Kritik

Uraufführung von Andrea Lorenzo Scartazzinis „Edward II.“ an der Deutschen Oper Berlin

20.02.17 (Peter P. Pachl) - Mehr als zehnminütiger, einhelliger Applaus für eine gerade in ihrer Reduktion musikalisch überaus eindringliche, in der Inszenierung erfreulich unplakative Produktion einer neuen Oper, der an der Deutschen Oper Berlin seit vier Jahren vorbereiteten Uraufführung von Andrea Lorenzo Scartazzinis „Edward II.“.

Kritik

Vom Kapitalismus abgehängt: Alban Bergs „Wozzeck“ am Staatstheater Nürnberg

19.02.17 (Juan Martin Koch) - Wozzeck 2017: Um die Amazon-Bestellungen seiner Lebensgefährtin bezahlen zu können, muss er mehreren Jobs nachgehen. Einer besteht darin, dem Hauptmann zu Diensten zu sein. Der lässt sich von Wozzeck in SM-Manier den Hintern versohlen und belehrt ihn dazu mit seinem pseudophilosophischen Geschwafel.

Aktuelles

KIZ

Nachwuchsfestival bei Donaueschinger Musiktagen

Nachwuchsfestival bei Donaueschinger Musiktagen
20. 02. 2017 (dpa) - Donaueschingen - Zwei Jahre nach der Premiere planen die Donaueschinger Musiktage eine Neuauflage ihres eigenständigen Nachwuchsfestivals «Upgrade - Neue Musikvermittlung». Der Festivalkongress in Donaueschingen im Schwarzwald mache in diesem Jahr zeitgenössische Vokalkompositionen zum Thema, teilten die Veranstalter mit.
KIZ

Kulturrat: Brexit gefährdet Kulturbeziehungen zu England

Kulturrat: Brexit gefährdet Kulturbeziehungen zu England
20. 02. 2017 (dpa) - Berlin - Der Deutsche Kulturrat hat angesichts des Brexit vor einer kulturellen Entfremdung zwischen Deutschland und Großbritannien gewarnt. «Der Brexit kommt zur absoluten Unzeit. Es hätte ihn nicht geben dürfen», sagte Verbandsgeschäftsführer Olaf Zimmermann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
KIZ

Wanka baut Kulturprogramm für sozial benachteiligte Jugend aus

Wanka baut Kulturprogramm für sozial benachteiligte Jugend aus
20. 02. 2017 (dpa) - Berlin - Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will auch in den nächsten Jahren mit dem Förderprogramm «Kultur macht stark» Hunderttausende sozial benachteiligte junge Menschen außerhalb der Schulen erreichen. «Wenn in Deutschland ein Kind ein Musikinstrument lernen will, dann geht das - auch wenn dafür eigentlich nicht das nötige Geld da ist», sagte Wanka der Deutschen Presse-Agentur.
KIZ

Kultursenator Brosda: Kultur gibt Orientierung in turbulenten Zeiten

Kultursenator Brosda: Kultur gibt Orientierung in turbulenten Zeiten
20. 02. 2017 (dpa) - Hamburg - Für den neuen Hamburger Kultursenator Carsten Brosda (SPD) spielt die Kultur eine immer wichtigere Rolle für die Gesellschaft. «Wir kommen in eine Zeit, in der sich die gesellschaftliche Debatte wieder zunehmend um Sinn- und Orientierungsfragen drehen wird und damit Themen der Kultur offensichtlich stärker mit in den Fokus geraten», sagte der Politiker im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Online

Ich tu, was ich will – Peter Konwitschny inszeniert Werner Egks „Peer Gynt” im Theater an der Wien

Ich tu, was ich will – Peter Konwitschny inszeniert Werner Egks „Peer Gynt” im Theater an der Wien
19. 02. 2017 (Frieder Reininghaus) - Es war fürwahr nicht alles schlecht, was die deutschen Musiktheater zwischen 1933 und der kriegsbedingten Schließung der Theater hervorbrachten. Zu den markantesten Arbeiten auf hohem handwerklichem Niveau gehörte „Peer Gynt“. Der Komponist, der 1901 bei Donauwörth geborene Werner Mayer, nannte sich in seinem Willen zu einer zeitbedingt karrierefördernden Schnittigkeit Werner Egk. Der als hochbegabt eingestufte Musiker, seit 1936 an der Berliner Staatsoper als Kapellmeister tätig, reduzierte das einst im Theaterrepertoire fest verankerte dramatische Gedicht Henrik Ibsens mit Geschick und schrieb ihm eine neusachlich inspirierte, moderat moderne Musik zu, die erst im neunten und letzten Bild dem kompositorischen Über-Ich Richard Strauss offen huldigt.

Personalia

Menschen

KIZ

Bayerischer Liedermacher Georg Ringsgwandl erhält Weltmusikpreis 2017

20.02.17 (dpa) -
Rudolstadt - Der Deutsche Weltmusikpreis Ruth geht in diesem Jahr an den bayerischen Liedermacher und Kaberettisten Georg Ringsgwandl. Der in Bad Reichenhall geborene Künstler besitze die Fähigkeit, die Eigenheiten seiner bayerischen Heimat seinen Landsleuten vor Augen zu führen und sie auch den Nichtbayern verständlich zu machen, begründete die Jury ihre Entscheidung laut Mitteilung vom Montag.

Dossier

Fluchtort Deutschland

„Die Debatte um die Integration der Geflüchteten ist sehr oft scheinheilig. Niemand im Kulturbereich bestreitet die Notwendigkeit von Integra­tion, doch nur wenige wollen sich mit der Frage beschäftigen, in was integriert werden soll. Mit blumigen Andeutungen quälen wir uns durch die Debatten.“ Olaf Zimmermann
Frauen in der Musik In der Ausgabe 10/2016 hat sich die nmz in vielen Facetten mit dem Thema „Frauen im Kulturbetrieb“ ...
Junge Komponisten im Portrait Die neue musikzeitung stellt junge Komponistinnen und Komponisten in Einzelportraits vor.
SWR-Orchesterfusion Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR...
El Sistema: das venezolanische Modell elektrisiert die Musikwelt Kaum ein musikpädagogisches Projekt hat in den vergangenen Jahren weltweit so viel Echo ausgelöst wie „...
Musikhochschulen Anlässlich der 141. Ausgabe des Musikmagazins taktlos zum Thema „Studium bolognese“ haben wir ein...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Detmold: Absolventen verabschiedet - Am letzten Freitag fand das Wintersemester mit der feierlichen Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen im Detmolder Sommertheater seinen...
Hamburg (HfMT): Die HfMT Hamburg trauert um Prof. Stephan Diez - Stephan Diez, geboren 1954, wuchs in Berlin auf und war in den 70er und 80er Jahren als Studiomusiker, Komponist und Arrangeur in München sehr aktiv...
Lübeck (MHL): Lions-Förderpreisträger stellen sich vor - Den diesjährigen Förderpreis des „Lions Club Lübeck Liubice“ erhalten die Bratschistin Erika Cedeno Campos und der Pianist Seungwoo Baek. Am Dienstag...
Hamburg (HfMT): Instrumentalpädagogik an der HfMT - Dazu Prof. Hans-Georg Spiegel, Prodekan des Studiendekanats 3 der HfMT: "Individualität wird bei uns groß geschrieben! Als Hauptfach können...
Detmold: Trompeter gewinnen LIONS-Musikpreis - Drei Detmolder Studierende mit Hauptfach Trompete aus der Klasse von Prof. Klaus Jürgen Bräker haben am LIONS-Musikwettbewerb teilgenommen und Preise...

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Förderverein plant Petition gegen Stellenabbau bei Orchester

Förderverein plant Petition gegen Stellenabbau bei Orchester
18. 02. 2017 (dpa) - Rostock - Die Philharmonische Gesellschaft will sich mit einer Petition gegen die Kürzungspläne für die Norddeutsche Philharmonie Rostock an den Landtag wenden. Der Vorsitzende des Orchester-Förderverein, Thomas Diestel, bezeichnete die Pläne am Freitag in Rostock als «einfach skandalös». Sie sehen vor, das Orchester von derzeit 73 auf 59 Stellen zu verkleinern.
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Sex-Skandal im Weißen Haus - Neuinszenierung von «Semele»

Sex-Skandal im Weißen Haus - Neuinszenierung von «Semele»
18. 02. 2017 (dpa) - Karlsruhe - Sex und Macht - ein zeitloses Thema. Zum Auftakt der Karlsruher Händel-Festspiele hat Regisseur Floris Visser das mehr als 270 Jahre alte Werk «Semele» ins Weiße Haus verlegt und auf den früheren US-Präsidenten Bill Clinton und Praktikantin Monica Lewinsky übertragen. Am Freitagabend hatte die Neuinszenierung des Dramas unter dem Dirigat von Christopher Moulds Premiere am Badischen Staatstheater.
Online

Vom Zauber des Augenblicks – Münchens Gärtnerplatztheater entstaubt Kálmáns „Faschingsfee“

Vom Zauber des Augenblicks – Münchens Gärtnerplatztheater entstaubt Kálmáns „Faschingsfee“
18. 02. 2017 (Wolf-Dieter Peter) - Leichte-Muse-Quiz: Welche Operette spielt in München? Ja, Paris, Budapest, Wien und Berlin fallen dem Liebhaber der leicht geschürzten Muse sofort ein – aber diese Bier-Hauptstadt? Doch nach dem Welterfolg der „Csárdásfürstin“ 1915 wurde Emmerich Kálmán bestürmt – und seine so theatererfahrenen wie umtriebigen Librettisten Willner und Österreicher spiegelten die Handlungsstruktur des vorausgegangenen Csárdás-Erfolges „standesverkehrt“ ausgerechnet in den Münchner Fasching von 1917…
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Disparates in Einklang gebracht – Tobias PM Schneid und Johannes Kalitzke in München

Disparates in Einklang gebracht – Tobias PM Schneid und Johannes Kalitzke in München
18. 02. 2017 (Reinhard Palmer) - Die Bayerische Akademie der Schönen Künste stellt neue Mitglieder sowie das österreichische ensemble für neue musik vor. „Ein Konzert ist eine Singularität“, hob Nikolaus Brass gleich zu Beginn die Einmaligkeit des Live-Erlebnisses hervor. In seiner Moderation lag ihm viel daran, wieder an die grundsätzlichen Dinge zu erinnern. Nicht dass es hier bei der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in der Münchner Residenz jemand nicht längst gewusst hätte.
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Jugend musiziert – eine Lebensaufgabe - Der Geiger, Musik- und Hochschulleiter, Kulturpolitiker und Verbandschef Reinhart von Gutzeit wird 70

Jugend musiziert – eine Lebensaufgabe
18. 02. 2017 (Ulrich Rademacher) - Schon als 18-Jähriger „durfte“ Reinhart von Gutzeit (geb. am 18. Februar 1947) an seiner Ur-Musikschule in Meerbusch Geige unterrichten. Immerhin hat die renommierte Geigerin Petra Müllejans vom Freiburger Barockorchester damals ihre ersten Schritte in seiner Klasse gemacht. Auch sein Schulmusik- und Germanistikstudium brachten ihn nicht von der Musikschule-Straße ab.
Titelseite der nmz 2017/02.
Theo Geißler zu Glück und Unglück der Kulturfinanzierung

Babylon

(Theo Geißler) Der Medien-Hype in Sachen Eröffnung Hamburgs recht hochpreisiger Elbphilharmonie (Seite 3) scheint den erhabenen Künsten höchst Positives zu signalisieren. Zur Optimierung ihrer Präsentation scheuen Kommunen und Bundesländer, geschweige denn wir Steuerzahler, keine Kosten und Mühen. Wenn man dann die Schlangen von Honoratioren, Politikern, Wirtschaftsfürsten, Stars und Sternchen – viele vermutlich mit Freikarten versehen – in den schicken Musentempel wallen sieht, fühlt man sich vor der heimischen Glotze als Kulturmensch fast stolz. Gibt es ein intensiveres Signal gesellschaftlicher Anerkennung schöpferischer Potenz, allumfassender Herzensbildung als eine cheops-pyramidonale Heimat aus Glas und Beton, deren akustische Qualität dann auch von einschlägigen Koryphäen des Taktstockes maximal gepriesen wird? Soweit – so fragwürdig.
Magazin: Nächtlicher Chat mit Theo Geißler - Der Verleger und nmz-Herausgeber feiert seinen 70. Geburtstag
Dossier: Das Radio der unbegrenzten Möglichkeiten? - Musikstreaming – eine Bestandsaufnahme
Musikleben: Genreübergreifende Klangspuren - Der Produzent Wolfgang Hirschmann wurde 80
Kommentar/Glosse: Blabla-Schwäche - Cluster 2017/02 - Gordon Kampe
Berichte: In Pampers zum Inferno - Szenische Uraufführung von Moritz Eggerts Oper „Freax“ in Regensburg
Pädagogik: Aufwind für das Singen - Neukonzeption „Chorleitung“ an der Bundesakademie Trossingen
Rezensionen: Tanzend, flüchtend und verspielt - Kreatives, wehmütiges und fröhliches Violin-Zusammenspiel
Verbände: Den inneren Kern unserer Gesellschaft bestimmen - Olaf Zimmermann im Gespräch über die neu gegründete Initiative kulturelle Integration

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Festival präsentiert Uraufführungen von Schostakowitsch-Musik

Festival präsentiert Uraufführungen von Schostakowitsch-Musik
17. 02. 2017 (dpa) - Dresden/Gohrisch - Die Internationalen Schostakowitsch Tage in Gohrisch (Sächsische Schweiz) avancieren in diesem Jahr zum Uraufführungsfestival. Bei der 8. Ausgabe des Musikfestes (22. bis 25. Juni) erklingen gleich vier Werke erstmals vor Publikum, darunter drei Orchester-Zwischenspiele für Schostakowitschs Oper «Die Nase».
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Frankfurter Musikpreis 2017 geht an David Garrett

Frankfurter Musikpreis 2017 geht an David Garrett
17. 02. 2017 (dpa) - Frankfurt/Main - David Garrett erhält den Frankfurter Musikpreis 2017. Der 36-jährige Geiger führe mit seinen Crossover-Projekten zahllose Menschen an die klassische Musik heran, begründete am Donnerstag das Kuratorium die Ehrung. Der in Aachen geborene Garrett verkaufte im Laufe seiner Karriere bereits über 2,5 Millionen Tonträger, die ihm allein in Deutschland zwölf Platin- und sieben Goldauszeichnungen einbrachten.
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Händel-Festspiele in Karlsruhe starten mit «Semele»

Händel-Festspiele in Karlsruhe starten mit «Semele»
17. 02. 2017 (dpa) - Karlsruhe - Mit einer Neuinszenierung des Dramas «Semele» startet das Badische Staatstheater 2017 am Freitag (18.00 Uhr) in die 40. Internationalen Händel-Festspiele. Christopher Moulds dirigiert das musikalische Drama in drei Akten. Am 24. Februar folgt die Wiederaufnahme der Oper «Arminio».