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Intersonanzen. Festival-Plakat.

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Intersonanzen 2026 – Klangliches aus Potsdam, der Uckermark und Istanbul

Vorspann / Teaser

Zum 26. Mal jährte sich zwischen dem 4. und 7. Juni 2026 das brandenburgische „intersonanzen“-Festival der Neuen Musik. Gelockt wurde auch dieses Jahr mit einer Vielfalt an Konzerten, Performances, Medien und Installationen – unter 80 aufgeführten Kompositionen außerdem 28 Uraufführungen.

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Damit vermarkten sich die „intersonanzen“ klar als besonders nah an den Komponist*innen und den Impulsen der musikalischen Gegenwart, das bezeugte auch die persönliche Anwesenheit vieler Komponist*innen der uraufgeführten Werke und das innovative Format der „Composer-Performer-Lounge“, in dem einige der Komponist*innen bzw. Composer-Performer selbst für die Präsentation ihrer Kompositionen an die Instrumente gebeten wurden. Daneben war zudem schon beim ersten Blick ins Programmheft ersichtlich, dass es auch um regionale Repräsentation geht. Man schien außenwirksam darstellen zu wollen, dass es auch hinter den Stadtgrenzen des großen kulturellen Attraktors Berlin eine vielseitige, aktive Neue-Musik-Szene gibt, der es sich lohnt, zuzuhören.

Gemäß dieser Idee versuchte man auch dieses Jahr, im Rahmen des Festivals mehrere Kulturorte verschiedener Brandenburgischer Städten zu bespielen, darunter das Stadtmuseum Eberswalde und der Hof Quillo – Hauptquartier des Ensemble Quillo im beschaulichen, weniger als 200 Einwohner fassenden Falkenhagen in der Nordwestuckermark. Zentraler Anlaufpunkt und Konzertort blieb allerdings auch dieses Jahr Landeshauptstadt und Berlin-Nachbar Potsdam, genauer: die Kulturorte an der Schiffbauergasse, östlich der Innenstadt gelegen. Im „Museum Fluxus+“ und im „Waschhaus“ fanden der Großteil der Konzertabende statt, zu denen wiederum verschiedene Ensembles und Institutionen aus Brandenburg, Berlin und darüber hinaus geladen waren. Dass die Hauptspielstätte des Festivals im Osten der Potsdamer Innenstadt angesetzt wurde, dürfte nicht zuletzt dem Berliner Publikum und den Berliner Künstler*innen entgegengekommen sein.

Konzerte zwischen regionaler Repräsentation und europäischem Schulterschluss

Unter den in Stilistik, Medialität, Instrumentation und Besetzung vielfältigen Ensembles, Duos und Solo-Künstler*innen, die die vier prall gefüllten Konzerttage bespielten, sei hinsichtlich der brandenburgischen Kulturrepräsentation besonders die gelungene Kooperation mit dem westuckermärkischen „Ensemble Quillo“ hervorgehoben.

Dieses setzt sich seit ihrer Gründung 2004 die Mission, Musik- und Kulturangebote im ländlichen Raum ihrer Region zu stärken. Angefangen mit ihrem eigenen Hof im uckermärkischen Falkenhagen, den sie durch Installation einer Konzertbühne sowie eines Kinos in ein vollwertiges Kulturzentrum verwandelt haben, bespielen sie nun zusätzlich viele weitere Orte des ländlichen Brandenburgs. So kam es in Kooperation mit den „Intersonanzen 2026“ dazu, dass das Ensemble Quillo am Festivalsamstag eingeladen wurde, abends das „Museum Fluxus+“ in Potsdam zu bespielen, die Festivalgäste der „Intersonanzen“ im Gegenzug für ein im Festivalprogramm angekündigtes „Brückenkonzert“ am 13. Juni an den Hof Quillo im nordbrandenburgischen Falkenhagen für ein gemeinsames Konzert eingeladen wurden.

Selbstredend spielte Quillo auch ihr „Auswärtsspiel“ im Museum Fluxus+ auf höchstem musikalischen Niveau, sie nutzen den Raum des doch recht kleinen Konzertsaals kreativ aus und erzeugten in ihrer von technischer Finesse geprägten Performance eine starke Bildhaftigkeit durch Bewegungen und verschiedene Platzierungen der einzelnen Instrumentalisten zueinander. Für ihr regionales Engagement wurde das Ensemble Quillo in jüngerer Vergangenheit bereits in das brandenburgische staatliche Förderprogramm „Regionale kulturelle Ankerpunkte im ländlichen Raum“ aufgenommen.

Beim Thema Nachwuchsförderung konnte auch das Intersonanzen-Festival selbst dieses Jahr nochmals stärker auftrumpfen. Statt wie im Vorjahr nur mit einer Potsdamer Musikschule zu kooperieren, reservierte man nun am Sonntagmittag einen größeren Block für Konzertprogramme verschiedener brandenburgischer Musikschulen und deren Schüler*innen. Kinder und Jugendliche der städtischen Musikschulen Potsdam und Strausberg, sowie der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark präsentierten, gemäß des Festivalprofils, Stücke der Neuen Musik – von „Klassikern“ der Moderne wie Bartók und Stockhausen bis zu zeitgenössischen Komponisten der Region, wie dem 2023 verstorbenen Gisbert Näther.

Das Abschlusskonzert am Sonntag übernahm dieses Jahr das Ensemble unitedberlin, sich selbst profilierend als „Sinnbild der wiedergewonnenen Verbindung von Musik und Musikern im lange geteilten Berlin“. Auch wenn es zuerst widersprüchlich erscheinen mag, dass ein betont brandenburgisches Musikfest der Neuen Musik schließlich doch wieder ein Berliner Ensemble auf die prominente Position des Abschlusskonzertes setzt, mag man bei optimistischerer Ausdeutung dieser Geste eine Botschaft des gemeinsamen musikalischen Überwindens von Grenzen entdecken. So wie die „Intersonanzen“ Jahr um Jahr den Nachweis erbringen, dass es nebst Berlin speziell auch in Brandenburg allerhand kulturelle Bewegung und musikalische Avantgarde gibt, zeigte das Programm der Intersonanzen 2026 vor allem, dass die Neue Musik eine Domäne ist, die keine Stadt- und Landesgrenzen kennt. Dies wurde, nebst der Präsenz einiger europäischer Gäste wie dem Hezarfen Ensemble aus Istanbul, besonders deutlich am gespielten Repertoire – nicht zuletzt im Programm von unitedberlin. Zu Musik von zeitgenössischen Komponist*innen aus der Region – wie Susanne Stelzenbach, Helmut Zapf und Andreas F. Staffel – gab es mit einem Stück von Nina Šenk ebenfalls Musik einer slowenischen Komponistin und mit Doina Rotaru und Gabriel Iranyi Musik von rumänischstämmigen Komponist*innen zu hören.

Die „Intersonanzen“ als Institution brandenburgischer Musikkultur

Die Intersonanzen 2026 schafften also in mehrerlei Hinsicht eine gelungene Spreizung: von der stolzen Hervorhebung und Präsentation der regionalen brandenburgischen Neue-Musik-Szene zum offenen Empfang einer im Selbstverständnis grenzüberschreitenden, pan-europäischen Musikkultur; von der professionellen Zurschaustellung höchster musikalischer Exzellenz und Technik zur aufrichtigen und engagierten Nachwuchsförderung.

Das künstlerische Konzept von Henry Mex und seinem Team scheint aufzugehen; nicht von ungefähr kann sich das Festival seit nun über 26 Jahren als feste Größe des Potsdamer Kulturlebens halten und bisweilen stetig weiterentwickeln, nicht von ungefähr sind Jahr um Jahr viele bedeutende Komponist*innen der Neuen Musik selbst anwesend, um ihre Stücke – dieses Jahr gleich 28 – hier zur Uraufführung zu geben.

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