Breit aufgestelltes Bildungsangebot

Zum Bildungsangebot der Musikakademie des Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB)


(nmz) -
In der BDB-Musikakademie in Staufen stehen die Zeichen auf Veränderung. 2020 wird das Bildungshaus des Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB) in Staufen einen Neubau beziehen. Dieser soll der steigenden Nachfrage nach qualifizierter Fortbildung gerecht werden und dem Bildungshunger in der Amateurmusik Rechnung tragen. Dass auch im Bildungsangebot Bewegung steckt, das stellt das neue Kursprogramm der BDB-Musikakademie unter Beweis.

„Bildung, die bewegt“ – das ist das Motto der BDB-Musikakademie. Nicht von Ungefähr. Denn das Bildungsangebot will in der Tat etwas in Bewegung bringen: es will die Qualität steigern und die Zukunftsfähigkeit erhöhen. In den Orchestern und Mitgliedsvereinen und darüber hinaus. Können doch in der BDB-Musikakademie alle Instrumentalisten vom Amateurmusiker über den Instrumentallehrer bis hin zum Profi ihre instrumentalen Fähigkeiten vertiefen und sich in Bildungsangeboten, die von Workshops über Bildungsfestivals bis hin zum berufsbegleitenden Dirigierstudium „Metafoor“ reichen, weiterbilden. Auch Fortbildungen im überfachlichen Bereich machen sich bezahlt. Nicht nur für Vereinsverantwortliche.
Während es für diese immer mehr zur Notwendigkeit wird, sich in den Bereichen Vereinsverwaltung, Finanzen, Nachwuchsgewinnung, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Kulturmanagement zu professionalisieren, können andere für ihr Berufsleben profitieren. In Bewegung, „am Ball“ und „im Flow“ zu bleiben, ist indes auch für die BDB-Musikakademie unverzichtbar. Ihr ständiges Bemühen, bestehende Formate auszubauen und neue zu entwickeln, mündete auch 2018 wieder in ein innovatives und vielseitiges Kursprogramm. Besonderen Stellenwert haben darin die Bildungsfestivals. Nachdem die etablierten Festivals bereits 2017 Zuwachs durch die Klarinettentage bekommen haben, wird es auch 2018 einen Neuling geben: SaxoPhonia.

Aus Saxofourte wird SaxoPhonia

Nach sieben erfolgreichen Jahren wird der Intensivkurs für Saxophonisten zu einem Festival ausgebaut, aus Saxofourte wird SaxoPhonia. Intensiv bleibt es aber dennoch. Das, was den Kurs in der Vergangenheit ausmachte, wird auch im neuen Format groß geschrieben. Mehr noch. Auch die Vielfalt wird größer. Neben zahlreichen thematischen Workshops, Meisterkursen und Ensemblespiel wird es ab diesem Jahr mit sax4you erstmals ein eigenes Angebot für Kinder und Jugendliche geben. Außerdem wird sich das Programm stilistisch öffnen, die Tür aufgestoßen für den Jazz und der Teppich ausgerollt für Nigel Hitchcock. Der britische Ausnahme-Saxophonist, der schon mit Größen wie Ray Charles und Mark Knopfler auf der Bühne stand, wird das Dozententeam bereichern und neben Simon Hanrath (klassisches Saxophon) im Meisterkurs Jazzsaxophon unterrichten. Dass die Idee der Bildungsfes­tivals in der Breite gut ankommt, das stellen alljährlich die Schwarzwälder Horntage und die Querwind Flötentage unter Beweis. Auch die Klarinettentage haben unter der Künstlerischen Leitung von Professor Kilian Herold (MSH Freiburg) mit ausgebuchten Meisterkursen, interessanten Workshops und einem spannenden Kooperationsprojekt mit der Kompositionsklasse der Musikhochschule Freiburg eine erfolgreiche Premiere hingelegt.

Was die Bildungsfestivals attraktiv macht, ist die Tatsache, dass hier Alt und Jung, Anfänger und Vollprofis zusammenkommen und nicht der Wettbewerb, sondern das gemeinsame Musizieren und die gegenseitige Befruchtung im Vordergrund stehen. Hier musizieren Hochschulprofessoren mit Instrumentalschülern, erfahrenen Amateurmusikern und Instrumentallehrern gemeinsam im Ensemble. Da bricht nicht nur institutionelles und hierarchisches Denken auf, da entwickelt sich schnell auch eine familiäre Wohlfühlatmosphäre und ein menschliches Miteinander, das der beste Nährboden für Motivation und Leistungswille ist. Und mit Programmen, die von Körperarbeit und Instrumentenpflege über Einzelunterricht und Meis­terkurs bis hin zu Ensemble- und Orchesterspiel reichen, ist das Angebot bei den Festivals so breit wie bei sonst keiner Veranstaltung. Außerdem wird hier konsequent der Grundsatz „Spitze für die Breite“ gelebt. Auch 2018 kommen wieder namhafte Solisten und Hochschulprofessoren zu den Fes­tivals, um ihr Können und Wissen an Bildungshungrige weiterzugeben. So werden bei den Klarinettentagen Kilian Herold, Alexander Bader und Johannes Gmeinder in den Meisterkursen sowie Anton Hollich und Michael Heitz­ler in den Bereichen Bassklarinette und Klezmer & Jazz unterrichten, während das Dozententeam der Querwind Flötentage von Andrea Lieberknecht, Stephanie Winker und Flötenlegende Peter-Lukas Graf bereichert wird. Bei den Schwarzwälder Horntagen freut sich deren künstlerischer Leiter Peter Arnold neben festen Größen wie Hermann Baumann und den Professoren Christian Lampert und Will Sanders mit Christoph Eß, Frank Lloyd und Mahir Kalmik zwei neue Kollegen begrüßen zu können.

Festivalprogramme auch für Kinder und Jugendliche

Gemeinsames Anliegen ist allen Festivals der Nachwuchs. Unter dem Titel „4you“ bieten alle Festivals Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit Fes­tivalluft zu schnuppern, neue Lehrer und Methoden kennenzulernen, Motivation und viele Impulse für das Üben mit nach Hause nehmen.

Dass im Kursprogramm der BDB-Musikakademie Potential zu noch mehr Festivals steckt, daran lässt Akademieleiter Christoph Karle keinen Zweifel. „Im gleichen Maße wie der Neubau Stein um Stein Gestalt annimmt, werden wir auch das Kursprogramm ausbauen“. Um einen kleinen Vorgeschmack zu geben: der Erfolg des Schlagzeug-Workshops „Drums all inclusive“ mit Anika Nilles und Arno Pfunder hat ihn derart beflügelt, dass er heute schon von einem Bildungsfes­tival rund um das Thema Drums und Percussion träumt.

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