Szene

Musiknetzwerke in Konfliktregionen aufbauen
Neues vom Musik-Entwicklungsprojekt „Music In Africa Connects“ · Von Kalin Pashaliev

22.10.17 (Kalin Pashaliev) - Während der afrikanische Kontinent eine unheimliche Vielzahl und Diversität an musikalischen Stilrichtungen, Strömungen und Aktivitäten beheimatet, fehlte es vielerorts bislang an den notwendigen Strukturen, um es Musikern zu ermöglichen, ihren Beruf in angemessener Weise ausüben zu können und den eigenen Lebensunterhalt durch die Musik zu verdienen. Um diese Situation zu verändern, ist die Web-Plattform „Music In Africa“, eine gemeinsame Initiative des Goethe Instituts und der Siemens Stiftung, nach mehreren Jahren der intensiven Vorbereitung nun seit 2015 online.

Kritik

Uraufführung von Moritz Eggerts „La Bettleropera“ in der Neuköllner Oper

21.10.17 (Peter P. Pachl) - Eine der ersten Produktionen der vor 1977 von Winfried Radeke gegründeten Neuköllner Oper war damals die „Bettleroper“, und zur Feier des 40-jährigen Jubiläums wurde eine neue Version angekündigt als „ein Großstadtcomic nach John Gay’s ‚The Beggar’s Opera’“. Für die Neukomposition der multilingualen deutsch-italienischen Koproduktion mit dem Balletto Civile wurde der Komponist Moritz Eggert gewonnen, dessen Komposition das Auseinanderklaffen des engagierten, aber über Semiprofessionalität kaum herausreichenden Ensembles um so deutlicher hervorkehrt.

Aktuelles

Media

Donaueschinger Musiktage 2017 – Samstag

21. 10. 2017 (nmzMedia) -

Der Samstag stand in Donaueschingen im Zeichen der Ensembles und kleineren Besetzungen. Das Ictus Ensemble bot in Hanna Eimermachers Werk „CUT“ eine Performance für Ohr und Auge, und Eugene Chadbourne verblüffte in „German Country and Western“ mit seiner ganz persönlichen Annäherung an Bachs Goldberg-Variationen.

KIZ

Martin Maria Krüger zum Präsidenten des Deutschen Musikrates wiedergewählt

Martin Maria Krüger zum Präsidenten des Deutschen Musikrates wiedergewählt
21. 10. 2017 (PM - Deutscher Musikrat) - Die Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrates hat Martin Maria Krüger heute im Abgeordnetenhaus von Berlin mit großer Mehrheit zum Präsidenten des Deutschen Musikrates wiedergewählt. Krüger wird seine vierte Amtszeit für weitere vier Jahre antreten.
KIZ

Verbesserte Arbeitsbedingungen für KünstlerInnen am Theater – Bühnenverein und Gewerkschaften erhöhen Mindestgage und stärken Schwangerenschutz

Verbesserte Arbeitsbedingungen für KünstlerInnen am Theater – Bühnenverein und Gewerkschaften erhöhen Mindestgage und stärken Schwangerenschutz
21. 10. 2017 (PM - VdO) - Für KünstlerInnen an deutschen Theatern gelten ab 1. April 2018 verbesserte Arbeitsbedingungen: Unter anderem wird der Schutz für schwangere Künstlerinnen deutlich gestärkt und die Mindestgage auf 2.000 Euro erhöht. Darauf einigten sich die Künstlergewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V. (VdO) mit dem Deutschen Bühnenverein als Arbeitgeberverband.
Media

Donaueschinger Musiktage 2017 – Freitag

20. 10. 2017 -

Ein Thema der diesjährigen Musiktage ist das Experimentieren mit neuen Konzertformaten. So setzt sich der Regisseur Laurent Chétouane im Konzert „TRANSIT“ mit den unterschiedlichsten Wahrnehmungsebenen des Publikums auseinander, indem er die Zuschauer in eine durch das Konzert führende Choreographie integriert. Das Solistenensemble Kaleidoskop spielt hier unter anderem das „Quartett Nr. 2“ von Michael von Biel und Chiyoko Szlavnics’ „Memory Spaces (appearances)“.

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Lauter, Frauen  - Barbara Haack fordert: „Arsch Huh!“

Lauter, Frauen 
20. 10. 2017 (Barbara Haack) - In Köln gibt es seit vielen Jahren eine Initiative namens „Arsch Huh!“ Für die Nicht-Rheinländer unter unseren Lesern: „Huh“ heißt, ins Hochdeutsche übersetzt, „hoch“. Diese wichtige Initiative kämpft mittels Kunst und Kultur gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Aber natürlich lässt sich dieser Motivations-Ruf auch auf andere Bereiche übertragen. Zum Beispiel auf die Frauen. Auch, wenn manch einer es nicht mehr hören mag! Schließlich haben wir erst kürzlich in der nmz die Quotendiskussion geführt, der Deutsche Kulturrat hat mit seiner Studie „Frauen in Kunst und Kultur“ die Debatte erst richtig angestoßen, der Deutsche Musikrat soeben in seinem „Musikforum“ den Schwerpunkt auf das Thema Geschlechtergerechtigkeit gelegt. Aber bekanntermaßen muss so ein „ceterum censeo“ eben auch mal nerven (dürfen).

Personalia

Menschen

KIZ

Kathrin Kondaurow wird neue Intendantin der Staatsoperette Dresden

18.10.17 (dpa) -
Dresden/Weimar - Kathrin Kondaurow soll neue Intendantin der Staatsoperette Dresden werden. Eine vom Stadtrat eingesetzte Findungskommission habe sich auf sie verständigt, teilte das Rathaus am Montag mit. Der Wechsel vom derzeitigen Intendanten Wolfgang Schaller zu Kondaurow soll zu Beginn der Spielzeit 2019/2020 erfolgen. Momentan ist die designierte Intendantin als Musiktheater-Dramaturgin am Nationaltheater Weimar tätig.

Dossier

Umfrage: Kastriert Kapitalismus Kreativität?

Unter dem Titel „Wieviel Ökonomie braucht die Musik?“ findet am Freitag, 20. Oktober 2017 der öffentliche Teil der Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrats statt. Im Zentrum steht unter anderem folgende Frage: „Inwiefern kann die zunehmende Ökonomisierung unserer Gesellschaft mit künstlerischer Kreativität vereinbart werden?“ Die nmz-Redaktion ließ sich vom Thema zu einer Umfrage unter Kreativen inspirieren. Etwas verschärft fragten wir „Kastriert Kapitalismus Kreativität?“
Bundestagswahl 2017 Eine Informationen und Kommentare zum Thema Bundestagswahl 2017. Positionen, Meinungen, Analysen, Wahlprüfsteine...
Fluchtort Deutschland „Die Debatte um die Integration der Geflüchteten ist sehr oft scheinheilig. Niemand im Kulturbereich...
Frauen in der Musik In der Ausgabe 10/2016 hat sich die nmz in vielen Facetten mit dem Thema „Frauen im Kulturbetrieb“ ...
Junge Komponisten im Portrait Die neue musikzeitung stellt junge Komponistinnen und Komponisten in Einzelportraits vor.
SWR-Orchesterfusion Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Departement Musik der Kalaidos Fachhochschule: 1. Preis im Internationalen Bachwettbewerb in Köthen - Philipp Hahn, der an der Kalaidos Musikhochschule in der Klavierklasse von Prof. Grigory Gruzman unterrichtet wird, gewann den 1. Preis in der...
Lübeck (MHL): Gewinnerin des MHL-Dirigentenwettbewerbs - Die MHL-Studierende Ya-Chuan Wu hat beim hochschulinternen Dirigenten-Wettbewerb gewonnen und darf am 18. November das Lübecker Kammerorchester...
Detmold: Akademiestelle bei den Berliner Philharmonikern - Erstmalig wurde ein Student der Tubaklasse von Prof. Paul Halwax infolge eines gewonnenen Probespiels als Akademist bei den Berliner Philharmonikern...
Lübeck (MHL): Inklusionscampus zum Thema Sensomotorik startet an der MHL - Am Donnerstag, 26. und am Freitag, 27. Oktober lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) jeweils ganztägig zum Auftakt ihres diesjährigen „...
Detmold: MKK-Stipendium für Diana Rohnfelder - Diana Rohnfelder (Konzertexamen, Klasse Prof. Tobias Pelkner) hat das mit 12.000 Euro dotierte Stipendium der Märkischen Kulturkonferenz (MKK)...

Weitere Nachrichten

Online

Parsifals Mondfahrt – Jonathan Meeses Inszenierung von Bernhard Langs „Mondparsifal“ in Berlin

Parsifals Mondfahrt – Jonathan Meeses Inszenierung von Bernhard Langs „Mondparsifal“ in Berlin
20. 10. 2017 (Peter P. Pachl) - Angesichts der Tatsache, dass die Absage von Jonathan Meeses in Bayreuth geplanter Inszenierung des „Parsifal“ mit deren finanziellem Aufwand begründet wurde, erscheint die Tatsache, dass dieses Projekt jetzt für je drei Aufführungen in Wien und Berlin – u. a. unterstützt vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, den Wiener Festwochen im Verbund mit den Berliner Festspielen, den Medienpartnern ARTE, Berlinartlink, Monopol, Tagesspiegel, Wall und der York Kinogruppe, sowie eine Reihe weiterer potenter Sponsoren – ohne finanzielle Abstriche finanziert werden konnte, gleichermaßen erstaunlich wie verwunderlich.
Media

Donaueschinger Musiktage 2017 – Donnerstag

19. 10. 2017 (nmzMedia) -

Letzte Vorbereitungen für das Festival. Das SWR Symphonieorchester probt Andreas Dohmens „a doppio movimento“ und Thomas Meadowcrofts „The News in Music (Tabloid Lament)“, die im Eröffnungskonzert am Freitag zur Uraufführung kommen. Michael Schmid ist Francesca Verunellis „Man sitting at the piano I“ in ihrem Duo für Flöte und Player Piano. Am Abend wird die erste Klangkunst eröffnet: „modular | no. 2 – speaking of membranes“ von Marianthi Papalexandri-Alexandri und Pe Lang. 

KIZ

«Traurig und wütend» - Oper Stuttgart vor Premiere ohne Serebrennikow

«Traurig und wütend» - Oper Stuttgart vor Premiere ohne Serebrennikow
19. 10. 2017 (dpa) - Stuttgart/Moskau - Alles Bitten vergebens für Kirill Serebrennikow: Vor der Premiere der Märchenoper «Hänsel und Gretel» in Stuttgart muss der Künstler in Moskau in Hausarrest bleiben. Kommunikation mit der Außenwelt ist ihm verboten. Eindringlich bat der 48-Jährige vor Gericht noch darum, ihn wenigstens für einige Tage freizulassen, damit er künstlerische Projekte beenden könne.
KIZ

Donaueschinger Musiktage beginnen - 20 Uraufführungen geplant

Donaueschinger Musiktage beginnen - 20 Uraufführungen geplant
19. 10. 2017 (dpa) - Donaueschingen - Mit einer Ausstellung von zeitgenössischen Musik- und Kunstwerken sowie einer Diskussion über die Rolle von Frauen in der Neuen Musik beginnen am Donnerstag (20.00 Uhr) die Donaueschinger Musiktage. Sie dauern bis Sonntag.
KIZ

Hoff: Vorschläge von Robra für ARD-Umbau falsch und fahrlässig

Hoff: Vorschläge von Robra für ARD-Umbau falsch und fahrlässig
19. 10. 2017 - Erfurt - Als falsch und fahrlässig hat (nmz: neben dem Deutschen Kulturrat) auch Thüringens Medienminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) die Vorschläge seines Amtskollegen Rainer Robra (CDU, Minister für Europa- und Medienangelegenheiten des Landes Sachsen-Anhalt) zum Umbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kritisiert.
Titelseite der nmz 2017/10.
Gegen die Kälte angehen und kulturelle Berührungspunkte schaffen · Von Martin Hufner

Nur nicht den Kopf in den Sand stecken

(Martin Hufner) Für viele war das Ergebnis der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag ein Schock. Der Souverän hat entschieden in recht umfangreichem Maße seine Souveränität abzugeben. Eine Partei, deren „vornehmstes“ Ziel es ist, Angst und Hetze zu produzieren – auch innerhalb der Partei selbst –, ist erstmalig in den Bundestag eingezogen. Dass das nicht weit führt, ist schon am ersten Tag nach der Wahl offensichtlich. Mandatsträger steigen aus, es wird gemobbt, wo es sich einrichten lässt. Zukunftsbewältigung sieht anders aus.
Dossier: Musiknetzwerke in Konfliktregionen aufbauen - Neues vom Musik-Entwicklungsprojekt „Music In Africa Connects“ · Von Kalin Pashaliev
Musikleben: In nächster Nähe zum Neuen in der Musik - Zum Tod des Pianisten Aloys Kontarsky
Kommentar/Glosse: Abklingbecken - Cluster 2017/10 - Gordon Kampe
Berichte: Zwischen alten und neuen Klang- und Denkwelten - Monteverdi und Yun beim Musikfest Berlin
Pädagogik: Verbindung von Theorie und Praxis - 100 Jahre Staatliches Institut für Musikforschung
Chorszene: Ein Monument für die Chormusik - In Utrecht erklingen 150 Psalmen in Vertonungen aus tausend Jahren Musikgeschichte
Rezensionen: Geliebt und geübt - Neuer Fiedel Max für Cello und Klavier
Verbände: Erfolgreicher Musikschulunterricht - Die Bayerischen Sing- und Musikschulen feiern den 40. Bayerischen Musikschultag in Aldersbach

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Online

Oper als Vorhölle – Uraufführung von Eichbergs Flüchtlingsstück „Schönerland“ in Wiesbaden

Oper als Vorhölle – Uraufführung von Eichbergs Flüchtlingsstück „Schönerland“ in Wiesbaden
19. 10. 2017 (Andreas Hauff) - Sören Nils Eichbergs Oper „Schönerland“ ist neben dem Schauspiel „Wir werden unter Regen warten“ von Ihsan Othmann eine der beiden Uraufführungen, mit denen das Hessischen Staatstheater Wiesbaden auf das aktuelle Thema „Flucht“ reagiert. Im Theatermagazin liest man dazu, es gehe nicht um das Dokumentarische, bei dem die Geflüchteten im schlimmsten Falle eine „Illustrationsstaffage“ bilden würden, sondern um eine Annäherung „mit genuin künstlerischen Mitteln“.
Online

Aufforderung zum Kampf – In Bonn inszeniert Peter Konwitschny Othmar Schoecks selten gespielten Einakter „Penthesilea“

Aufforderung zum Kampf – In Bonn inszeniert Peter Konwitschny Othmar Schoecks selten gespielten Einakter „Penthesilea“
18. 10. 2017 (Joachim Lange) - Wenn es gerecht zuginge, dann müsste man gemeinsam mit „Salome“ und „Elektra" auch Othmar Schoecks (1886-1957) „Penthesilea“ nennen. Neuerdings auch Aribert Reimanns „Medea“. Alles Frauen-Monumente des Musiktheaters von erheblicher Wucht. Die ersten drei wurden in der Dresdner Semperoper uraufgeführt. Doch nur die beiden Strauss-Einakter haben sich im Kernrepertoire gehalten. Schoecks Kleist-Oper ist dort erst 2008 in einer grandiosen Inszenierung von Günter Krämer dort wieder in Erinnerung gebracht worden. Die 2010 in Wien uraufgeführte „Medea“ von Aribert Reimann müsste es, schon weil sie eine Verlängerung dieser Reihe in die zeitgenössische Moderne ist, künftig auch mal auf den Dresdner Spielplan schaffen.
KIZ

Deutscher Kulturrat besorgt über Diskussion zur Beschneidung der ARD

Deutscher Kulturrat besorgt über Diskussion zur Beschneidung der ARD
18. 10. 2017 (PM - Deutscher Kulturrat) - Von morgen an diskutieren die Ministerpräsidenten in Saarbrücken auf der jährlich stattfindenden Ministerpräsidentenkonferenz auch über die künftige Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, mahnt die Politiker, nicht den Populisten von der AfD das Wort zu reden und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu beschneiden.