Hauptrubrik
Banner Full-Size

Hinstorff Verlag feiert 175. Geburtstag

Publikationsdatum
Body

Rostock (ddp-nrd). Der Rostocker Hinstorff Verlag feiert in diesem Jahr seinen 175. Geburtstag. Als erster ostdeutscher Verlag nach der Wende privatisiert, hat sich das Haus mit regionaler und Bildliteratur einen festen Platz in den Buchhandlungen erobert.


Erstmals gibt Hinstorff jetzt einen eigenen Kinderbuchkatalog heraus, wie Verlagsleiterin Eva Maria Maas sagte. Mit den so genannten Märchen auf Bestellung von Franz Fühmann, die von Elke Heidenreich als Hörbücher eingelesen wurden, hat sich Hinstorff auf Anhieb die Herzen einer neuen Leserschaft gewonnen hat.

In diesem Jahr erscheinen im Rostocker Verlag, der seit 1992 zum Verlag Heise gehört, rund 50 neue Bücher und Kalender. Damit werden 2006 rund 145 000 Exemplare mit dem Koggen-Signet an die Buchhändler ausgeliefert. Der bisherige Quotenrenner war «Kaspar Ohm un Ick» von John Brinkman. Von den neueren Erscheinungen bricht das Sprachspielbuch «Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel» von Franz Fühmann alle Rekorde.

Zur Geschichte des Verlages
Der Hinstorff Verlag ist das ältestes Literaturhaus in Mecklenburg-Vorpommern. Am 2. September 1831 gründete Dethloff Carl Hinstorff (1811-1882) in Parchim eine Buchhandlung. Schon ein Jahr später erscheint die erste Verlagsproduktion, das «Kirchen- und Schulblatt für Mecklenburg». Es folgten 1835 eine Zweigniederlassung in Ludwigslust, 1845 der Erwerb einer Druckerei an gleicher Stelle und 1849 der Kauf einer Verlagsbuchhandlung in Wismar. Der Durchbruch gelang 1859, als Fritz Reuter ständiger Autor des Verlages wurde.

1864 eröffnete Hinstorff eine Zweigniederlassung mit Verlagsgeschäft und Druckerei in Rostock, diese Adresse hat der Verlag bis heute. Peter Emil Erichson, ebenfalls ein junger Buchdrucker, erwarb das Unternehmen 1907 und verlegte es komplett nach Rostock. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Druckerei und das Verlagsgebäude zerstört. Die sowjetische Militäradministration Schwerin erteilte dem Carl Hinstorff Verlag die erste Druckgenehmigung nach dem Krieg. 1947 erschien «Kaspar Ohm un ick»
von John Brinckman, bis heute der Quotenrenner in der Verlagsgeschichte. Im gleichen Jahr erhielt Hinstorff die Lizenz und war bis zum Verkauf an das DDR-Ministerium für Kultur im Jahr 1959 privat.

Mit dem Band «Die Kolumbusschiffe von 1492» stieg der VEB Hinstorff Verlag ein Jahr später in die maritime Literatur ein. Ab 1963 folgten deutschsprachige Gegenwartsliteratur und skandinavische Veröffentlichungen. Mit der Übernahme des Traditionsunternehmens durch die Verlagsgruppe Heinz Heise 1992 erfolgt die Profilierung auf Städte- und Landschaftsbildbände, Regionalia, Niederdeutsches, maritime Literatur und Belletristik. Seit 2005 erscheinen unter dem Dach des Hinstorff-Verlages auch Bücher des Konrad Reich Verlages.

http://www.hinstorff.de