Mainz wird europäischer Jazz-Hub

Der „Jazz Campus Mainz“ ergänzt das Jazzstudium der Hochschule für Musik Mainz


(nmz) -
Im kommenden Jahr 2021 startet an der Hochschule für Musik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit dem „Jazz Campus Mainz“ ein internationales, künstlerisches Coachingprogramm auf höchstem Niveau. Ermöglicht wird dieses hochkarätige, zunächst auf fünf Jahre angelegte Programm durch ein Fellowship des Gutenberg Forschungskollegs für den Leiter der Abteilung für Jazz und Populäre Musik und international renommierten Jazzpianisten Univ.-Prof. Sebastian Sternal.

Der „Campus“ vereint anteilig internationale Exzellenz- und regionale Breitenförderung und bildet diese beiden Bestandteile in zwei Säulen ab: dem „Gutenberg Jazz Collective“ als künstlerisches Ausbildungsprogramm für Young Professionals (herausragende Studierende und Postgraduierte aus aller Welt) und der „Summer School“ als Vorbereitungskurs und Nachwuchsfördermaßnahme für ambitionierte junge Jazzmusiker*innen und Studienanwärter*innen. Diese Projekte ergänzen das bereits bestehende, hervorragende Angebot im Bereich Jazz und Populäre Musik der Musikhochschule: „Mit dem Jazz Campus Mainz wird der Studien- und Jazzstandort Mainz noch deutlicher auf der internationalen Jazz-Landkarte erscheinen“, so der künstlerische Leiter Prof. Sebastian Sternal.

Im „Gutenberg Jazz Collective“ bilden junge, hochtalentierte Musiker*innen aus Europa und der ganzen Welt für jeweils ein Jahr ein 5-köpfiges handverlesenes Spitzenensemble. Dieses Ensemble wird regelmäßig von bekannten und erfolgreichen internationalen Jazzmusiker*innen unterrichtet. Das einjährige Programm dient als „Karriereboost“ und unterstützt die Teilnehmer*innen in der (Weiter-)Entwicklung einer eigenständigen Künstlerstimme. Hinzu kommt ein enormer Vernetzungseffekt für alle Teilnehmer*innen – und nebenbei entstehen natürlich Synergien, die eine Stärkung der Jazz-Standorte Mainz und Rheinland-Pfalz bewirken. Die vier bis sechs Coachingphasen pro Jahr dauern jeweils zirka eine Woche und bestehen aus verschiedenen Modulen wie Workshops unter Leitung von Prof. Sternal und den internationalen Gästen, Einzelstunden, Konzerten des Ensembles mit den Coaches und Recording-Sessions, in denen das künstlerische Endergebnis der einjährigen Weiterbildung festgehalten wird.

Das Programm ist gedacht für Musiker*innen, die bereits in einem musikalisch-künstlerischen Netzwerk ihrer Heimatstadt etabliert sind, ihre instrumentellen und künstlerischen Fähigkeiten im gegenseitigen hochkreativen Austausch mit etablierten Jazzgrößen verbessern und ihr Netzwerk erweitern möchten. So entsteht eine ideale Kombination: Die Teilnehmer*innen können mit ihrer ursprünglichen lokalen Musikszene in Kontakt bleiben und gleichzeitig ein internationales Netzwerk aufbauen. Voraussetzung für die Mitgliedschaft im „Gutenberg Jazz Collective“ ist das erfolgreiche Bestehen einer Audition. Auch die Studierenden der Abteilung für Jazz und Populäre Musik profitieren direkt von diesem Programm, da die internationalen Gäste neben ihrer Workshoptätigkeit für das Spitzenensemble auch Vorträge und Masterclasses im regulären Studienbetrieb halten.

Die „Summer School“ als Instrument der Nachwuchs- und Breitenförderung ist ein jährlich stattfindendes 5-tägiges intensives Coachingprogramm für Jugendliche und junge Erwachsene, die bereits grundlegende Fähigkeiten auf ihrem Instrument erworben haben und ihr Spiel in der Pop- und Jazzmusik verbessern möchten. Sie richtet sich an zwei Zielgruppen. Zum einen an Jugendliche, die ihr Instrument bereits grundlegend beherrschen, aber noch keine größeren Berührungspunkte mit den Themen Improvisation und Ensemblespiel in einer Jazzcombo hatten und hier Erfahrungen und Input sammeln möchten. Zum anderen an ambitionierte Nachwuchsjazzmusiker*innen, die sich gezielt auf eine Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule vorbereiten möchten. Dementsprechend sind einige der Module auch in zwei wählbaren Schwierigkeitsgraden angelegt. Zu den Inhalten zählen unter anderem Instrumentalunterricht im Masterclass-Prinzip, Ensemble-Coaching, Jazztheorie und -hörschulung, Improvisations- und Übekonzeptionen, Jam Sessions, eine Aufnahmeprüfungssimulation und die Möglichkeit sich ausgiebig über ein Studium und den Beruf als Jazzmusiker*in zu informieren. Darüber hinaus besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit des aktiven Austauschs und der Vernetzung sowohl untereinander als auch mit Studierenden und Musiker*innen der Rhein-Main-Jazzszene.

Angesprochen sind junge Musiker*innen aus Rheinland-Pfalz und darüber hinaus, die Klavier, Bass, Gitarre, Schlagzeug, Saxofon, Trompete oder Posaune spielen oder Gesang als Instrument gewählt haben. Die Teilnehmerzahl ist dabei auf max. 32 Personen (max. 8 Teilnehmende pro Instrument) begrenzt. Die Dozent*innen der Summer School sind allesamt renommierte Persönlichkeiten aus dem Hochschulumfeld. Neben der „Summer School“ als zentrales Programm der Breiten- und Nachwuchsförderung sind auf längere Sicht weitere Multiplikatorenprogramme wie Lehrerfortbildungen für Jazzvermittlung und anderes geplant.

Der künstlerische Leiter des „Jazz Campus“-Programms, Prof. Sebastian Sternal, hat mit diesen sich ergänzenden und ineinandergreifenden Bausteinen ein komplexes und sehr durchdachtes Programm geschaffen. Der Hochschulstandort Mainz erhält dadurch zusätzlich regionale, nationale und internationale Strahlkraft. Zahlreiche Synergien zwischen Studierenden, Lehrenden, und dem Nachwuchs der professionellen Jazzszene – in der Region und weltweit – werden möglich. Ein weiteres Ziel ist, das zunächst auf fünf Jahre angelegte Programm zu verstetigen um nachhaltig für Wechselwirkungen und Impulse in alle Richtungen zu sorgen.

Das detaillierte Programm für den Jazz Campus Mainz 2021 wird demnächst unter www.jazzuni.de veröffentlicht.

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