Personalia


(nmz) -

Die neue musikzeitung hat ihre interaktiven Tätigkeiten ausgeweitet. Mit dem Kulturinformationszentrum stellen wir die engagierte Diskussion in das Zentrum der Aktivitäten im Netz. An dieser Stelle können Fragen gestellt, Informationen verbreitet und die Arbeiten anderer kultureller Initiativen zur Darstellung gebracht werden.


Die neue musikzeitung hat ihre interaktiven Tätigkeiten ausgeweitet. Mit dem Kulturinformationszentrum stellen wir die engagierte Diskussion in das Zentrum der Aktivitäten im Netz. An dieser Stelle können Fragen gestellt, Informationen verbreitet und die Arbeiten anderer kultureller Initiativen zur Darstellung gebracht werden.Jay Livingston gestorben
Sie waren das große Songwriterpaar im Hollywood der 40er- und 50er-Jahre: der Komponist Jay Livingston und der Texter Ray Evans. Zwischen 1948 und 1956 erhielten sie drei Oscars für drei Lieder, die zu Klassikern wurden: „Buttons And Bows“, „Mona Lisa“ und „Que Sera, Sera“. Letzteres schrieben sie für den Alfred-Hitchcock-Thriller „Der Mann, der zuviel wusste“.
Doris Day sang das Kinderlied als Lockruf für ihren verlorenen Sohn – und es wurde zum Welthit wie Nat „King“ Coles Version von „Mona Lisa“. Und noch einen weiteren Ohrwurm verdanken wir dem unermüdlichen Traumteam: die Titelmelodie der legendären Westernserie „Bonanza“, die wohl jeder Spatz nachpfeifen kann. Lorne Greene, der „Ponderosa“-Boss persönlich hat den Song in den 60er-Jahren aufgenommen.
Jay Livingston starb am 17. Oktober 2001 im Alter von 86 Jahren in Los Angeles. vr

Klingende Gefühle im Raum
Der Komponistin Sofia Gubaidulina zum Siebzigsten

Vor einigen Jahren präsentierte sich die Komponistin Sofia Gubaidulina in Gütersloh bei einem ihr gewidmeten Festival. Es wurden dort auch einige Filme gezeigt, die ihr Leben als Komponistin in der damaligen Sowjetunion dokumentierten, die Begegnungen mit befreundeten Komponis-ten und Musikern, aber auch die Pressionen, denen gerade Komponis-ten in der ehemaligen Sowjetunion ausgesetzt waren. In diesem bannenden Kontext hörte man viele der gespielten Werke neu und anders: Kunst und Musik als Triumph über die Bedrückungen des gesellschaftlichen und politischen Alltags. Kann das jemals unaktuell werden? Können das Violinkonzert „Offertorium“ und die Sinfonie „Stimmen… verstummen…“ je ihre anspringende Faszination verlieren? Gubaidulinas Werk umgreift beides: die Reflexion der Zeitgeschichte und die Überhöhung ins Existenzielle, Transzendentale, Religiöse. Sofia Gubaidulina, 1931 in Tschistopol in der Tatarischen Republik geboren, heute in der Nähe von Hamburg lebend, feierte am 24. Oktober 2001 ihren siebzigsten Geburtstag. gr

Instanz für die Musikerziehung
Zum 100. Geburtstag von Guido Waldmann

Ich sehe ihn noch an seinem Schreibtisch sitzen, ernsthaft, einfallsreich und unermüdlich bemüht, aus dem Provisorium eines kriegsbedingt ausgelagerten Hochschulinstitutes eine Ausbildungsstätte von Rang und Ansehen in Europa zu machen. So wuchs sie durch ihn heran, anspruchsvoll in ihrem Angebot, gleichberechtigt zu den heute vier weiteren Musikhochschulen im Land Baden-Württemberg. Zwanzig Jahre war er ihr Direktor: Professor Guido Waldmann, der am 17. November seinen hundertsten Geburtstag feiern würde.
Er war eine Persönlichkeit, die man nicht vergisst: bescheiden, zurückhaltend, zuhörend, Pädagoge wie Künstler, selbst einst Klavierschüler Robert Teichmüllers. Geschätzt wurde sein Geschmack, sein sicheres Urteil, gefragt auch der politische Mensch, der kühne Ideen Schritt für Schritt mit bewundernswerter Konsequenz verwirklichte. Keiner der Chefs, die ich in meinem Leben gehabt habe, hat mich mit so „langer Leine“ geleitet, keiner hat seinen Mitarbeitern so viel Freiraum und eigene Entscheidungen gelassen wie er. Das Besondere: seine Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und herzustellen. Da waren Kunstmusik und Volksmusik nicht getrennte Welten, gab es nicht die Kluft zwischen Laien und Profis, gab es kleine wie große Aufgaben und Ziele, und alle hingen miteinander zusammen. Deshalb auch seine nimmermüde Mitarbeit in überregionalen Fachgremien. Was er nicht nur für Trossingen als Musikstadt, sondern generell für den Aufbau und die Entwicklung der Musikerziehung nach dem Kriege gebracht hat, wissen nicht nur die Trossinger. In weiten Bereichen und auf vielen Ebenen erreichte Waldmann Richtungsweisendes, etwa für die qualitative wie quantitative Entwicklung der Musikschulen. Eine der wichtigsten Konsequenzen, die er zog, waren jene Gutachten und Maßstäbe, die aus seinen Erfahrungen erwuchsen, als es darum ging, Ende der 60er-Jahre für das gesamte Laienmusizieren, für die außerschulische Musikbildung der Jugend und deren Lehr- und Führungskräfte eine erste Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen zu errichten. Deren Aufbauphase verstand er schließlich dann auch als Vorsitzender zehn Jahre hindurch mit zu gestalten. Zu seinem Gedenken trägt der zentrale Veranstaltungssaal seinen Namen.
Dass die Musikerziehung im letzten Jahrhundert einen Weg gefunden hat, aus Anregungen traditioneller Bildungskonzepte, aus der musikalischen Jugendbewegung und aktuellen Methoden instrumentalen Lernens ein neues Profil professioneller Ausbildung und qualifizierter Jugend- und Laienmusikarbeit zu entwickeln, ist einer Reihe verdienter Frauen und Männer zu verdanken. Einer davon war Guido Waldmann.

Helmut Roloff
Der Berliner Pianist Helmut Roloff ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Roloff gilt als „Klassizist“, der mit souveräner Technik und hoch-differenziertem Anschlag eine klare Vorstellung der großen Werke vermittelte. Vor allem Mozart, Beethoven, Schubert und Mendelssohn profitierten von diesen im besten Sinne „sachlichen“ Interpretationen. Roloffs Wiedergaben von Mozarts A-Dur-Konzert KV 488 und Beethovens c-Moll-Konzert sind in luzider Klangsprache gehalten, weit entfernt von Spieldosen-Gefälligkeit oder Heroen-Pathos. Sein Repertoire beinhaltet aber auch Debussy und Ravel, Busoni und Blacher. Und nicht zuletzt als Pädagoge hat Helmut Roloff als politisch integrer Musiker an der Berliner Musikhochschule einflussreich gewirkt.

Michael Badura-Skoda
Der Wiener Pianist Michael Badura-Skoda ist im Alter von 37 Jahren gestorben. Der Sohn des Pianisten Paul Badura-Skoda und der Musikwissenschaftlerin Eva Badura-Skoda erlag Anfang Oktober einer schweren, bereits überwunden geglaubten Krankheit. Michael Badura-Skoda war auf dem besten Weg zum Durchbruch einer Pianistenkarriere. Er hatte mehrere CDs herausgebracht. Für kommendes Jahr war eine USA-Tournee mit seinem Duopartner Rico Gulda geplant – dem jüngsten Sohn von Friedrich Gulda – mit dem Badura-Skoda bereits zahlreiche Auftritte absolviert hatte.

Ehrung für Ulrike Liedtke
Im Rahmen der Eröffnung der Kunstausstellung „Preußische Elegien – zwischen Tilsit – Königsberg/Kaliningrad – Berlin“ im „studio im hochhaus“ in Berlin erhielt Ulrike Liedtke das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die promovierte Musikwissenschaftlerin ist Direktorin der Musikkakademie Rheinsberg, Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates und Stellvertretende Vorsitzende des ORB-Rundfunkrates.

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