Sofort in kreativer und schöner Stimmung

Musikwissenschaft studieren an der Folkwang Universität der Künste


(nmz) -
Von der Essener Innenstadt geht es mit der S-Bahn Richtung Süden, vorbei am schönen Baldeneysee. Zu Fuß dann weiter über die Ruhr-Brücke in Richtung Campus Essen-Werden. Durch die barocke Toreinfahrt kommt man auf den Hof des prachtvollen Hauptgebäudes. Rechte Hand der 2012 eröffnete Neubau der Bibliothek des Berliner Architekten Max Dudler. Linke Hand der sogenannte Preußenflügel samt Turm und Pina Bausch Theater. Geradeaus der Haupteingang.
Ein Artikel von Anne Zehrt, Franziska Kloos, Stefanie Koch

Essen-Werden ist das musikalische Zentrum von Folkwang. „Wenn hier im Sommer die Sonne scheint“, sagt die Masterstudentin Nathalie Thomann, „und überall die Fenster offen sind, wenn man von links eine Violine hört, von rechts eine Querflöte oder woanders ein Sopran singt, dann ist man sofort in einer kreativen und schönen, inspirierenden Stimmung.“ Nathalie Thomann ist 24 Jahre alt. Sie studiert Musikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Konzert- und Musiktheaterdramaturgie und nutzt damit die Möglichkeit, Historische Musikwissenschaft mit kulturwissenschaftlichen Themen zu kombinieren.

„Schnell fühlt man sich hier wohl“, sagt auch die 21-jährige Französin Zélie Jouenne, die nun ihr sechstes Semester im deutsch-französischen Studiengang Musikwissenschaft beginnt. „Es gibt wirklich eine familiäre Dorfstimmung“, findet sie. Nachdem sie das erste Studienjahr regulär in Tours an der Université François-Rabelais verbracht hat, kam sie im zweiten an die Folkwang Universität der Künste nach Werden. Es hat ihr so gut gefallen, dass sie nicht nur ihr drittes Studienjahr hier verbringt, sondern jetzt sogar zusätzlich den 2-Fach-Bachelor Musikwissenschaft mit Hauptfach Gesang studiert: „Für mich ist es super wichtig, Praxis und Theorie zu verbinden.“

Neue Möglichkeiten = neue Perspektiven

Auch Nathalie Thomann möchte bald Gesang als Erweiterungsfach zu ihrem Masterstudium hinzunehmen, weil die praktische Auseinandersetzung eine extrem große Bereicherung ist. Seit dem Wintersemester 2004/05 gibt es an Folkwang den bundesweit einzigartigen Studiengang „Musikwissenschaft in Kombination mit einem künstlerischen Fach“. Chor- und Ensembleleitung kann man wählen, Musiktheorie, Instrumental- oder Vokalausbildung. Für Nathalie ist es eine wunderbare Ergänzung. Dadurch, dass man nicht nur von der Literatur und dem Notentext ausgeht, sondern auch selbst ein Stück interpretiert, ergeben sich ganz neue Perspektiven.

Für den individuellen Stundenplan bietet die Folkwang Universität der Künste für alle Musikwissenschaftsstudiengänge eine breite Kurs-Auswahl: Man hat die Möglichkeit, Musiktheaterveranstaltungen zu belegen, kann aber auch den Schwerpunkt auf Instrumentalmusik legen oder eine Mischung aus beidem machen. Auch durch die „Optionalen Studien“, die nicht verpflichtend sind, gibt es Möglichkeiten, sich durch Kurse wie Kreatives Schreiben, Alexandertechnik, Yoga oder Career Service körperlich und geistig auf anderen Gebieten zu bilden. Die Optionalen Studien, angeboten vom Institut für Lebenslanges Lernen, sind für alle Fachbereiche zugänglich – ganz im Sinne des interdisziplinären Gedankens, der mit dem Namen „Folkwang“ eng verknüpft ist: Folkwang ist die Einheit aller Künste und aller künstlerischen Erziehung, meinte der Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus, der die Folkwang-Idee um 1900 entwickelte.

Ab dem Wintersemester 2016/17 wird es die Kombinationsmöglichkeit geben von Musikwissenschaft und Ostasienwissenschaften oder anderen sozialwissenschaftlichen Fächern der Ruhr-Universität Bochum. Schon seit 2010 existiert durch eine Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen der Zwei-Fach-Bachelor in Kombination mit einem geisteswissenschaftlichen Fach. Seit 2013 wird jener deutsch-französische Studiengang der Musikwissenschaften angeboten, den nicht nur Zélie Jouenne nutzt.

Studierende unter sich

Auch die Fachbereiche vernetzen sich zunehmend. Im Geiste der Folkwang-Idee sind interdisziplinäre Projekte für alle Studierenden offen. Ausprobiert werden darf fast alles, zum Beispiel im Rahmen der „Plattform“, bei der Studierende unter sich sind. Zélie findet sie „ganz cool. Es ist eine Veranstaltung, an der alle teilnehmen können. Eine Freundin ist Tänzerin und sie hat zwei Stücke gesungen!“ Eigeninitiative lohnt sich. Engagierte Studierende gründeten im letzten Semester die „Anonymen Musikwissenschaftler“. In diesen lockeren Diskussionsrunden ist es möglich, ungezwungen Fragen zu wissenschaftlichen Arbeiten aller Art mit KommilitonInnen zu diskutieren. Während man etwas nascht und trinkt, wird konstruktiv diskutiert und überlegt. Dennoch kann man auch problemlos auf die Dozenten zugehen. Sie nehmen sich Zeit, um weiterzuhelfen.

Nicht nur Nathalie Thomann und Zélie Jouenne studieren gerne in Essen. Sie nutzen auch die Angebote der vielen Großstädte drumherum. An einem Tag geht es in die Düsseldorfer Oper, an einem anderen ins Bochumer Schauspielhaus oder in die Duisburger Mercator-Halle. „Schon wenn ich von Werden in die Essener Innenstadt fahre“, sagt Zélie Jouenne, „lohnt sich das NRW-Ticket“. Beruhigend zu wissen, dass es damit auch bis nach Dortmund, Köln, Münster oder Bielefeld geht.

Franziska Kloos / Stefanie Koch / Anne Zehrt

 

Bewerbung

Die Folkwang Universität der Künste bietet im Fach Musikwissenschaft eine große Bandbreite an Studienmöglichkeiten sowohl im Bachelor als auch im Master. Die Kombination mit einem künstlerischen Fach ist, neben der Hochschule Franz Liszt Weimar, nur hier möglich. Einzigartig ist auch der deutsch-französische Studiengang im Bachelor, der zum Teil in Essen und zum Teil an der Université François-Rabelais Tours absolviert wird. Ab dem Wintersemester 2016/17 gibt es die Möglichkeit, den Bachelor mit einem Fach der Ostasienwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum zu kombinieren. Interessieren Sie sich für ein Musikwissenschaftsstudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen? Hier die wichtigsten Fakten:
Studiengangsbeauftragter: Prof. Dr. Andreas Jacob

Musikwissenschaft im Bachelor
Studienmöglichkeiten: in Kombination mit einem künstlerischen oder einem wissenschaftlichen Fach (Universität Duisburg-Essen, Ruhr-Universität Bochum), Deutsch-Französischer Studiengang (Université François-Rabelais Tours)
Bewerbungsfrist: 15. März für das folgende Wintersemester
Eignungsprüfungen: Mai – Juni
Studienbeginn: nur zum Wintersemester
Regelstudienzeit: 6 Semester, in Teilzeit nur in Kombination mit wissenschaftlichem Fach möglich
Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.), Licence des Arts et Sciences humaines (Dt.–Frz. Studiengang)

Musikwissenschaft im Master
Studienmöglichkeiten: 1-Fach-Master mit Studienrichtungen „Historische Musikwissenschaft“, „Musik- und Kulturwissenschaft“ oder „Konzert- und Musiktheaterdramaturgie“, 2-Fach-Master mit den gleichen Studienrichtungen in Kombination mit einem künstlerischen Fach
Bewerbungsfrist: 15. März für das folgende Wintersemester bzw. 15. November für das folgende Sommersemester
Eignungsprüfungen: Anfang Mai bzw. Mitte Januar
Studienbeginn: zum Winter- und Sommersemester
Regelstudienzeit: 4 Semester, in Teilzeit möglich
Abschluss: Master of Arts (M.A.)

Detaillierte Informationen unter
www.folkwang-uni.de/studium
Studienberatung: www.folkwang.uni.de/
studienberatung oder
studienberatung@folkwang-uni.de

 

Daten und Fakten zu Folkwang

• 1927 gegründet
• „Folkwang“-Gedanke von Karl Ernst Osthaus: Interdisziplinarität der Künste
• Einzige Kunst- und Musikhochschule in Nordrhein-Westfalen
• Folkwang Campus und Veranstaltungsorte in Essen, Duisburg, Bochum und Dortmund
• Eine der größten musikwissenschaftlichen Bibliotheken bundesweit
• Über 40 Studienprogramme in Musik, Theater, Tanz, Gestaltung und Wissenschaft
• 1.691 Studierende aus aller Welt (Deutsche 65%, Internationale: 35%)
• 80 Studierende der Musikwissenschaft
(53 BA / 27 MA)
• 435 internationale Lehrende
• Rektor: Prof. Kurt Mehnert

Kontakt: Folkwang Universität der Künste, Klemensborn 39, 45239 Essen,
Tel. 0201/49 03-0, info@folkwang-uni.de
www.folkwang-uni.de
www.facebook.com/folkwang

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