Nachrichten 12/2022-01/2023

ECLAT Festival für Neue Musik | Förderprogramm „Neue Wege“ | Jazzförderung in Baden-Württemberg | Jazzstudie


(nmz) -
Das ECLAT Festival für Neue Musik vom 1. bis 5. Februar 2023 im Theaterhaus Stuttgart +++ Vier Jahre Förderprogramm „Neue Wege“ – Wie das Land NRW zur Profilbildung kommunaler Theater und Orchester beiträgt +++ Jazzförderung in Baden-Württemberg wird weiter ausgebaut +++ Ergebnisse der Jazzstudie 2022 liegen vor +++ Musikfestivals werden in bundesweiter Studie untersucht
Ein Artikel von nmz-rfed

Zeitgenössisches auf sieben Bühnen – Das ECLAT Festival für Neue Musik vom 1. bis 5. Februar 2023 im Theaterhaus Stuttgart

In der Zusammenarbeit mit Künst-ler*innen, deren Ideen sich frei von thematischen oder gar ideologischen Vorgaben entfalten können, beweist sich ECLAT wieder einmal als Festival der Eigen- und Koproduktionen. 2023 sind auf sieben verschiedenen Bühnen im Stuttgarter Theaterhaus konzertante, theatrale, installative, immersive, hybride und multiperspektivische Projekte zu erleben, die Positionen des heutigen Kunstschaffens reflektieren. Als roter Faden zieht sich die Auseinandersetzung mit Sprache und ihrem semantischen wie klanglichen Gehalt durch das Festival. Dabei zeigen die POETRY AFFAIRS, die fünf Dichterinnen und fünf Komponist*innen mit den Neuen Vocalsolisten zusammenführen, an jedem Festivaltag Miniaturen möglicher sprachlich-musikalisch-performativer Allianzen. Seit einigen Jahren arbeitet ECLAT intensiv mit osteuropäischen Künstler*­innen zusammen. In diesem Kontext geht bei ECLAT 2023 die digitale platformB an den Start – ein künstlerisch-experimenteller Raum jenseits von nationaler Vereinnahmung und politisch motivierter Restriktion, wie die Veranstalter betonen. www.eclat.org

Vier Jahre Förderprogramm „Neue Wege“ – Wie das Land NRW zur Profilbildung kommunaler Theater und Orchester beiträgt

„Neue Wege“ ist das landesweite Förderprogramm zur Profilbildung kommunaler Theater und Orchester in NRW. Zurzeit werden 30 auf mehrere Spielzeiten angelegte ambitionierte Projekte in den Sparten Tanz, Musiktheater, Schauspiel und Orches­ter gefördert.

Für das Programm „Neue Wege“ stellte das Kulturministerium NRW in den Jahren 2019 bis 2022 insgesamt 25 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Förderung umfasste im Jahr 2019 2,5 Millionen Euro und stieg bis 2022 jährlich um jeweils weitere 2,5 Millionen Euro an, bis für das Jahr 2022 ein Förderbetrag von 10 Millionen Euro erreicht sein wird.

Die beantragten Projekte können sich auf die Weiterentwicklung bestehender inhaltlicher Schwerpunkte beziehen, Strukturveränderungen initiieren, spartenübergreifend angelegt sein oder Kooperationen mit anderen Kultureinrichtungen oder mit Protagonist*innen aus der freien Szene umfassen. Dabei sind Ideen erwünscht, die darauf zielen, die Vielfalt auf den Bühnen des Landes NRW zu stärken – in der Zusammensetzung der Ensembles, der Orchester und Leitungsstrukturen, in den künstlerischen Programmen oder bei der Gewinnung und Bindung eines neuen Publikums. https://neuewege-foerderung.de

Vom Neckarstrand bis an die Weser – Jazzförderung in Baden-Württemberg wird weiter ausgebaut

Das Kunstministerium unterstützt auch im kommenden Jahr die Jazzlandschaft in Baden-Württemberg mit insgesamt 385.000 Euro. Mehrere Förderprogramme werden wieder neu aufgelegt. Mit ihnen werden nicht nur Auftritte von Jazzmusikerinnen und Jazzmusikern in Baden-Württemberg und darüber hinaus gefördert, sondern auch Jazz-Clubs sowie Jazz-Festivals. Die Antragsverfahren laufen.

Das Land wird im Rahmen der jazz­ahead! 2023 neben dem Programm am Gemeinschaftsstand „Jazz Baden-Württemberg“ Ende April 2023 eine „Baden-Württemberg Clubnight“ veranstalten. Drei Ensembles aus Baden-Württemberg sollen sich dort live präsentieren können. Anträge können beim Jazzverband bis 18. Dezember 2022 eingereicht werden. Bei der Auftrittsförderung in Jazzclubs in Baden-Württemberg handelt es sich um eine Künstlerinnen- beziehungsweise Künstlerförderung zur Aufstockung der Künstlergagen. Anträge müssen bis 31. Januar 2023 beim Jazzverband Baden-Württemberg eingereicht werden.

Bei der Auftrittsförderung außerhalb von Baden-Württemberg haben professionelle baden-würt­tembergische Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker die Möglichkeit, einen Landeszuschuss zu den entstehenden Reise- und Aufenthaltskosten in Verbindung mit Gastspielen in anderen Bundesländern oder im Ausland zu beantragen. Die Anträge können beim Jazzverband bis 15. Januar 2023 eingereicht werden.

Zur Förderung von Jazzfestivals können bis zu 8.000 Euro je Festival beantragt werden, sofern baden-württembergische Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker im Programm vertreten sind. Anträge dürfen bis zum 15. Januar 2023 an das Ministerium gerichtet werden.

Zwischen Festspiel und Spektakel – Musikfestivals werden in bundesweiter Studie untersucht

Eine bundesweite und genreübergreifende Bestandsaufnahme der Musikfestivals in Deutschland ist eines der zentralen Ziele der neuen Studie, die die Bundesstiftung LiveKultur und die Initiative Musik unter fachlicher Einbeziehung des Deutschen Musikinformationszentrums (miz) initiiert haben. Die Vollerhebung zu Musikfestivals will nach Angaben der Initiatoren statistische und inhaltliche Wissenslücken schließen, Förderbedarfe ermitteln sowie Handlungsempfehlungen präsentieren.

Im Fokus der Festivalstudie sollen neben künstlerischer Programmatik und Arbeitsweisen auch wirtschaftliche Kennzahlen, Beschäftigungssituationen, soziale, kulturelle und räumliche Aspekte sowie die Themen Nachhaltigkeit, Diversität und Awareness stehen. Auf der Grundlage einer genreunabhängigen Definition von Musikfestivals soll somit eine essenzielle Datengrundlage für Politik, Wirtschaft, Kulturschaffende und Wissenschaft entstehen. Durchgeführt werden soll die Studie in zwei Befragungswellen ab Frühjahr 2023. Die Veröffentlichung der Studie ist für das Frühjahr 2024 geplant. Ein ers­ter Zwischenbericht soll bereits im Spätsommer 2023 erscheinen.

Dabei soll die deutsche Musikfestivallandschaft in ihrer Gesamtheit untersucht werden – vom sogenannten Taste-Maker beziehungsweise Boutique-Festival über Musikwochen und traditionsreiche Festspiele bis zum Mega-Spektakel mit internationaler Strahlkraft. In ihren Programmen bieten die Festivals ein breites Spektrum an Genres – von allen Spielarten der Populären Musik über Klassik, Alte oder Neue Musik, Jazz bis hin zu Kirchenmusik. Musikfestivals sind Experimentierfeld für einzelne Musikszenen. Einige davon konnten sich als zentraler Motor für musikalische Entwicklungen etablieren und den Austausch unterschiedlichster Akteur*innen befördern. Im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen soll die Studie auch dazu beitragen, unsere Musikfestivals in all ihren Facetten und Kennzahlen zu erfassen, um diese künftig gezielter unterstützen und erhalten zu können. Finanziert wird die Studie durch eine Sonderförderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Fundierte Datenbasis – Ergebnisse der Jazzstudie 2022 liegen vor 

Deutsche Jazzunion und Initiative Musik präsentieren am Donnerstag, 1. Dezember 2022, 14.00–16.00 Uhr, online via Zoom, die von der Union durchgeführte Jazzstudie 2022, eine wissenschaftliche Untersuchung der Arbeits- und Lebenssituation von Jazzmusiker*innen. Den Zoom-Link zur Teilnahme erhalten Sie nach der Anmeldung bis zum 30. November 2022 unter: veranstaltungen@­deutsche-jazzunion.de

Im Fokus der Untersuchungen stehen die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Jazzmusiker*innen und -pädagog*innen in Deutschland. Die neue Studie beleuchtet darüber hinaus auch Veränderungen der Situation von Jazzmusiker*innen im Zuge des Durchlebens und der Bewältigung der langanhaltenden Corona-Pandemie. Mit der Jazzstudie 2022 steht zudem eine erste Datenbasis für wissenschaftliche Untersuchungen von Zugangsbarrieren und Diskriminierungserfahrungen sowie mentalen Belastungen und psychischer Gesundheit von Jazzmusiker*innen zur Verfügung.

Ab dem 1. Dezember 2022 stehen Materialien zur Jazzstudie 2022 zum Download bereit: www.jazzstudie.de

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