Kritik

Mehr als alt-neuer Glanz … Kurz vor seinem 152jährigen Jubiläum wird das generalsanierte Bayerische Staatstheater am Gärtnerplatz in München wiedereröffnet

17.10.17 (Wolf-Dieter Peter) - Im digitalen Zeitalter muss es heißen: „Sie sind wieder online, in ihrer vertrauten domain.“ Wie es sich für die heimliche Musikhauptstadt gehört: gleich mit zwei Gala-Abenden wird nach fünf Jahren Sanierung Münchens „andere Oper“ oder „Opéra comique“ wiedereröffnet – denn nach vielen Fehlplanungen wollen sich die zahllosen „A-dabei-s“ in den Räumen, auf dem Podium, im Bayerischen Fernsehen und im Rundfunk selbst feiern.

Kritik

In Tarnfarben gehalten. Korrekt. Beschnitten – Alban Bergs „Wozzeck“ im Theater an der Wien

17.10.17 (Frieder Reininghaus) - „Wozzeck“ ist ein Stück zu sozialen Problemen im kleinstädtischen Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts. Die in der Phase des großen gesellschaftlichen Umbruchs nach dem ersten Weltkrieg in Musik gesetzten Szenen verhandeln die durch eskalierende Krisen erschütterte Beziehung von Marie und Franz. Weder die Vorlage Georg Büchners noch der vom Komponisten eingerichtete Text nehmen direkt auf militärische Kampfhandlungen Bezug. Dennoch scheinen die Schatten des Kriegs auf den düsteren und gewalthaltigen Szenen von „Woyzeck“/„Wozzeck“ zu liegen. Die aktuellen Produktionen tragen dem Rechnung.

Aktuelles

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Karlsruhes «Ring der Vielfalt» ist vollendet

Karlsruhes «Ring der Vielfalt» ist vollendet
16. 10. 2017 (dpa) - Karlsruhe - Mit der umjubelten Premiere von Richard Wagners Oper «Götterdämmerung» hat das Badische Staatstheater in Karlsruhe am Sonntagabend den Schlussstein für sein groß angelegtes Projekt «Ring der Vielfalt» gelegt. Normalerweise pflegt bei Aufführungen des vierteiligen Ring-Zyklus' ein Regisseur für eine geschlossene Konzeption zu sorgen. In Karlsruhe sind nun vier junge Regisseure aus Frankreich, Island, den USA und Deutschland am Werk.
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Premiere ohne Regisseur - Oper Stuttgart erinnert an Serebrennikow

Premiere ohne Regisseur - Oper Stuttgart erinnert an Serebrennikow
16. 10. 2017 (dpa) - Stuttgart - Zur Premiere der Oper «Hänsel und Gretel» am kommenden Sonntag (22. Oktober) in Stuttgart dürfte der Regisseur Kirill Serebrennikow weiter in Moskau festsitzen. Dennoch werde ein Platz im Theater frei gehalten für ihn, sagt ein Opernsprecher. Hoffnung, dass der in Russland und im Westen gefeierte Theatermacher seine Heimat verlassen darf, gibt es aber kaum noch.
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30. Tage Neuer Musik mit fahrenden Droschken in Weimar

30. Tage Neuer Musik mit fahrenden Droschken in Weimar
16. 10. 2017 (dpa) - Weimar - Auch nach Jahrzehnten geben sich die Tage Neuer Musik in Weimar experimentierfreudig. Mit einigen speziellen Darbietungen begehen die 30. Tage Neuer Musik ihr Jubiläum. Ein Lautsprecherchor und Droschken im Weimarhallenpark, deren Klänge sich in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit verändern, gehören vom 20. bis 28. Oktober dazu. Das kündigte der Künstlerische Leiter Michael von Hintzenstern an.
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Schlussakkord: Usedomer Musikfestival mit 14.000 Besuchern

Schlussakkord: Usedomer Musikfestival mit 14.000 Besuchern
16. 10. 2017 (dpa) - Peenemünde - Mit einem Konzert im Kraftwerk Peenemünde ist am Samstag das 24. Usedomer Musikfestival zu Ende gegangen. Den musikalischen Schlussakkord der dreiwöchigen Konzertreihe setzten das NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Andris Poga sowie der dänisch-schwedische Cellist Andreas Brantelid.
Online

Allemond ein Puppenhaus – Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ an der Komischen Oper Berlin

Allemond ein Puppenhaus – Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ an der Komischen Oper Berlin
16. 10. 2017 (Peter P. Pachl) - Soeben erst bildeten als erste Premiere der Deutschen Oper Berlin drei Dramen von Maurice Maeterlinck die textliche Grundlage für Aribert Reimanns neue Oper. Dem folgte die Komische Oper mit der berühmtesten Maeterlinck-Vertonung, Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“. Deren Uraufführung erfolgte 1902 in der Pariser Opéra-Comique. Barrie Kosky verkleinert sie zur puppenspielhaften Kammerversion – unter Jordan de Souza, dem neuen Kapellmeister der Komischen Oper, ein musikalisch hochwertiger Premierenabend.

Personalia

Menschen

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Bulgarisches Operntalent gewinnt Wettbewerb «Neue Stimmen»

16.10.17 (dpa) -
Gütersloh - Die 26-jährige bulgarische Mezzosopranistin Svetlina Stoyanova und der zwei Jahre jüngere südkoreanische Bass Cho ChanHee haben den Gesangswettbewerb «Neue Stimmen» gewonnen. Die beiden Operntalente erhalten ein Preisgeld von jeweils 15 000 Euro, wie die Bertelsmann-Stiftung am Sonntag mitteilte.

Dossier

Umfrage: Kastriert Kapitalismus Kreativität?

Unter dem Titel „Wieviel Ökonomie braucht die Musik?“ findet am Freitag, 20. Oktober 2017 der öffentliche Teil der Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrats statt. Im Zentrum steht unter anderem folgende Frage: „Inwiefern kann die zunehmende Ökonomisierung unserer Gesellschaft mit künstlerischer Kreativität vereinbart werden?“ Die nmz-Redaktion ließ sich vom Thema zu einer Umfrage unter Kreativen inspirieren. Etwas verschärft fragten wir „Kastriert Kapitalismus Kreativität?“
Bundestagswahl 2017 Eine Informationen und Kommentare zum Thema Bundestagswahl 2017. Positionen, Meinungen, Analysen, Wahlprüfsteine...
Fluchtort Deutschland „Die Debatte um die Integration der Geflüchteten ist sehr oft scheinheilig. Niemand im Kulturbereich...
Frauen in der Musik In der Ausgabe 10/2016 hat sich die nmz in vielen Facetten mit dem Thema „Frauen im Kulturbetrieb“ ...
Junge Komponisten im Portrait Die neue musikzeitung stellt junge Komponistinnen und Komponisten in Einzelportraits vor.
SWR-Orchesterfusion Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Lübeck (MHL): Neue Konzepte – Öffentlicher Wettbewerb um Musikpädagogik-Preis der Imbusch-Stiftung - Erstmals veranstaltet die Musikhochschule Lübeck (MHL) einen Wettbewerb im Fach Musikpädagogik mit öffentlicher Präsentation. Unter dem Motto „Neue...
Detmold: Neue Studienberaterin - Die Hochschule hat eine neue Studienberaterin eingestellt. Margarete Buch ist seit Beginn des Wintersemesters in der Abteilung Studierendenservice in...
Detmold: 10 Jahre Detmolder Jungstudierenden-Institut - Am heutigen Tag feiert das Detmolder Jungstudierenden-Institut sein zehnjähriges Jubiläum. Von Beginn an bildete das Institut eine zentrale Säule im...
Detmold: Neuer Dozent für den Bereich Musiktheorie - Der Komponist Andreas Dorfner unterrichtet ab sofort die Fächer Musiktheorie, Gehörbildung sowie Wahlfach Komposition. Zu seinem Kursangebot gehören...
Bremen (HfK): Ausstellung - DAO – uncanny conditions - DAO – uncanny conditionsAusstellung / 13. - 14.10.2017accountability, availability, desire, destruction, exploitation, obfuscation, pain, and...

Weitere Nachrichten

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Sünde an der „Großen Sünderin“? – Künneke-Revival an der Musikalischen Komödie Leipzig

Sünde an der „Großen Sünderin“? – Künneke-Revival an der Musikalischen Komödie Leipzig
16. 10. 2017 (Roland H. Dippel) - Nach Nico Dostals „Prinzessin Nofretete“ wagt die Musikalische Komödie Leipzig ein nur unter Vorbehalt als Operette zu benennendes Hybridopus aus den frühen Jahren des Nationalsozialismus. Eduard Künnekes „Die große Sünderin“ gelangte am 31. Dezember 1935 an der Lindenoper Berlin mit den Stars Tiana Lemnitz und Helge Rosvaenge zur Uraufführung, flankiert von Richard Strauss‘ „Die ägyptische Helena“. Die beiden Partituren stehen sich in Hinblick auf süffige und hypertrophe Orchestration näher als man denkt. Die Entstehung der später kaum nachgespielten „Großen Sünderin“ war auch der Absicht geschuldet, ein systemtaugliches Musterwerk zu kreieren.
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Spaziergang durch die Musikgeschichte – „Rivale“ von Lucia Ronchetti an der Staatsoper Berlin

Spaziergang durch die Musikgeschichte – „Rivale“ von Lucia Ronchetti an der Staatsoper Berlin
15. 10. 2017 (Peter P. Pachl) - Vor einer spannenden, kompositorisch und szenisch gelungenen Uraufführungsproduktion von Lucia Ronchettis Kammeroper für Frauenstimme, Solo-Viola, Blechbläserensemble und metallisches Schlagwerkensemble mit dem Titel „Rivale“, gibt es in der neuen Werkstattbühne der Staatsoper Unter den Linden ein wenig publikumsfreundliches Präludium.
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Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 16.10. bis 22.10.2017

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 16.10. bis 22.10.2017
15. 10. 2017 (mh) - Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 42. Im Zentrum: Die Donaueschinger Musiktage 2017. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Harrison Birtwistle, Øyvind Torvund, Amerikanische Komponistinnen (II), Die letzte Oper von Gerhard Schedl, Harry Partch, Milica Dordjević, Rolf Riehm, Tzvi Avni, Stefan Fraunberger und das deranged orchestra, Christina Kubisch, 100. Geburtstag von Dizzy Gillespie, Pauline Oliveros +++ Donaueschinger Musiktage, Tanzmusik für Fortgeschrittene, musikprotokoll 2017, Luther-Projekt, Karl-Sczuka-Preis 2017, Phonofemme Festival 2017 +++ 100 Jahre Russische Revolution, Deutscher Herbst 1977, Geigenbögen und ihr Klanggeheimnis, 250. Todestag von Johann Ulrich Haffner, Russland 1917 und die Moderne, (K)eine Männersache: Neue Musik und zur Geschichte der Telekommunikationskunst.
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„Die Bremer Stadtmusikanten | Bremen Mızıkacıları“ an der Komischen Oper Berlin

„Die Bremer Stadtmusikanten | Bremen Mızıkacıları“ an der Komischen Oper Berlin
14. 10. 2017 (Peter P. Pachl) - Vergleicht man die neue Produktion der Oper für Kinder an der Komischen Oper Berlin mit denen der Vorjahre, so fällt auf, dass diese besonders sparsam ausgefallen ist. Die Uraufführung von Attila Kadri Şendils Kinderoper „Die Bremer Stadtmusikanten“ verzichtet auf den Einsatz des Kinderchores, beschränkt sich darstellerisch auf zwei Solistenquartette und reduziert Ausstattungseffekte auf Schattenrisse.
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Im Sandkasten der Macht – Impuls-Festival für zeitgenössische Musik in Sachsen-Anhalt startet mit der Uraufführung von „Spiel im Sand“ in der Oper in Halle

Im Sandkasten der Macht – Impuls-Festival für zeitgenössische Musik in Sachsen-Anhalt startet mit der Uraufführung von „Spiel im Sand“ in der Oper in Halle
14. 10. 2017 (Joachim Lange) - Die Oper in Halle ist mit ihrer Raumbühne HETEROTOPIA eine Nominierung für den Theaterpreis FAUST gelungen. Sie erlaubte eine interaktive Perspektive auf den Fliegenden Holländer, lieferte aber vor allem für die von der Oper Halle in Auftrag gegebene Uraufführung von Sarah Nemtsovs Oper SACRIFICE und für Elfriede Jelineks WUT einen kongenialen szenischen Rahmen. Um die Fernwirkungen, die die Verwerfungen im Nahen Osten in einer globalisierten Welt haben, geht es auch bei der Uraufführung von SPIEL IM SAND. Ganz direkt im ersten Teil, zu dem die junge Chinesin Leyan Zhang eine Percussion-Komposition zu den vorwiegend gesprochenen Passagen beisteuert.
Titelseite der nmz 2017/10.
Barbara Haack fordert: „Arsch Huh!“

Lauter, Frauen 

(Barbara Haack) In Köln gibt es seit vielen Jahren eine Initiative namens „Arsch Huh!“ Für die Nicht-Rheinländer unter unseren Lesern: „Huh“ heißt, ins Hochdeutsche übersetzt, „hoch“. Diese wichtige Initiative kämpft mittels Kunst und Kultur gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Aber natürlich lässt sich dieser Motivations-Ruf auch auf andere Bereiche übertragen. Zum Beispiel auf die Frauen. Auch, wenn manch einer es nicht mehr hören mag! Schließlich haben wir erst kürzlich in der nmz die Quotendiskussion geführt, der Deutsche Kulturrat hat mit seiner Studie „Frauen in Kunst und Kultur“ die Debatte erst richtig angestoßen, der Deutsche Musikrat soeben in seinem „Musikforum“ den Schwerpunkt auf das Thema Geschlechtergerechtigkeit gelegt. Aber bekanntermaßen muss so ein „ceterum censeo“ eben auch mal nerven (dürfen).
Magazin: Vermisst: Erste Preise und Kammermusik - Anmerkungen zum 66. Internationalen ARD-Musikwettbewerb
Musikleben: Zum Dienstleister degradiert - Zu den neuen Unterrichtsverträgen für freie Musikpädagogen
Kommentar/Glosse: Na dann - Ferchows Fenstersturz 2017/10
Berichte: Weltweiter Kulturaustausch und neue Konzertformen - Das Berliner Festival Young Euro Classic im 18. Jahrgang
Pädagogik: Verbindung von Theorie und Praxis - 100 Jahre Staatliches Institut für Musikforschung
Chorszene: Auf dem Sprung nach Hannover ? - Eindrücke von der vierten Ausgabe der chor.com – der letzten in Dortmund
Rezensionen: Noten-Tipps 2017/10 - Georg Philipp Telemann: Methodische Sonaten für Flöte oder Violine und Continuo
Verbände: Wenn das Hackbrett auf die Oud trifft - Jugendorchester-Festival AUFTAKT! der Jeunesses Musicales Bayern

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Freie Musikschulen erheben Forderungen an die künftigen Koalitionsparteien

Freie Musikschulen erheben Forderungen an die künftigen Koalitionsparteien
13. 10. 2017 (PM-bdfm) - Der Bundesverband der Freien Musikschulen hat sich mit einem konkreten Forderungskatalog an die kommende Bundesregierung gewandt:
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Achtung, hier beginnt Europa ! - Lesbos ist heftig getroffen von der Finanz- und Flüchtlingskrise, ein Musikfestival will der Insel ein neues Image geben

Achtung, hier beginnt Europa !
13. 10. 2017 (Gero Schließ) - „Vergessen Sie niemals: Das hier ist nicht nur Griechenlands Grenze, das ist die Grenze Europas“, sagt Iris Xilas Xanolatos und blickt versonnen über den Pool ihres Hotels hinweg auf die Festung von Molyvos, die stolz auf einem Hügel über dem malerischen 2.000-Seelen Dorf thront. Von hier aus hat man einen guten Blick auf das türkische Festland. Die alte Dame hat schon bessere Zeiten auf Lesbos gesehen. Und mit ihr das Hotel. Doch in diesen Tagen beherbergt es Musiker aus ganz Europa, die eine Woche lang beim dritten „Molyvos International Music Festival“ auftreten.
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200 000 Euro für Norddeutsche Philharmonie in Rostock

200 000 Euro für Norddeutsche Philharmonie in Rostock
13. 10. 2017 (dpa) - Rostock - Die Norddeutsche Philharmonie am Volkstheater Rostock erhält vom Bund in den kommenden zweieinhalb Jahren bis zu 200 000 Euro für innovative Projektideen. Wie das Theater am Donnerstag berichtete, sollen mit dem Programm «Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland» Ideen gefördert werden, die über das von den Orchestern im Repertoire Geleistete hinausgehen.