Abwechslungsreich und interessant

Stücke und Bearbeitungen für Solo-Gitarre


(nmz) -
Lautenstücke aus der Renaissance „Deutschland“, bearbeitet für Sologitarre von Werner Reif +++ Fernando Sor: Trois pièces de société Op. 36 für Sologitarre
Ein Artikel von Guy Bitan

Lautenstücke aus der Renaissance „Deutschland“, bearbeitet für Sologitarre von Werner Reif, Edition DUX 2012, D 904 / ISMN 979-0- 50017-190-4/ ISBN 978-3-86849-201-9, € 12,80

Der Bearbeiter dieser umfangreichen Sammlung (fast 40 Lieder) von unbekannten Liedern aus der Renaissance, Werner Reif, ist überzeugt, dass die Renaissancemusik immer mehr Liebhaber gewinnt, zum Beispiel wegen der Popularität von Sting (Dowland-Lieder) oder Ritchie Blackmore (Blackmore’s Night).

Etliche Rockmusiker bedienen sich in der Tat auch der Kirchentonarten für die „Hits“ von heute. Aus dem Grund werden diese Lieder für Gitarre gesetzt: Allerdings mit einer Fis-Stimmung für die G-Saite. Es ist eine interessante Ausgabe für Schüler der Mittelstufe, die sich mit der Renaissancemusik ab dem Jahr 1500 und mit einer anderen Stimmung der Gitarre auseinandersetzen möchten. Allerdings wäre es zu erwarten von einem Kenner dieser Musik wie Werner Reif, die Tempi der Stücke als Empfehlung anzugeben.

Für die Lehrer und für den Alltag im Unterricht wäre es wünschenswert, vor allem die Fingersätze der rechten Hand anzugeben. Es ist trotzdem eine zu empfehlende Ausgabe.

Zu erwähnen ist auch das Erscheinen der drei anderen Hefte, jeweils für 12,80 Euro, in demselben Verlag: Lautenstücke aus der Renaissance „Italien“ (D 898), „England“ (D 900) und „Frankreich“ (D 901). Also, es gibt viel zu entdecken und zu spielen!

Fernando Sor: Trois pièces de société Op. 36 für Sologitarre, Neue Karl Scheit Gitarren Edition, Universal Edition 2012, UE 34 490, € 12,50

Die Herausgeber der neuen Edition sind keine Geringeren als die berühmten und anerkannten Gitarristen und Pädagogen Olaf von Gonnissen, Thomas Müller-Pering und Johannes Monno. Die drei Gitarristen haben den Anspruch, Gitarrenliteratur mit einem hohen pädagogischen Wert zu veröffentlichen, um die Arbeit des angesehenen Herausgebers Karl Scheit fortzusetzen. Im Unterschied zu den bereits existierenden Ausgaben dieser Werke werden die neuen Ausgaben (wie F. Sor. UE 34489 oder zum Beispiel G. Sanz UE 34486 siehe auch www.universaledition.com) entsprechend der heutigen Quellenlage kritisch ergänzt, korrigiert und mit Fingersätzen versehen. Dazu kommen neue Werke oder neu entdeckte wie das folgende Werk: „Trois pièces de société“, erschienen in UE (April 2012).

Es handelt sich um ein eher unbekanntes Werk von Fernando Sor, das er für eine Soirée in einem Pariser Salon geschrieben hat. Die sechs kurzen Stücke, die fast die Form einer Suite (Minuetto – Allemande – Cantabile – Scherzo – Aria – Gigue) annehmen, sind eher an Oberstufenschüler gerichtet.

Sie sind abwechslungsreich und durch zum Teil virtuose Passagen ganz bestimmt interessant für die Zuhörer, da sie von Fernando Sor geschrieben wurden, um eine Kostprobe seines Könnens zu zeigen.

Es ist für die Lehrer und Oberstufenschüler ein neu gewonnenes Werk eines Klassikers und fügt sich gut in diese neue Edition von UE ein.
  

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