Kritik

Von Loops und musikalischer Körperverletzung – Tendenzen szenischer Musik beim jüngsten Berliner Theatertreffen

25.05.17 (Peter P. Pachl) - Den von einer Jury ausgewählten Produktionen für das diesjährige Berliner Theatertreffen ist eine Befreiung von den Texten vorgegebener Spielvorlagen gemeinsam – so etwa dem Verzicht auf Tschechows originale Dialoge bei den gleichwohl als Tschechow-Stück angekündigten „Drei Schwestern“ –, kombiniert mit musikalischen Loops und einer die Grenze der Körperverletzung wiederholt überschreitenden Lautstärke live erzeugter oder vornehmlich aus Konserve eingespielter Musikstücke.

Rezension

Link-Tipps 2017/05
Interessantes aus dem Netz, verlinkt von Theresa Brüheim

25.05.17 (Theresa Brüheim) - +++ Kulturelle Integration +++ Wer „sampelt“ wen? +++ Das Lied aus der Werbung +++ Internationale Updates +++

Aktuelles

KIZ

Das Kritische Orchester® – Werkstatt für interaktives Dirigieren 2017

Das Kritische Orchester® – Werkstatt für interaktives Dirigieren 2017
25. 05. 2017 (PM-DMR) - Berlin - Rund 70 junge Dirigentinnen und Dirigenten aus 20 Ländern haben sich in diesem Jahr für die 15. Dirigierwerkstatt des Kritischen Orchesters beworben und steigerten die internationaler werdende Bewerberzahl um 50%. Vom 24. bis zum 28. Mai 2017 arbeiten zehn ausgewählte Teilnehmer in der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin mit dem Kritischen Orchester zusammen.
KIZ

Pianistin Anke Helfrich erhält Hessischen Jazzpreis

Pianistin Anke Helfrich erhält Hessischen Jazzpreis
25. 05. 2017 (dpa) - Wiesbaden - Die Pianistin und Komponistin Anke Helfrich wird mit dem Hessischen Jazzpreis des Jahres 2017 ausgezeichnet. Die Musikerin gehöre zu den herausragenden weiblichen Jazzmusikern in Europa mit einem Aktionsradius weit darüber hinaus, erklärte Kulturminister Boris Rhein (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden.
KIZ

Bayerisches Staatsorchester wird Orchester des Jahres

Bayerisches Staatsorchester wird Orchester des Jahres
25. 05. 2017 (dpa) - München - Das Bayerische Staatsorchester in München ist vom nationalen Radiosender Deutschlandfunk Kultur zum Orchester des Jahres ernannt worden. Man würdige die musikalische Exzellenz, die Spielkultur und eine herausragende Konzertdramaturgie des Ensembles der Bayerischen Staatsoper, teilte Deutschlandfunk Kultur am Mittwoch mit.
KIZ

«Ganz große Oper» - Ein Werbefilm für das Münchner Opernhaus

«Ganz große Oper» - Ein Werbefilm für das Münchner Opernhaus
25. 05. 2017 (Britta Schultejans) - München - Fast 100 Prozent Auslastung, «Opernhaus des Jahres»: Die Bayerische Staatsoper gehört zu den erfolgreichsten Opernhäusern Europas, wenn nicht weltweit. Eigentlich hätte sie also gar keine Werbung mehr nötig. Einem neuen Dokumentarfilm ist das aber egal.
Online

Phrasenbildung im Reagenzglas. Das Philharmonische Staatsorchester Mainz wagt beim Jugendkonzert einen „Besuch in Haydns Komponier-Labor“

Phrasenbildung im Reagenzglas. Das Philharmonische Staatsorchester Mainz wagt beim Jugendkonzert einen „Besuch in Haydns Komponier-Labor“
24. 05. 2017 (Andreas Hauff) - Ja, Joseph Haydn. Im schulischen Musikunterricht gibt es noch ein paar Nischen für ihn. Da ist der „Paukenschlag“ – als etwas grobschlächtiges Beispiel für seinen Humor und, praktischerweise, für einen Variationensatz. Das „Kaiserquartett“ enthält auch einen solchen und darüber hinaus die Melodie der deutschen Nationalhymne. Und da gibt es dann noch die „Abschiedssinfonie“ – als bemerkenswertes Beispiel für Courage gegenüber dem fürstlichen Arbeitgeber. Aber „cool“ ist der Mann nicht – weder zu früh gestorben und als Süßigkeit in Kugelform verbreitet wie Mozart, noch „beinahe ein Rock‘n Roller“ wie Beethoven … Hermann Bäumer, GMD in Mainz, bewegt sich also auf dünnem Eis, wenn er beim „Konzert für junge Leute“ mit dem Philharmonischen Staatsorchester einen „Besuch in Haydns Komponier-Labor“ wagt.

Personalia

Menschen

KIZ

Verleihung »Glashütte Original MusikFestspielPreis« 2017 an Steven Isserlis

25.05.17 (PM) -
Dresden - Der britische Cellist Steven Isserlis hat im Rahmen seines Gastspiels bei den Dresdner Musikfestspielen am 23. Mai 2017 den 14. »Glashütte Original MusikFestspielPreis« erhalten. Die Verleihung erfolgte durch den Glashütte Original Geschäftsführer Thomas Meier und den Intendanten der Dresdner Musikfestspiele Jan Vogler im Anschluss an Isserlis Konzert mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vladimir Jurowski im Dresdner Kulturpalast.

Dossier

Fluchtort Deutschland

„Die Debatte um die Integration der Geflüchteten ist sehr oft scheinheilig. Niemand im Kulturbereich bestreitet die Notwendigkeit von Integra­tion, doch nur wenige wollen sich mit der Frage beschäftigen, in was integriert werden soll. Mit blumigen Andeutungen quälen wir uns durch die Debatten.“ Olaf Zimmermann
Frauen in der Musik In der Ausgabe 10/2016 hat sich die nmz in vielen Facetten mit dem Thema „Frauen im Kulturbetrieb“ ...
Junge Komponisten im Portrait Die neue musikzeitung stellt junge Komponistinnen und Komponisten in Einzelportraits vor.
SWR-Orchesterfusion Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR...
El Sistema: das venezolanische Modell elektrisiert die Musikwelt Kaum ein musikpädagogisches Projekt hat in den vergangenen Jahren weltweit so viel Echo ausgelöst wie „...
Musikhochschulen Anlässlich der 141. Ausgabe des Musikmagazins taktlos zum Thema „Studium bolognese“ haben wir ein...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Departement Musik der Kalaidos Fachhochschule: Kooperation zwischen Institut VMS und Kalaidos Musikhochschule - Die Kalaidos Musikhochschule und das Institut VMS (Vienna Music Space) haben am 23. Mai 2017 eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. VMS erm...
Hamburg (HfMT): Mit Prokofieff und Brahms auf Klangwolke 7 - Auf dem Programm stehen das 3. Klavierkonzert von Sergei Prokofieff sowie die prachtvolle 4. Sinfonie von Johannes Brahms. Es spielt das...
Hamburg (HfMT): Masterclass bei Theater der Welt 2017 - Das internationale Festival, in diesem Jahr ausgerichtet von Kampnagel und dem Thalia Theater, spürt seit seiner Gründung im Jahr 1981 ähnlich einer...
Hamburg (HfMT): Very british: Sommeroper lockt ins TheaterQuartier Gaußstraße - Zwei prominente Regisseure arbeiten mit dem sängerischen Spitzennachwuchs: Philipp Himmelmann inszeniert Dido and Aeneas und Thilo Reinhardt führt...
Detmold: Sammelband des Netzwerks Musikhochschulen - Zum Ende der 1. Förderphase legen die Netzwerkhochschulen einen Sammelband vor, in dem die über einen Zeitraum von vier Jahren gesammelten...

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„Die mutierte Füchsin Schlitzohr“ – Janacek-Apokalypse an der HfM Dresden

„Die mutierte Füchsin Schlitzohr“ – Janacek-Apokalypse an der HfM Dresden
24. 05. 2017 (Roland H. Dippel) - Diese Koproduktion der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, der Hochschule für Bildende Künste und des Staatsschauspiels Dresden schien verheißungsvoll: Die ambitionierte Kammerfassung des britischen Komponisten Jonathan Dove nach der anspruchsvollen Partitur Leos Janaceks zu „Das schlaue Füchslein“ hat ihre Eignung für spannende szenische Lesarten durch begabte Debütanten schon mehrfach bewiesen.
KIZ

Klaus Doldinger bekommt Echo Jazz für sein Lebenswerk

Klaus Doldinger bekommt Echo Jazz für sein Lebenswerk
23. 05. 2017 (dpa) - Hamburg - Der Saxofonist und Bandleader Klaus Doldinger (81) wird mit dem Echo Jazz für sein Lebenswerk ausgezeichnet. «Doldingers musikalische Bandbreite ist enorm, sie reicht von Latin Swing bis zum Jazzrock», betonte Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), in einer Mitteilung am Dienstag. Nicht zuletzt seinen Filmmusiken sei es zu verdanken, dass Jazz aus Deutschland internationales Renommee erlangen konnte.
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Bert Appermonts „Katharina von Bora“ am Originalschauplatz

Bert Appermonts „Katharina von Bora“ am Originalschauplatz
23. 05. 2017 (Roland H. Dippel) - Eine breitere Synthese von Historienspiel, Kammeroper und Massenspektakel ist schwer denkbar: 2009 erhielt der belgische Komponist Bert Appermont (geb. 1973) als Student des damaligen Chefdirigenten Jan Cober den Kompositionsauftrag zum sechzigjährigen Jubiläum der Sächsischen Bläserphilharmonie. Bereits zur Uraufführung am 17. Oktober 2010 im Leipziger Gewandhaus dachte man an das für Mitteldeutschland so wichtige Jubiläum „Luther 2017“.
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Simon Gaudenz wird Generalmusikdirektor in Jena

Simon Gaudenz wird Generalmusikdirektor in Jena
23. 05. 2017 (dpa) - Jena - Der aus der Schweiz stammende Dirigent Simon Gaudenz wird neuer Generalmusikdirektor der Jenaer Philharmonie. Der 42-Jährige habe sich unter mehr als 100 Interessenten für die Stelle durchgesetzt, teilte die Philharmonie am Montag mit. Unter den Bewerbern hätten sich zehn bei einem Konzert dem Orchester und Publikum vorgestellt.
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Verdi fordert mehr Geld und bessere Konditionen für freie Musiklehrer

Verdi fordert mehr Geld und bessere Konditionen für freie Musiklehrer
23. 05. 2017 (dpa) - Berlin - Die Gewerkschaft Verdi und die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) haben den Berliner Senat aufgefordert, die soziale Situation der Honorarkräfte unter den Musiklehrern zu verbessern. Die beiden Gewerkschaften haben eine gemeinsame Tarif- und Verhandlungskommission gebildet und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) in einem Schreiben zu Tarifverhandlungen aufgefordert, wie Verdi am Montag mitteilte.
Wenn High Tech und Handwerk aufeinander prallen: Der Musiker und Instrumentenbauer Laurent Bernadac stellte auf der Frankfurter Musikmesse seine mit Hilfe eines 3D-Druckers fabrizierte E-Geige vor. Foto: Messe Frankfurt/Petra Welzel
Die Musikmesse Frankfurt 2017 – eine Bestandsaufnahme · Von Andreas Kolb

Ein Marktplatz der Dinge ist zu wenig

(Andreas Kolb) Das neue Konzept der Musikmesse Frankfurt hat in diesem Jahr an Kontur gewonnen. Zur Neuausrichtung zählten Erlebnis- und Educationformate sowie eine umgestaltete Halle 8. In einem Gang durch die ehemalige Halle der Verlage machte sich nmz-Chefredakteur Andreas Kolb ein Bild von den Veränderungen und sprach mit Ausstellern über ihre Eindrücke und Wünsche.
Dossier: Sinn und Sinnlichkeit, mehrstimmig - Eine Reise zur zeitgenössischen Vokalmusik im Baltikum und in Skandinavien · Von Anne Kohler
Musikleben: Zeitlos engagiert - Textdichter und Produzent Frank Dostal überraschend verstorben
Kommentar/Glosse: Konkurrenzis belebt - Cluster 2017/05 - Martin Hufner
Berichte: Musik zum Standhalten, nicht zur Weltflucht - Das Forum neuer Musik beim Kölner Deutschlandfunk dekliniert das Anthropozän
Pädagogik: Aufstehen, loslegen, Gehör finden - An der Akademie der Kulturellen Bildung: Solmisierend zu einem intensiven Musikverständnis
Chorszene: Alte und neue Musik, junge Chöre und Chorleiter - Vom 14. bis 17. September findet in Dortmund die vierte Ausgabe des Branchentreffs chor.com statt
Rezensionen: Soundtrack 2017/05 - Resistance Radio: The Man In The High Castle (Sony)
Verbände: Brückenklang-Workshops im Mai und Juni - Aus dem Landesmusikrat NRW

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Im Torf: Aribert Reimanns „Medea“ an der Komischen Oper Berlin

Im Torf: Aribert Reimanns „Medea“ an der Komischen Oper Berlin
23. 05. 2017 (Peter P. Pachl) - Den Auftakt eines Reimann-Triptychons der drei Berliner Opernbühnen bildet „Medea“: die im Jahre 2010 als Auftragswerk der Wiener Staatsoper aufgeführte Oper von Aribert Reimann wurde bei ihrer Berliner Erstaufführung an der Komischen Oper zu einem Triumph für den Komponisten und für Nicole Chevalier in der Titelrolle.
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Imponierender Opernchor: Giorgio Battistellis „Orchesterprobe“ in Münster

Imponierender Opernchor: Giorgio Battistellis „Orchesterprobe“ in Münster
22. 05. 2017 (Christoph Schulte im Walde) - Giorgio Battistelli ist in seinem Heimatland Italien fraglos der führende Komponist in Sachen zeitgenössisches Musiktheater. Zwanzig Bühnenwerke hat er inzwischen geschrieben – etliche sind längst außerhalb Italiens in ganz Europa inszeniert worden, zuletzt noch „Lot“ (im April im Staatstheater Hannover). In Münster wurde ein Jahr zuvor Battistellis „Experimentum Mundi“ in einer Neufassung uraufgeführt. Münsters Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura, in demselben Ort nahe Rom geboren wie der Komponist, brachte nun die „Orchesterprobe“ auf die Bühne.
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Ästhetizismus – Münchens neuer „Tannhäuser“ erstirbt in eitel schönen Bildern

Ästhetizismus – Münchens neuer „Tannhäuser“ erstirbt in eitel schönen Bildern
22. 05. 2017 (Wolf-Dieter Peter) - GMD Kirill Petrenko dirigiert erstmals „Tannhäuser“; Klaus Florian Vogt debütiert in der Titelrolle; dazu die Münchner Lieblinge Anja Harteros als Elisabeth und Christian Gerhaher als Wolfram, eingebettet in weitere Sänger-Sahne – und dann noch dieser gehypte Romeo Castellucci für die gesamte Bühne… ist München nicht einfach einsame Spitze?