Spielräume eines professionellen Marketings

Selbstmanagement – eine große Herausforderung für junge Musikerinnen und Musiker, Teil II [>>> Teil I]


(nmz) -

Überrascht stellten viele der Musikerinnen und Musiker fest, dass sie den Konzertraum, das Publikum und damit verbunden auch die eigene Bühnenpräsenz häufig „aus den Augen verlieren“. Darüber hinaus wurde für alle Beteiligten in den spielerischen Übungen spürbar, dass Blickwinkel häufig Standpunkten entsprechen: Ein verstohlener Blick nach unten beim Auf- und Abtreten oder ein verlorener Blick in die erste Zuhörerreihe bei der Konzertansage spiegeln oft Angst, Unsicherheit und vor allem Distanz zum Publikum wider. Wird hingegen der ganze Konzertraum bewusst ins Blickfeld genommen, richtet sich die eigene Präsenz automatisch nach außen und der Kontakt zum Publikum lässt sich mühelos herstellen. Selbst die Stimme profitiert von einer bewussten Haltung, wie in den anschließenden Sprachübungen mit Krawutschke hörbar wurde. Auch hier konnten die Teilnehmenden des Seminars selbst erfahren, dass man zunächst einmal Resonanz entwickeln muss, um Resonanz zu erhalten.
Ulrike Klees, Dozentin für mentales Training an der Hochschule für Musik Würzburg und der Orchesterakademie des Bayerischen Rundfunks, widmete sich in ihren Ausführungen und Übungen einem weiteren wichtigen Bereich der Bühnenpräsenz, der schon vor dem Auftritt von großer Bedeutung ist: der mentalen Vorbereitung auf das Konzert. Lampenfieber, Schweißausbrüche und Angst vor einem „Blackout“ – frustrierende Erfahrungen, die fast alle Musikerinnen und Musiker bereits gemacht haben. Dass man diesen Situationen nicht hilflos und resignierend gegenüberstehen muss, sondern sie selbst beeinflussen kann, zeigten bereits einige wenige Übungen. Musikstücke wie auch Konzertsituationen im Allgemeinen lassen sich mental von der ersten bis zur letzten Note im Kopf durchspielen, was sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit und schließlich auf die Bühnenpräsenz auswirkt. Hier wurde wieder deutlich, wie wichtig die innere Einstellung ist, um Fehler annehmen, die eigene Leistung schätzen und sich selbst vertrauen zu können.

Ein Artikel von Berthild Lievenbrück

„Das Seminarangebot ,Musikvermittlung‘ hat eine wichtige Ausbildungslücke gefüllt, worauf wir lange gewartet haben“, wertete ein Teilnehmer. Der insgesamt große Zuspruch der teilnehmenden Musikerinnen und Musiker und der einhellige Wunsch, sich mit dem Thema „Musikvermittlung“ weiter intensiv auseinander zu setzen, zeigte, dass so ein Angebot der Auftakt für weitere Veranstaltungen dieser Thematik sein müsste.

Ein weiterführendes Seminar bieten die JMD und die Stiftung Podium Junger Musiker vom 12. bis 17. Oktober 2003 auf Schloss Weikersheim an.

Informationen: Stiftung Podium Junger Musiker, Marktplatz 12, 97990 Weikersheim, Tel.: 07934/9936-66, Fax: 07934/9936-69, E-Mail: musik@spjm.de

Tags in diesem Artikel

Das könnte Sie auch interessieren: