Kritik

Der scheidende Intendant tanzt – Flimm inszeniert und spielt Igor Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“ in Berlin

24.04.18 (Peter P. Pachl) - Mit Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ bereitete sich Jürgen Flimm selbst ein Abschiedsfest: zugleich eine Abschiedsinszenierung und eine Abschiedsrolle, bei der er am Ende seinen Hut nochmals in den Ring wirft – respektive seinen Zylinder auf die leer gefegte Spielfläche. Ungeahnte Jahre hat es gedauert, bis Flimm endlich die Staatsoper eröffnen durfte, und dann, in dieser Spielzeit, an der Seite eines Co-Intendanten, der inzwischen bereits im Haus Unter der Linen alleine das Sagen hat, Matthias Schulz.

Kritik

Setzkasten der deutschen Geschichte – Wagners „Lohengrin“ in Brüssel

23.04.18 (Joachim Lange) - An der Brüssler La Monnaie Oper stellt Oliver Py an Richard Wagners „Lohengrin“ eher die alten Fragen, als zu neuen vorzudringen. „Lohengrin“ gehört zum harten Kern jeder Wagnerbegeisterung. Nicht nur bei König Ludwig II. von Bayern und diversen anderen „Großkopferten“. Das fängt schon mit den überirdischen Grasklängen des Vorspiels an. Wenn König Heinrich nach Brabant kommt, eigentlich nur Gefolgsleute im Kampf gegen den bevorstehenden Einfall der kriegerischen Ungarn rekrutieren will und erstmal die Machtfrage an der Schelde klären muss, dann entfaltet sich schönstes Wagnerparlando für Anfänger. Und für Fortgeschrittene.

Aktuelles

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Opern-Intendant hält an «Vision» eines Neubaus in Frankfurt fest

Opern-Intendant hält an «Vision» eines Neubaus in Frankfurt fest
24. 04. 2018 (dpa) - Frankfurt/Main - Der Intendant der Oper Frankfurt will die Idee eines Neubaus der Städtischen Bühnen nicht aufgeben. Oper und Schauspiel am Willy-Brandt-Platz sind marode, in der Stadt wird über Sanierung oder Neubau diskutiert. «Nach meinem Gefühl könnte da mehr Bewegung drin sein», sagte Bernd Loebe am Dienstag bei der Spielplan-Pressekonferenz.
KIZ

Musiker ohne Grenzen gewinnen Primus-Preis des Monats

Musiker ohne Grenzen gewinnen Primus-Preis des Monats
24. 04. 2018 (PM) - Hamburg - Der mit 1.000 Euro dotierte Preis der Stiftung Bildung und Gesellschaft geht im April 2018 an ein Projekt Hamburger Studierender, die im sozialen Brennpunkt Osdorfer Born wöchentlichen Musikunterricht geben.
KIZ

Deutsche Orchesterkonferenz: Professionelle Orchester bereichern mit Musikvermittlung die Gesellschaft

Deutsche Orchesterkonferenz: Professionelle Orchester bereichern mit Musikvermittlung die Gesellschaft
23. 04. 2018 (PM-DOV) - Halle (Saale) – Anlässlich der morgen stattfindenden Deutschen Orchesterkonferenz betont die DOV die enorme Bedeutung der professionellen Orchester und Chöre für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. „Mit ihrem Engagement in der Musikvermittlung leisten öffentlich finanzierte Orchester einen unersetzlichen Beitrag“, sagt DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens.
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Auch Barenboim und Staatskapelle geben Echos zurück

Auch Barenboim und Staatskapelle geben Echos zurück
23. 04. 2018 (dpa) - Berlin - Aus Protest gegen die Auszeichnung der umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang gibt jetzt auch der Dirigent Daniel Barenboim seine Echos zurück. Er habe sich gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin und dem West-Eastern Divan Orchestra zu diesem Schritt entschlossen, teilte der 75-jährige Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden am Montag mit.
KIZ

Antisemitischer Brief Wagners soll in Jerusalem versteigert werden

Antisemitischer Brief Wagners soll in Jerusalem versteigert werden
23. 04. 2018 (dpa) - Jerusalem - Ein Brief des deutschen Komponisten Richard Wagner (1813-1883) mit antisemitischem Inhalt soll am Dienstag in Jerusalem versteigert werden. Es handele sich um ein Schreiben Wagners an den französischen Schriftsteller Édouard Schuré vom 25. April 1869, schrieb das Auktionshaus Kedem auf seiner Webseite.

Personalia

Menschen

KIZ

Hsin-Chien Fröhlich gewinnt den 3. Deutschen Chordirigentenpreis

23.04.18 (PM-DMR) -
Publikum und Jury waren sich einig: Hsin-Chien Fröhlich wurde beim gestrigen Finalkonzert mit dem RIAS Kammerchor sowohl mit dem Jurypreis als auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Zum dritten Mal vergab der Deutsche Musikrat die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Dossier

Umfrage: Kastriert Kapitalismus Kreativität?

Unter dem Titel „Wieviel Ökonomie braucht die Musik?“ findet am Freitag, 20. Oktober 2017 der öffentliche Teil der Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrats statt. Im Zentrum steht unter anderem folgende Frage: „Inwiefern kann die zunehmende Ökonomisierung unserer Gesellschaft mit künstlerischer Kreativität vereinbart werden?“ Die nmz-Redaktion ließ sich vom Thema zu einer Umfrage unter Kreativen inspirieren. Etwas verschärft fragten wir „Kastriert Kapitalismus Kreativität?“
Bundestagswahl 2017 Eine Informationen und Kommentare zum Thema Bundestagswahl 2017. Positionen, Meinungen, Analysen, Wahlprüfsteine...
Fluchtort Deutschland „Die Debatte um die Integration der Geflüchteten ist sehr oft scheinheilig. Niemand im Kulturbereich...
Frauen in der Musik In der Ausgabe 10/2016 hat sich die nmz in vielen Facetten mit dem Thema „Frauen im Kulturbetrieb“ ...
Junge Komponisten im Portrait Die neue musikzeitung stellt junge Komponistinnen und Komponisten in Einzelportraits vor.
SWR-Orchesterfusion Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Detmold: CD-Debüt von Adela Liculescu - Vor über einem halben Jahr hatte die rumänische Pianistin Adela Liculescu (25) als eine von zweien den 1. Preis im Brahms-Klavierwettbewerb Detmold...
Detmold: 2. Preis in Bamberg - Beim Wettbewerb "International Marimba Festiva Congress and Competition Bamberg", der vom 3. bis 6. April stattfand, gewann I-Lin Tsai (...
Detmold: Unterrichten zwischen Lust und Frust - Heute und morgen richten Angehörige der Hochschule ein Symposium unter dem Titel „Unterrichtslust – Arbeitsfrust?“ mit zahlreichen geladenen Gästen...
Departement Musik der Kalaidos Fachhochschule: Weiterbildungsangebot der besonderen Art - Wir bieten am 05. Mai 2018 eine Weiterbildung mit zwei Modulen an, eines mit dem Musikjournalisten Peter Korfmacher, Kulturchef der Leipziger...
Lübeck (MHL): Gesprächskonzert „Chopin und die polnische Volksmusik“ - Zu einem Gesprächskonzert mit dem renommierten polnischen Pianisten Professor Andrzej Pikul lädt die MHL am Dienstag, 24. April ein. Ab 20 Uhr steht...

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Jüngste Teilnehmer siegen bei Junior-Finale der «Geigen-Olympiade»

Jüngste Teilnehmer siegen bei Junior-Finale der «Geigen-Olympiade»
23. 04. 2018 (Christiane Oelrich) - Genf - Die jüngsten Teilnehmer haben beim Junioren-Finale des renommierten Menuhin-Geigenwettbewerbs die Konkurrenz in den Schatten gestellt. Christian Li (10) aus Australien und Chloe Chua (11) aus Singapur gewannen am Freitagabend in Genf gemeinsam den ersten Preis. Unter den sechs Finalisten kam die zwölfjährige Clara Shen aus München auf Platz vier.
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Dirigent Hartmut Haenchen mit Richard-Wagner-Preis geehrt

Dirigent Hartmut Haenchen mit Richard-Wagner-Preis geehrt
23. 04. 2018 (dpa) - Leipzig - Der Dirigent Hartmut Haenchen erhält den mit 10 000 Euro dotierten diesjährigen Preis der Leipziger Richard-Wagner-Siftung. Der gebürtige Dresdner soll die Auszeichnung während der Wagner-Festtage im Mai in Leipzig entgegennehmen, wie die Stiftung mitteilte. Haenchen habe sich in seinem Schaffen immer wieder mit Wagners Spuren beschäftigt, begründete der Vorstand die Entscheidung. Der Preis wird seit 2013 verliehen.
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Polnische Eröffnung – Die 13. Fachmesse jazzahead und ihr Gastland Polen

Polnische Eröffnung – Die 13. Fachmesse jazzahead und ihr Gastland Polen
23. 04. 2018 (Andreas Kolb) - Wie in den Jahren zuvor moderierte der künstlerische Leiter der Fachmesse jazzahead, Peter Schulze, die Rednerliste der Eröffnungsveranstaltung an. Messechef Hans-Peter Schneider war sichtlich bewegt, zum 13. Mal seine Erfindung – eine Fachmesse für den Jazz mit angeschlossenem Festival – eröffnen zu können. Bremens Bürgermeister und Kultursenator Carsten Sieling konnte immerhin schon auf zwei Jazzahead-Eröffnungen innerhalb seiner kurzen Amtszeit verweisen. Doch einer fehlte: Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), ließ wegen des Skandals um den ECHO für Kollegah und Farid Bang seine Ansprache ausfallen.
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Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 23.04. bis 29.04.2018

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 23.04. bis 29.04.2018
22. 04. 2018 (mh) - Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 17. Schwerpunkte: Schwerpunkt der Woche ist die ausführliche Berichterstattung aus Witten. Drei Abende lang gibt es Uraufführungen, Erstaufführungen, Letztaufführungen … Selten direkt erwähnt hier: Die Nachtmusiken im Bayerischen Rundfunk mit Bayerischen und Fränkischen Komponistinnen.
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Rebell, Visionär, Bewahrer, Erneuerer – Jean Guillou in der Elbphilharmonie

Rebell, Visionär, Bewahrer, Erneuerer – Jean Guillou in der Elbphilharmonie
21. 04. 2018 (Guido Krawinkel) - Bezeichnend ist es allemal, dass das Geburtstagskonzert für Jean Guillou in Hamburg stattfindet – und nicht etwa in Paris. Das Verhältnis des Maître – so huldvoll tituliert man jenseits der Grenze verdiente Organisten – zu seinem Heimatland ist ein Kapitel für sich, eines, das nicht nur Lobeshymnen enthält. Das Sprichwort vom Propheten, der im eigenen Land wenig gilt, bewahrheitet sich hier einmal mehr.
Titelseite der nmz 2018/04.
Alle wollen kulturelle Bildung – aber wer gestaltet und wer bezahlt sie? · Von Barbara Haack

Vertrauensentzug Projektförderung

(Barbara Haack) „Kulturelle Bildung“ heißt in dieser Ausgabe unser Schwerpunktthema, über das wir in Berlin mit drei Fach-Menschen diskutiert haben (Seiten 19–21). Es mag an der Zusammensetzung dieser Runde liegen, aber auch die aktuelle Situation des Themas widerspiegeln, dass die „Musikvermittlung“ gegenüber den klassischen Feldern der musikalischen Bildung deutlich mehr Raum einnimmt.
Magazin: Musik muss zunächst einmal überhaupt nichts - Der Pianist Igor Levit im Gespräch über die Freiheit des Interpreten und politisch-musikalische Diskurse
Dossier: Vielfältige Lernprozesse in Gang gesetzt - „Kultur macht stark“: ein Rück- und Ausblick auf das bislang größte Programm zur kulturellen Bildung
Musikleben: Botschafterin für Frieden und Humanismus - Preis der Dresdner Musikfestspiele für die Mezzosopranistin Joyce DiDonato
Kommentar/Glosse: Das zischende Geräusch der Schockstarre - Absolute Beginners 2018/04
Berichte: Wenn die Klappen klickern - Zum Deutschen Musikwettbewerb „Komposition“
Pädagogik: Stetig gewachsenes Misstrauen - Die Rektorin der Dresdner Musikhochschule ist zurückgetreten
Chorszene: Dreißig Personen brauchen keinen Dirigenten - Chöre in Bewegung: Eindrücke vom Festival Chor@Berlin
Rezensionen: Vermächtnis des Musikvermittlers Gerd Albrecht - Die DVD-Edition „Open Your Ears – Wege zur Neuen Musik“
Verbände: Breites musikalisches Bildungsangebot - Zum Schulbeginn 2018: Interkommunale Musikschule Holzwinkel und Altenmünster e.V.

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Stellungnahme der VdO zum Fall István Simon am Semperoper Ballett

Stellungnahme der VdO zum Fall István Simon am Semperoper Ballett
20. 04. 2018 (Gerrit Wedel) - Der Fall des Ersten Solisten am Semperoper Ballett István Simon hat Aufsehen erregt. Die Semperoper hat ihm – nach zwei Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht Dresden – die fristlose Kündigung ausgesprochen. Der Grund: „Zerstörung des Vertrauensverhältnisses“. Die Vereinigung deutscher Opernchorsänger und Bühnentänzer (VdO) nimmt zu diesem Vorgang Stellung, nachdem in den Medien teilweise einseitige, unvollständige oder sogar unrichtige Behauptungen veröffentlicht wurden:
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Hurra, er ist da! – Das Pumuckl-Musical an Münchens Gärtnerplatztheater uraufgeführt

Hurra, er ist da! – Das Pumuckl-Musical an Münchens Gärtnerplatztheater uraufgeführt
20. 04. 2018 (Wolf-Dieter Peter) - Ein wochenlanger, schwerer Fall von Epidemie am Gärtnerplatztheater: nahezu alle Abteilungen waren betroffen; lange Schlangen aus Werkstätten, Verwaltung und freiem künstlerischen Personal vor – nein, in den Seitengassen der Probenräume. Ein ganzes Theater schien vom „Pumuckl“-Fieber befallen, denn selbst die ergrauten Mitarbeiter waren mit dem irrlichternden Rotschopf großgeworden, erst recht ihre Kinder und Enkel – via Radio, auf Schallplatte oder Kassette und dann ab den 1980er Jahren im Fernsehen… alle wollten miterleben, wie er anfing, jetzt die Bühne zu erobern.
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Staatsoper Hannover: Auf die Rap-Oper folgt die App-Oper

Staatsoper Hannover: Auf die Rap-Oper folgt die App-Oper
20. 04. 2018 (dpa) - Hannover - Nach der preisgekrönten Inszenierung einer Rap-Oper vor zehn Jahren wagt sich die Staatsoper Hannover an eine App-Oper. Die für Smartphones entwickelten Anwendungen seien auch in die Welt der Musik vorgedrungen, indem sich klassische Instrumente imitieren oder neuartige Klänge produzieren lassen, teilte die Oper am Donnerstag mit.