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BasBariTenori aus Österreich. Foto: Wolfgang Leyn

BasBariTenori aus Österreich. Foto: Wolfgang Leyn

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Weltoffener Gegenentwurf mit viel Musik

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Zum diesjährigen Rudolstadt-Festival im Juli mit Schwerpunkt Österreich
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Künstlerinnen und Künstler aus rund 40 Ländern gastierten am ersten Ju­liwochenende beim Rudolstadt-Festi­val, Deutschlands größtem Folk- und Weltmusikfestival. Länderschwerpunkt war in diesem Jahr Österreich. 90.000 Menschen verfolgten bei angenehmem Sommerwetter die Konzerte an mehr als 20 Festival-Spielstätten. Leider stand die atmosphärisch schönste von ihnen, die barocke Heidecksburg, we­gen Rekonstruktionsarbeiten erstmals nicht zur Verfügung. 

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Wer vieles bietet… 

Zu erleben war bei diesem 34. Festi­valjahrgang unter anderem Roots-Reggae aus Jamaika, Electro-Voodoo-Soul aus Togo, rituelle Musik aus Bra­silien. Der Finne Antti Paalanen kom­binierte Akkordeonspiel mit Techno und Kehlkopfgesang. Die legendäre britische Folkband Blowzabella gab eines ihrer letzten Konzerte. Starke Frauen standen auf der Bühne: aus Irland die vielversprechende junge Geigerin Clare Sands, aus Guatema­la Sara Curruchich, eine Stimme der ausgegrenzten indigenen Mehrheits­bevölkerung, aus Northumberland die Smallpipe-Virtuosin Kathryn Tickell. 

So klingt Österreich – auch 

Im Länderschwerpunkt präsentierte sich unser südöstliches Nachbarland durch die Bank auf hohem Niveau und erfreulich vielfältig. Wirtshaus­musik aus dem Salzkammergut war da zu hören, aber auch Wienerlied, diesmal in der soul-beeinflussten Va­riante von 5/8erl in Ehr’n. Simon Mayer gastierte mit einer spektakulären Tanzperformance. A schwoazzes Ge­biss brachte Post-Punk-Vertonungen der Lyrik von Ernst Jandl, H. C. Art­mann oder Georg Kreisler zu Gehör. Die drei Herren hätten es gemocht! 

Die Tanzhausgeiger rockten das Tanzzelt im Heinepark mit Musik aus Regionen der einstigen Donaumonar­chie. Kammermusikalische Folklore-Adaptionen bot das Duo Ramsch und Rosen im Schillertheater. Mein Favo­rit beim Länderschwerpunkt war das burgenlandkroatische Männerquartett BasBariTenori, das hochkarätigen A-cappella-Gesang mit ansteckendem Humor zu verbinden wusste. 

Solist im traditionellen Festival­konzert mit den Thüringer Symphoni­kern Saalfeld-Rudolstadt war der ös­terreichische Handpan-Weltstar Manu Delago. Das „Songposium“, ein Veran­staltungsformat, bei dem Experten, Musikanten und Schauspieler unter­haltsam Liedgeschichte präsentieren, war dem „lieben Augustin“ gewidmet. 1679 soll der Wiener Straßenmusikant während der Pestepidemie volltrun­ken in eine Leichengrube gefallen sein, aus der er sich aber retten konnte. 

Zum Rahmenprogramm gehörten ein wissenschaftliches Symposium über das Folk-Revival in Österreich und zahlreiche Workshops. Auspro­bieren konnte man zum Beispiel di­verse Spielarten des Jodelns. Junge Musiker aus Flensburg gaben Tipps für Neueinsteiger in eine Folk-Sessi­on. Ralf Gehler und Vivien Zeller bo­ten auf Dudelsack und Geige Hits aus der DDR-Folktanz-Szene zum Mitspie­len. Die Folkmusikerin Peggy Luck lud ein zum „Ringen mit der Tradition“. Was von unserem Volksliederbe wol­len wir übernehmen? Was womöglich aber auch nicht?

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Mitglieder des Jugendfolkorchesters 2026, rechts 1. und 2. Reihe: Gudrun Walther und Sabrina Palm vom Leitungsteam. Foto: Wolfgang Leyn

Mitglieder des Jugendfolkorchesters 2026, rechts 1. und 2. Reihe: Gudrun Walther und Sabrina Palm vom Leitungsteam. Foto: Wolfgang Leyn

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Podium für den Folk-Nachwuchs 

Das Rudolstädter Festival war ein fröhlicher, weltoffener Gegenentwurf zum Programm der AfD, die am sel­ben Wochenende in Erfurt ihren Lan­desparteitag abhielt. Ausgesprochen hat das ein Mitglied des Jugendfolk­orchesters unter dem Beifall des Pu­blikums auf dem vollbesetzten Markt­platz der Stadt. 2024 hatte das Orche­ster Premiere. 

40 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 27 Jahren aus ganz Deutschland werden dafür ausgewählt und proben dann vor dem Festival unter Leitung eines erfahrenen Teams für den großen Auftritt. Die meisten Mitglieder waren schon im Vorjahr dabei. Die Neuen er­weiterten das Instrumentarium um Drehleier und Nyckelharpa. 

Das Programm war wieder klug zu­sammengestellt, gekonnt arrangiert und wurde mit sichtbarer Freude ge­spielt. Das Jugendfolkorchester ist ein Projekt des Bundesverbandes für Lied, Folk und Weltmusik PROFOLK, finan­ziert durch Stiftungen. Vergleichbare Jugendfolkorchester in vielen Ländern Europas erhalten eine institutionelle Förderung – in Deutschland immer noch ein Wunschtraum.

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