Aber seine zweite Oper, der 1865 in Genua uraufgeführte „Amleto“, geisterte als Kuriosum weiter durch die Musikliteratur.