Kritik

Wenn Politik auf Oper trifft - oder: eine halbe Sache mit dem ganzen Herzen

23.10.17 (Joachim Lange) - An der Oper Stuttgart führen bei Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ diesmal andere Leute Regie, als die, die eigentlich dafür engagiert waren. Wenn Politik auf Oper trifft, dann macht es manchmal Bumm. Meistens gerät dann ein Teil des Publikums aus der Fassung und brüllt ein kräftiges Buh in Richtung Bühne. Oder verlässt den Saal und knallt mit den Türen. Hierzulande gehört das zum gutbürgerlichen Gefühlshaushalt. Es passiert immer dann, wenn auf der Bühne etwas verhandelt wird, was in Libretto und Partitur so nicht vorgesehen ist. Meist werden ja die gut abgehangenen Schinken präsentiert. Obwohl die sich, bei entsprechender Zubereitung, oft als vorzügliche Delikatessen und Anreger fürs Nachdenken über das Hier und Heute herausstellen. Oder bei Novitäten so fern der unmittelbaren Lebenserfahrung bleiben, dass der Konsens beim Publikum quasi ausgemachte Sache ist.

Kritik

Schnecke und Spiegelung – „THE MARK ON THE WALL“ – Musiktheater von Stepha Schweiger

23.10.17 (Hans-Peter Graf) - Sitzplatz oder Spielfläche? Erst war noch der Zugriff auf freie Stellen im Theaterraum zu klären, damit Stepha Schweigers gut 100-minütiges Stück, das bereits auf dem diesjährigen Tête à Tête Opern Festival in London konzertant erstaufgeführt wurde, nun auch als szenische Uraufführung in der drangvollen Enge des Acker Stadt Palastes Berlin über die Bühne gehen konnte.

Aktuelles

KIZ

Deutscher Musikrat – Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Appell des Deutschen Musikrates an die Ministerpräsidenten der Länder

Deutscher Musikrat – Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Appell des Deutschen Musikrates an die Ministerpräsidenten der Länder
23. 10. 2017 (PM - Deutscher Musikrat) - Die Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrates fordern in einer gemeinsamen Resolution von den Ministerpräsidenten der Länder, die politische Sicherung der grundgesetzlich gebotenen Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die ARD muss unangetastet ihrem Auftrag auf unabhängiges und Vielfalt sicherndes Sendeangebot nachkommen können.
KIZ

Protest an der Oper - Künstler fordern Freiheit für Serebrennikow

Protest an der Oper - Künstler fordern Freiheit für Serebrennikow
23. 10. 2017 (dpa) - Stuttgart - Mitarbeiter der Oper Stuttgart und russische Künstler haben am Sonntag Freiheit für den in Moskau in Hausarrest sitzenden Regisseur Kirill Serebrennikow gefordert. An der Fassade des Opernhauses brachten Künstler ein Banner mit der Aufschrift «Free Kirill» an. Intendant Jossi Wieler trug ein T-Shirt mit dieser Aufschrift samt Porträt des Künstlers.
KIZ

Orchesterkonzert zum Abschluss der Donaueschinger Musiktage

Orchesterkonzert zum Abschluss der Donaueschinger Musiktage
23. 10. 2017 (dpa) - Donaueschingen - Neue Orchesterwerke des Italieners Ivan Fedele, des Briten Benedict Mason und anderer werden bei den nächsten Donaueschinger Musiktagen zu hören sein. 2018 soll zudem erstmals die SWR Big Band zu Gast sein, wie das Festival zum Abschluss der diesjährigen Veranstaltungsreihe am Sonntag mitteilte. Die Musiktage sollen im nächsten Jahr vom 18. bis 21. Oktober stattfinden.
KIZ

Frankfurter Opern-Intendant: Nicht an Bühnentechnik sparen

Frankfurter Opern-Intendant: Nicht an Bühnentechnik sparen
23. 10. 2017 (dpa) - Frankfurt/Main - In der Debatte um die maroden Städtischen Bühnen in Frankfurt haben die Intendanten Bernd Loebe und Anselm Weber davor gewarnt, an der Bühnentechnik zu sparen. Das würde auch den Vorführungen den Zauber nehmen, warnte Opern-Intendant Loebe bei den diesjährigen Römergesprächen.
KIZ

Theaterreform-Gegner hoffen auf Einlenken: «Keine Gleichbehandlung»

Theaterreform-Gegner hoffen auf Einlenken: «Keine Gleichbehandlung»
23. 10. 2017 (dpa) - Neustrelitz/Schwerin (dpa/mv) - Die Gegner der Theaterreform im Osten Mecklenburg-Vorpommerns hoffen weiter auf eine eigenständige Lösung für die Theater und Orchester. «Die Regierungsparteien haben in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass die Landesteile Mecklenburg und Vorpommern gleich behandelt werden sollen», sagte Marco Zabel als Sprecher des Theaternetzwerks Mecklenburgische Seenplatte in Neustrelitz.

Personalia

Menschen

KIZ

Thomas Zehetmair ab 2019 neuer Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters

23.10.17 (dpa) -
Stuttgart - Der Violinist und Dirigent Thomas Zehetmair (55) übernimmt 2019 die musikalische Leitung des renommierten Stuttgarter Kammerorchesters. Am Donnerstag wurde der Österreicher als Nachfolger von Matthias Foremny in der Stuttgarter Bachakademie vorgestellt. Zehetmair war von 2002 bis 2014 Chefdirigent der Royal Northern Sinfonia in England.

Dossier

Umfrage: Kastriert Kapitalismus Kreativität?

Unter dem Titel „Wieviel Ökonomie braucht die Musik?“ findet am Freitag, 20. Oktober 2017 der öffentliche Teil der Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrats statt. Im Zentrum steht unter anderem folgende Frage: „Inwiefern kann die zunehmende Ökonomisierung unserer Gesellschaft mit künstlerischer Kreativität vereinbart werden?“ Die nmz-Redaktion ließ sich vom Thema zu einer Umfrage unter Kreativen inspirieren. Etwas verschärft fragten wir „Kastriert Kapitalismus Kreativität?“
Bundestagswahl 2017 Eine Informationen und Kommentare zum Thema Bundestagswahl 2017. Positionen, Meinungen, Analysen, Wahlprüfsteine...
Fluchtort Deutschland „Die Debatte um die Integration der Geflüchteten ist sehr oft scheinheilig. Niemand im Kulturbereich...
Frauen in der Musik In der Ausgabe 10/2016 hat sich die nmz in vielen Facetten mit dem Thema „Frauen im Kulturbetrieb“ ...
Junge Komponisten im Portrait Die neue musikzeitung stellt junge Komponistinnen und Komponisten in Einzelportraits vor.
SWR-Orchesterfusion Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Departement Musik der Kalaidos Fachhochschule: 1. Preis im Internationalen Bachwettbewerb in Köthen - Philipp Hahn, der an der Kalaidos Musikhochschule in der Klavierklasse von Prof. Grigory Gruzman unterrichtet wird, gewann den 1. Preis in der...
Lübeck (MHL): Gewinnerin des MHL-Dirigentenwettbewerbs - Die MHL-Studierende Ya-Chuan Wu hat beim hochschulinternen Dirigenten-Wettbewerb gewonnen und darf am 18. November das Lübecker Kammerorchester...
Detmold: Akademiestelle bei den Berliner Philharmonikern - Erstmalig wurde ein Student der Tubaklasse von Prof. Paul Halwax infolge eines gewonnenen Probespiels als Akademist bei den Berliner Philharmonikern...
Lübeck (MHL): Inklusionscampus zum Thema Sensomotorik startet an der MHL - Am Donnerstag, 26. und am Freitag, 27. Oktober lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) jeweils ganztägig zum Auftakt ihres diesjährigen „...
Detmold: Musikwissenschaftlerin erhält Universitätspreis - Die Musikwissenschaftlerin Agnes Seipelt wurde beim diesjährigen Absolvententag der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Paderborn mit...

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Musiknetzwerke in Konfliktregionen aufbauen - Neues vom Musik-Entwicklungsprojekt „Music In Africa Connects“ · Von Kalin Pashaliev

Musiknetzwerke in Konfliktregionen aufbauen
22. 10. 2017 (Kalin Pashaliev) - Während der afrikanische Kontinent eine unheimliche Vielzahl und Diversität an musikalischen Stilrichtungen, Strömungen und Aktivitäten beheimatet, fehlte es vielerorts bislang an den notwendigen Strukturen, um es Musikern zu ermöglichen, ihren Beruf in angemessener Weise ausüben zu können und den eigenen Lebensunterhalt durch die Musik zu verdienen. Um diese Situation zu verändern, ist die Web-Plattform „Music In Africa“, eine gemeinsame Initiative des Goethe Instituts und der Siemens Stiftung, nach mehreren Jahren der intensiven Vorbereitung nun seit 2015 online.
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Donaueschinger Musiktage 2017 – Samstag

21. 10. 2017 (nmzMedia) -

Der Samstag stand in Donaueschingen im Zeichen der Ensembles und kleineren Besetzungen. Das Ictus Ensemble bot in Hanna Eimermachers Werk „CUT“ eine Performance für Ohr und Auge, und Eugene Chadbourne verblüffte in „German Country and Western“ mit seiner ganz persönlichen Annäherung an Bachs Goldberg-Variationen.

KIZ

Martin Maria Krüger zum Präsidenten des Deutschen Musikrates wiedergewählt

Martin Maria Krüger zum Präsidenten des Deutschen Musikrates wiedergewählt
21. 10. 2017 (PM - Deutscher Musikrat) - Die Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrates hat Martin Maria Krüger heute im Abgeordnetenhaus von Berlin mit großer Mehrheit zum Präsidenten des Deutschen Musikrates wiedergewählt. Krüger wird seine vierte Amtszeit für weitere vier Jahre antreten.
KIZ

Verbesserte Arbeitsbedingungen für KünstlerInnen am Theater – Bühnenverein und Gewerkschaften erhöhen Mindestgage und stärken Schwangerenschutz

Verbesserte Arbeitsbedingungen für KünstlerInnen am Theater – Bühnenverein und Gewerkschaften erhöhen Mindestgage und stärken Schwangerenschutz
21. 10. 2017 (PM - VdO) - Für KünstlerInnen an deutschen Theatern gelten ab 1. April 2018 verbesserte Arbeitsbedingungen: Unter anderem wird der Schutz für schwangere Künstlerinnen deutlich gestärkt und die Mindestgage auf 2.000 Euro erhöht. Darauf einigten sich die Künstlergewerkschaften Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) und Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V. (VdO) mit dem Deutschen Bühnenverein als Arbeitgeberverband.
Online

Uraufführung von Moritz Eggerts „La Bettleropera“ in der Neuköllner Oper

Uraufführung von Moritz Eggerts „La Bettleropera“ in der Neuköllner Oper
21. 10. 2017 (Peter P. Pachl) - Eine der ersten Produktionen der vor 1977 von Winfried Radeke gegründeten Neuköllner Oper war damals die „Bettleroper“, und zur Feier des 40-jährigen Jubiläums wurde eine neue Version angekündigt als „ein Großstadtcomic nach John Gay’s ‚The Beggar’s Opera’“. Für die Neukomposition der multilingualen deutsch-italienischen Koproduktion mit dem Balletto Civile wurde der Komponist Moritz Eggert gewonnen, dessen Komposition das Auseinanderklaffen des engagierten, aber über Semiprofessionalität kaum herausreichenden Ensembles um so deutlicher hervorkehrt.
Titelseite der nmz 2017/10.
Gegen die Kälte angehen und kulturelle Berührungspunkte schaffen · Von Martin Hufner

Nur nicht den Kopf in den Sand stecken

(Martin Hufner) Für viele war das Ergebnis der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag ein Schock. Der Souverän hat entschieden in recht umfangreichem Maße seine Souveränität abzugeben. Eine Partei, deren „vornehmstes“ Ziel es ist, Angst und Hetze zu produzieren – auch innerhalb der Partei selbst –, ist erstmalig in den Bundestag eingezogen. Dass das nicht weit führt, ist schon am ersten Tag nach der Wahl offensichtlich. Mandatsträger steigen aus, es wird gemobbt, wo es sich einrichten lässt. Zukunftsbewältigung sieht anders aus.
Magazin: Wieder kein Erster Preis für Gitarristen - Der ARD-Wettbewerb bleibt seinen Traditionen treu
Dossier: Musiknetzwerke in Konfliktregionen aufbauen - Neues vom Musik-Entwicklungsprojekt „Music In Africa Connects“ · Von Kalin Pashaliev
Musikleben: Zum Dienstleister degradiert - Zu den neuen Unterrichtsverträgen für freie Musikpädagogen
Kommentar/Glosse: Na dann - Ferchows Fenstersturz 2017/10
Berichte: Zwischen alten und neuen Klang- und Denkwelten - Monteverdi und Yun beim Musikfest Berlin
Pädagogik: Das Ehrenamt stärken - Die Bundesakademie Trossingen bietet Weiterbildungen zu Vereins- und Verbandspilot*innen an
Chorszene: Auf dem Sprung nach Hannover ? - Eindrücke von der vierten Ausgabe der chor.com – der letzten in Dortmund
Rezensionen: Noten-Tipps 2017/10 - Georg Philipp Telemann: Methodische Sonaten für Flöte oder Violine und Continuo
Verbände: Eine unverbrüchliche Verbindung - Die Deutsche Stiftung Musikleben wird 55 Jahre, die Ponto-Stiftung feiert 40. Jubiläum

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Donaueschinger Musiktage 2017 – Freitag

20. 10. 2017 -

Ein Thema der diesjährigen Musiktage ist das Experimentieren mit neuen Konzertformaten. So setzt sich der Regisseur Laurent Chétouane im Konzert „TRANSIT“ mit den unterschiedlichsten Wahrnehmungsebenen des Publikums auseinander, indem er die Zuschauer in eine durch das Konzert führende Choreographie integriert. Das Solistenensemble Kaleidoskop spielt hier unter anderem das „Quartett Nr. 2“ von Michael von Biel und Chiyoko Szlavnics’ „Memory Spaces (appearances)“.

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Lauter, Frauen  - Barbara Haack fordert: „Arsch Huh!“

Lauter, Frauen 
20. 10. 2017 (Barbara Haack) - In Köln gibt es seit vielen Jahren eine Initiative namens „Arsch Huh!“ Für die Nicht-Rheinländer unter unseren Lesern: „Huh“ heißt, ins Hochdeutsche übersetzt, „hoch“. Diese wichtige Initiative kämpft mittels Kunst und Kultur gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Aber natürlich lässt sich dieser Motivations-Ruf auch auf andere Bereiche übertragen. Zum Beispiel auf die Frauen. Auch, wenn manch einer es nicht mehr hören mag! Schließlich haben wir erst kürzlich in der nmz die Quotendiskussion geführt, der Deutsche Kulturrat hat mit seiner Studie „Frauen in Kunst und Kultur“ die Debatte erst richtig angestoßen, der Deutsche Musikrat soeben in seinem „Musikforum“ den Schwerpunkt auf das Thema Geschlechtergerechtigkeit gelegt. Aber bekanntermaßen muss so ein „ceterum censeo“ eben auch mal nerven (dürfen).
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Parsifals Mondfahrt – Jonathan Meeses Inszenierung von Bernhard Langs „Mondparsifal“ in Berlin

Parsifals Mondfahrt – Jonathan Meeses Inszenierung von Bernhard Langs „Mondparsifal“ in Berlin
20. 10. 2017 (Peter P. Pachl) - Angesichts der Tatsache, dass die Absage von Jonathan Meeses in Bayreuth geplanter Inszenierung des „Parsifal“ mit deren finanziellem Aufwand begründet wurde, erscheint die Tatsache, dass dieses Projekt jetzt für je drei Aufführungen in Wien und Berlin – u. a. unterstützt vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, den Wiener Festwochen im Verbund mit den Berliner Festspielen, den Medienpartnern ARTE, Berlinartlink, Monopol, Tagesspiegel, Wall und der York Kinogruppe, sowie eine Reihe weiterer potenter Sponsoren – ohne finanzielle Abstriche finanziert werden konnte, gleichermaßen erstaunlich wie verwunderlich.