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Dem inneren Kompass folgen

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Empowerment-Seminar für Orchesterleiter:innen
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Zu einer Kernaufgabe für Leiter:innen von Jugendorchestern beleuchte­te Ende Januar ein Online-Pilotse­minar der Empowerment-Reihe „Fri­scher Wind“ das Thema Führung. Orchesterleiter:innen aus NRW, Baden- Württemberg und Hessen stellten sich an drei Vormittagen den erwartbaren ebenso wie überraschenden Fragen. Nach dem von Jugendorchester-Refe­rentin Lisa Sohm und JMD-General­sekretär Ulrich Wüster konzipierten Intensiv-Coaching starten sie nun mit einem konkreten Umsetzungs-Plan in ihr Vorhaben, einen „guten“, individu­ellen und überzeugenden Führungsstil zu kultivieren.

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Die beiden Dozierenden beglei­teten die Kolleg:innen in einem methodisch wie menschlich an­spruchsvollen Reflexionspro­zess. Special Guest Alexander Adiarte (JSO Stuttgart) ergänzte um Erfah­rungen aus der Praxis. Zunächst ging es darum, für sich selbst größere Klar­heit zu gewinnen, um dann perspekti­visch ein ganz individuelles Erfolgsre­zept zu entwickeln, wie den Leiter:innen eine Jugendorchesterarbeit ge­lingt, die sie selbst und auch die Jugendlichen motiviert. Drei Grunde­lemente zogen sich durch drei Semi­nar-Vormittage mit neuen Impulsen rund um den Führungsstil am Pult. 

Erfahrungsschatz und Selbsterkenntnis 

Die Teilnehmenden reflektierten eige­ne Erfahrungen als Mitspieler:innen und Orchesterleiter:innen und wie diese ihre Art, das Orchester zu füh­ren, bewusst oder unbewusst prä­gen: Individuelle musikalische Vor­bilder wie Instrumentallehrer:innen oder Orchesterleiter:innen in der Jugendzeit, Musikpädagogen:innen an (Hoch-)Schulen oder berühmte Dirigent:innen, aber auch Impulse aus Philosophie und Ethik. Kurz ge­sagt, ging es um die Perspektive „Auf der anderen Seite des Pults sind auch Menschen“, wie es eine Teilnehmerin formulierte. Auch Aspekte wie eine stabile Körperhaltung und das nach­haltige Durchsetzen von Orchester­regeln, das Aufzeigen von Grenzen und Reaktionen auf unangemessenes Verhalten während der Proben wur­den thematisiert. Moderiert von Lisa Sohm und Ulrich Wüster sammelten die Teilnehmer:innen Einflussfak­toren in ihrer Führung, und filterten diejenigen Aspekte heraus, die sie für sich selbst und ihre Arbeit als positiv empfanden. Aus persönlicher Sicht als Orchesterleiter des JSO Stuttgart gab Alexander Adiarte einen Überblick über verschiedene Rollen, die ein:e Orchesterleiter:in annehmen kann, und deren Wirkung. 

Eigene Werte und die Wünsche „der anderen“ 

Welche inneren Werte geben mei­ne Richtung vor, bestimmen mein Handeln? Mit Übungen und im Aus­tausch mit den anderen suchten die Teilnehmer:innen, Klarheit über ih­ren „inneren Kompass“ zu gewinnen. Im Umkehrschluss war es für die Teilnehmer:innen auch eine wichtige Erkenntnis, dass sich Frust und Un­mut festsetzen, wenn ein Gegenüber ihre eigenen Überzeugungen verletzt (Beispiel: Pünktlichkeit) und ihr in­nerer Kompass unter Spannung gerät. Mit dem Wissen um den Grund der Ir­ritation lässt sich ein anderer Umgang auch mit solchen Situationen finden. Als weitere Orientierungsgröße iden­tifizierten die Teilnehmer:innen kon­krete Ziele für ihre Orchesterarbeit, sowohl kurzfristige Probenziele, als auch langfristige Perspektiven. Hier­bei spielt die Frage nach der poten­ziellen Motivation der Jugendlichen und nach deren Wünsche und Vorstel­lungen eine wichtige Rolle. Eine sou­veräne Führungspersönlichkeit kann die Dynamik im Orchester bewusst als eine lebendige Austauschbezie­hung mit den Musiker:innen steuern und diese beflügeln. 

Anstoß, Veränderung zu gestalten 

Um diese Austauschbeziehung kon­kret zu fassen und eine solide Basis für die Weiterentwicklung im Orchester zu sichern, entwarfen die teilneh­menden Leiter:innen für sich und ihr Orchester einen sogenannten „Zusi­cherungsvertrag“. Sie gingen damit den für Veränderung entscheidenden Schritt weiter: Raus aus dem Unge­fähren und dem vagen Wunsch „Es soll anders werden“ und stattdessen miteinander Ziele aushandeln und be­nennen. Ganz konkret. 

Ein solcher Vertrag kann beispiels­weise die gemeinsame Freude in den Proben oder das Übeverhalten vor Konzerten zum Gegenstand haben, und die gegenseitigen Beiträge zum Gelingen sowie Konsequenzen bei Nichteinhaltung, etwa bei unentschul­digtem Fehlen, regeln. Der oder die Orchesterleiter:in als führende Per­son und die Jugendlichen verständi­gen sich darauf, wie die Arbeit künftig von allen gemeinsam gestaltet werden soll und verpflichten sich dazu. Je kon­kreter sich beide Seiten klar darüber sind, was ihre Motivation ist, und wa­rum sie im Orchester miteinander ar­beiten wollen, desto attraktiver kann Jugendorchesterarbeit werden. 

Durch intensive Selbstreflexion und den Einsatz wirkungsvoller Methoden erschlossen sich die Kolleg:innen im Seminar neue Wege, ihren eigenen Stil zu prägen und ihre persönliche An­triebskraft zum Schlüssel für den ei­genen Erfolg und den ihres Orchesters zu machen. Sie haben sich damit die Grundlage und zugleich den Anlass er­arbeitet, mit den Mitgliedern ihres Or­chesters in einen vertieften Austausch zu treten – mit dem Ziel, eine indivi­duelle Orchesterkultur zu entwickeln, in der eine motivierende Führungs­persönlichkeit auf begeisterte Zustim­mung stößt. 

„Das Seminar war für mich eine su­per Gelegenheit, mein eigenes Han­deln, das oft sehr spontan passieren muss, zu reflektieren“, resümiert Teil­nehmerin Rebekka Stephan vom Sin­fonieorchester der Musikschule Lever­kusen. 

Das nächste Seminar für Orchesterleiter:innen „Ressourcen erschließen“ findet im Juni statt. 

Frischer Wind für Ihr Jugendorchester

Die JMD vermittelt Orchesterleiter:innen aktuelles Me­thodenwissen und sorgt mit rele­vanten Informationen aus der Bil­dungsforschung für interessante neue Perspektiven und Aha-Mo­mente. Entwickelt aus der Praxis für die Praxis, liegt der Fokus der Semi­nare auf umsetzbaren Lösungen, da­mit der Transfer in die individuelle Praxis gelingt – mit größtmöglichem Effekt. 

Das Empowerment-Programm bietet Orchesterleiter:innen Seminare zu folgenden Themen: 

• Ressourcen erschließen 

• Junges Engagement aktivieren 

• Spannend proben – so wird die Pro­be zum Erlebnis 

• Orchestermitglieder gewinnen 

• Führungsstil kultivieren 

Informationen und Anmeldung zu al­len Angeboten unter www.jmd.info/ jugendorchester 

Nehmen Sie gerne auch Kontakt auf zum Referat Jugendorchester: 

Lisa Sohm, Telefon 07934/9936-38, jugendorchester@ jeunessesmusicales.de 

Akkordeon-Titel
Weitere Kurse
Akkordeon-Elemente
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in der Musikakademie Schloss Weikersheim

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mu:v-Atelier: Komposition 
Neue Musik und Pop/Rock 
20. – 22. März 2026, Hannover 

Children’s Cello & Junior Geigen Camp 
14. – 17. Mai 2026 
Ressourcen erschließen 
Seminar für Orchesterleiter:innen 
8. – 10. Juni 2026, online 

Alles außer Proben 
JM Botschafter:innen Coaching 
19. – 21. Juni 2026 

JM Botschafter:in sein 
JM Botschafter:innen Coaching 
22. Juni 2026, online 

Multipercussion ACADEMY 
Von und mit Sebastian Wielandt 
8. – 12. Juli 2026 

mu:v-Camp 
31. Juli – 4. August 2026 

Erlebnis Kammermusik! 
Der Kurs für junge Instrumentalisten:innen 
5. – 16. August 2026 

Notos Chamber Music Academy 
15. – 23. August 2026 

exzellenz labor oper 
20. – 30. August 2026 

71st International Chamber Music Campus 
Mit dem Kuss Quartett 
9. – 20. September 2026 

Weitere Kurse unter 
www.jmd.info 

Ansprechpartnerin: 
Natascha Füger 
Tel. 07934/9936-15 
fuegeratjeunessesmusicales.de (fueger[at]jeunessesmusicales[dot]de)

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