Personalia

Robert-Schumann-Preis 2000


(nmz) -

Der Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an den Londoner Cellisten Steven Isserlis und die Moskauer Musikwissenschaftlerin Olga Loseva. Der mit 10.000 Mark dotierte Preis wird nach Angaben der Stadt am 8. Juni, dem Geburtstag von Robert Schumann, übergeben. Isserlis hat sich nach Überzeugung der Jury vor allem durch seine 1996 erschienene Gesamtaufnahme aller Solowerke und des Konzerts op. 129 von Schumann verdient gemacht. Doch auch sein Engagement bei einem von ihm initiierten Filmprojekt über die späten Kompositionen Schumanns habe die Jury überzeugt. Olga Loseva, Dozentin für Musiktheorie am Tschaikowski-Konservatorium Moskau, promovierte 1987 mit einer Arbeit über das Spätwerk Robert Schumanns. Neben Aufsätzen über den Komponisten hat sie zudem das Buch "Clara und Robert Schumann in St. Petersburg und Moskau im Jahre 1844" geschrieben, das in diesem Jahr zunächst auf Russisch, später auch auf Deutsch erscheinen soll. Damit setzt sie nach Überzeugung der Stadt die Arbeit des inzwischen verstorbenen Schumann-Forschers Daniel Shitomirskij fort, der 1966 selbst den Schumann-Preis erhalten hatte. Der Preis wird seit 1964 zum Geburtstag des Komponisten am 8. Juni verliehen. Für den 13. Robert-Schumann-Wettbewerb vom 15. bis 25. Juni haben sich 163 Pianisten und Sänger angemeldet.

Dannenberg 70


Robert-Schumann-Preis 2000
Der Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an den Londoner Cellisten Steven Isserlis und die Moskauer Musikwissenschaftlerin Olga Loseva. Der mit 10.000 Mark dotierte Preis wird nach Angaben der Stadt am 8. Juni, dem Geburtstag von Robert Schumann, übergeben. Isserlis hat sich nach Überzeugung der Jury vor allem durch seine 1996 erschienene Gesamtaufnahme aller Solowerke und des Konzerts op. 129 von Schumann verdient gemacht. Doch auch sein Engagement bei einem von ihm initiierten Filmprojekt über die späten Kompositionen Schumanns habe die Jury überzeugt. Olga Loseva, Dozentin für Musiktheorie am Tschaikowski-Konservatorium Moskau, promovierte 1987 mit einer Arbeit über das Spätwerk Robert Schumanns. Neben Aufsätzen über den Komponisten hat sie zudem das Buch “Clara und Robert Schumann in St. Petersburg und Moskau im Jahre 1844” geschrieben, das in diesem Jahr zunächst auf Russisch, später auch auf Deutsch erscheinen soll. Damit setzt sie nach Überzeugung der Stadt die Arbeit des inzwischen verstorbenen Schumann-Forschers Daniel Shitomirskij fort, der 1966 selbst den Schumann-Preis erhalten hatte. Der Preis wird seit 1964 zum Geburtstag des Komponisten am 8. Juni verliehen. Für den 13. Robert-Schumann-Wettbewerb vom 15. bis 25. Juni haben sich 163 Pianisten und Sänger angemeldet.top.gif (737 Byte)

Dannenberg 70 Es gibt Menschen, die so ungebrochen neugierig, vielseitig interessiert und vital durchs Leben schreiten, dass man an ihnen kaum ablesen kann, wie die Zeit vergeht. Zu dieser Spezies der Zeit- und Alterslosen gehört auch Peter Dannenberg. Als leitender Musikredakteur der Tageszeitung “Die Welt” und danach der “Stuttgarter Zeitung” prägte er in den Jahren zwischen 1965 und 1977 das Erscheinungsbild der deutschen Musikkritik entscheidend mit. Der studierte Jurist, der schon während des Studiums als Kritiker für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften arbeitete, darunter auch viele Jahre für die neue musikzeitung, wechselte Ende die siebziger Jahre erneut die Fronten: Christoph von Dohnanyi engagierte ihn als Chefdramaturgen und Leiter der Studiobühne “Opera Stabile” an die Hamburgische Staatsoper. In der Opera Stabile gab es unter Dannenberg zahlreiche szenische und konzertante Uraufführungen, darunter Wolfgang Rihms “Jakob Lenz”, Udo Zimmermanns “Weiße Rose” und Heinz Holligers “Kommen und Gehen”. Dannenberg war in Hamburg auch maßgeblich an der Zemlinsky-Renaissance beteiligt: “Der Geburtstag der Infantin”, “Eine florentinische Tragödie” und “Der Kreidekreis” waren in Hamburg wegweisende Wiederaufführungen. Danach wirkte Dannenberg vier Spielzeiten als stellvertretender Intendant in Frankfurt am Main. Der Brand des Opernhauses drei Monate nach dem Amtsantritt des Intendanten Gary Bertini, mit dem Dannenberg nach Frankfurt gekommen war, zwang zu mancherlei Improvisationen und künstlerischen Kompromissen. Gleichwohl bleiben einige der Aufführungen in der Bertini/Dannenberg-Zeit in guter Erinnerung, vor allem die brillanten Uraufführungen der “Europeras I und II” von John Cage.

Ein Herzenswunsch erfüllte sich für Dannenberg, als die Stadt Kiel ihn 1990 zum Generalintendanten der Bühnen der Landeshauptstadt berief. Besonders die Kieler Oper hatte in der langen Amtszeit von Joachim Klaiber einen weithin ausstrahlenden Ruf errungen. Hieran knüpfte Dannenberg an: Viele fast vergessene Werke von Komponisten wie Delius, Zemlinsky, Schillings und Korngold erfuhren in Kiel eine “Wiederauferstehung”, daneben gab es Henze, Jürgen von Bose, die Uraufführung von Günter Bialas’ “Aus der Matratzengruft” und als deutsche Erstaufführung Rautavaaras “Vincent”.

Seit 1995 ist der am 21. Mai 1930 in Potsdam geborene Dannenberg Intendant der Hamburger Symphoniker. Das Orchester hat unter seiner Intendanz merklich an Profil und Spielqualität gewonnen. Für das Musikleben der Stadt ist die weitgefächerte Arbeit des Orchesters unverzichtbar. Dannenbergs Engagement für das Werk Alexander von Zemlinskys hatte die in New York wohnende Witwe des Komponisten noch zu ihren Lebzeiten damit gewürdigt, dass sie ihn zum Präsidenten auf Lebenszeit des in Wien ansässigen Alexander-Zemlinsky-Fonds berief. Von Ruhestand ist bei Peter Dannenberg nicht die Rede. gr

Kestenbergmedaille verliehen

Der Verband deutscher Schulmusiker ehrte mit der Kestenbergmedaille Bernhard Freiherr Loeffelholz von Colberg und die Jürgen-Ponto-Stiftung. Von Loeffelholz ist seit 1978, als Ines Ponto die Stiftung errichtete, als Geschäftsführender Vorstand tätig. Der Präsident des Deutschen Musikrates, Franz Müller-Heuser, hob in seiner Laudatio besonders dessen Verdienste als Förderer junger Musiker hervor. Seit Bestehen der Stiftung, an deren Gründung von Loeffelholz maßgeblich beteiligt war, wurden im solistischen Bereich 173 Instrumentalisten, 17 Komponisten, vier Dirigenten und zwei Sänger gefördert. Unmittelbar nach der 1. Bundesbegegnung “Schulen musizieren” stieg die Jürgen-Ponto-Stiftung in die Finanzierung dieser Initiative des VDS ein. 1968 trat Freiherr von Loeffelholz als Mitarbeiter von Jürgen Ponto in die Dresdener Bank ein. Seit 1978 bis zu seiner Pensionierung 1999 war er Direktor der Frankfurter Zentrale und Leiter des Bereichs Kunst und Wissenschaft. Von Loeffelholz hatte zahlreiche Ehrenämter inne, so war er beispielsweise Mitglied des Kuratoriums der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Mitglied des Verwaltungsrats des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg sowie Mitglied der Orchesterakademie der Berliner Philharmonie. In einem Beitrag im Musikforum des Deutschen Musikrates schlug von Loeffelholz einen vieldiskutierten “contrat culturel” vor, in dem er sich für eine Kulturförderung in gemeinsamer Verantwortung von Bund, Ländern, Kommunen, privaten Förderern und Kultureinrichtungen einsetzt.

Huber geehrt

Der 1924 geborene Schweizer Komponist Klaus Huber erhielt am 28. April die Ehrendoktorwürde der Universität Strassburg. Die akademische Feier wurde ergänzt durch Konzerte am 27. April mit dem Ensemble Linea und dem Ensemble InterContemporain sowie einem öffentlichen Workshop mit Klaus Huber zu seinem Streichquintett “Ecce Homines”. Der in Bremen lebende Komponist unterrichtete von 1973 bis 1990 Komposition an der Musikhochschule Freiburg. Seine gesammelten Schriften sind im vergangenen Herbst unter dem Titel “Umgepflügte Zeit” im Kölner MusikTexte-Verlag erschienen.

Pierre Rampal

Der bedeutende französische Flötenvirtuose und Orchesterchef Jean-Pierre Rampal ist am Samstag in Paris im Alter von 78 Jahren einem Herzinfarkt erlegen. Präsident Jacques Chirac würdigte den Künstler als “Ausnahmemusiker”, Premierminister Lionel Jospin als “außergewöhnlich talentierten Interpreten”. Der in Marseille geborene Musiker machte sich als Solist und Dirigent, aber auch als Musikwissenschaftler einen Namen. Er verschaffte der Querflöte in der klassischen Musik eine Beliebtheit, wie sie sonst vor allem Pianisten oder Geigenvirtuosen zuteil wird. Zahlreiche Tourneen auf fast allen Kontinenten und Schallplatteneinspielungen von klassischen wie auch modernen Kompositionen machten den mehrfach ausgezeichneten Rampal nach dem Krieg bekannt. Er war Solist der Concerts Lamoureux, der Konzertgesellschaft des Konservatoriums von Paris, des französischen Nationalorchesters und anderer bedeutender Klangkörper. An der Seite herausragender Solisten, darunter der Cellist Mstislaw Rostropowitsch und der Geiger Isaac Stern, machte Rampal das für ihn “älteste und natürlichste Instrument” durch virtuoses Spiel besonders populär. Zugute kam ihm, dass die Flöte nach dem Zweiten Weltkrieg gleichsam eine Wiedergeburt erlebte. Die musikwissenschaftlichen Arbeiten Rampals trugen zur Wiederentdeckung der Barockmusik in Frankreich maßgeblich bei. Vernachlässigte oder vergessene Meisterwerke veröffentlichte er in dem Buch “Alte Musik für Flöte”.

Eine Vorreiterin der Musiktherapie

Gertrud Orff, eine der Vorreiterinnen der Musiktherapie in Deutschland, ist im Alter von 85 Jahren in München verstorben. Sie war von 1939 bis 1953 Carl Orffs zweite Ehefrau und gilt als Begründerin der so genannten Orff-Musiktherapie, die sie in den Büchern “Die Orff-Musiktherapie – aktive Förderung der Entwicklung des Kindes” (München 1974) und “Schlüsselbegriffe der Orff-Musiktherapie” (Weinheim 1984) beschrieben hat. Dabei verfolgt sie einen kombinierten Ansatz im Sinne einer “multisensorischen Therapie”, bei der alle Sinne angesprochen werden (“Therapie durch Faszination” sagte Gertrud Orff dazu). Defizite in einem Sinn sollen durch gezielte Förderung anderer Sinne mit den Mitteln des Klangs, der Melodie, des Rhythmus, der Sprache und der Bewegung ausgeglichen werden.

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