Am 25. und 26. September 2026 präsentierten zehn Ensembles bei Creole NRW im domicil Dortmund die Vielfalt der globalen Musikszene Nordrhein-Westfalens. Jazz und Klassik begegneten indischen Ragas, brasilianischem Choro, Balkanmusik, persischen und aserbaidschanischen Traditionen, Folk, Pop und elektronischen Klangwelten. Die beiden mit jeweils 3.000 Euro dotierten Preise gingen an Mondo Chôro und Emajamaa. Mondo Chôro verbindet brasilianischen Choro mit Jazz, Klassik und zeitgenössischen Einflüssen; Emajamaa entwickelt aus Handpans, Cello und Perkussion sowie Einflüssen aus Jazz, Klassik, Minimal Music und Folk eine eigene Klangsprache. Beide Ensembles wurden zudem in den Förderkatalog „Musikkulturen“ der NRW-Kultursekretariate aufgenommen. Der Landesmusikrat NRW veranstaltete Creole NRW mit dem Kulturbüro Dortmund und dem domicil Dortmund.
Foto: Fernando Lyra aus der Band Emajamaa / Kurt Rade, Witten
Nachrichten des Landesmusikrat NRW
STATIONEN
Vier Akkordeons, rund 4.000 Zungen und fünf Konzertorte: Die Reihe STATIONEN des Landesmusikrats NRW geht vom 20. November bis 5. Dezember 2026 auf Tour durch Nordrhein-Westfalen. In Aachen, Köln, Bielefeld, Münster und Essen rückt sie in diesem Jahr das Akkordeon ins Zentrum und greift damit zugleich das „Instrument des Jahres 2026“ auf. Das Instrument zeigt dabei eine Seite, die weit über „Schifferklavier“ und „Quetschkommode“ hinausführt: In der Neuen Musik eröffnet das Akkordeon mit seinen vielfältigen Klangfarben, Spieltechniken und Ausdrucksmöglichkeiten ein außergewöhnlich breites Spektrum.
Das eigens für STATIONEN zusammengestellte Quartett bilden Dorrit Bauerecker, Marko Kassl, Katharina Koenig und Florian Stadler; die künstlerische Leitung übernimmt Dorrit Bauerecker. Zu hören sind Werke von Carlie Schoonees, Francisco Domínguez, Willem Schulz, Dietmar Bonnen und Katharina Koenig sowie Improvisationen. Gleich mehrere Uraufführungen stehen auf dem Programm. Dazu gehört auch ein neues Werk von Aleksei Kushnerev, Preisträger des Landeswettbewerbs „Jugend komponiert NRW“.
Die Tour beginnt am 20.11.2026 in Aachen und führt über Köln (21.11.) und Bielefeld (24.11.) nach Münster (4.12.) und Essen (5.12.). Begleitet werden die Konzerte von einem Schulprojekt: Mitglieder des Ensembles besuchen den Musikunterricht und ermöglichen Schülerinnen und Schülern praktische Zugänge zu zeitgenössischer Musik.
Jugend komponiert NRW
Der Landesmusikrat NRW führte 2026 zum 22. Mal den Landeswettbewerb „Jugend komponiert NRW“ durch. Der seit 1982 im zweijährigen Turnus veranstaltete Wettbewerb ermutigt Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen in Nordrhein-Westfalen, eigene musikalische Ideen zu entwickeln und öffentlich zur Aufführung zu bringen. Stilistische Vorgaben gibt es bewusst nicht: Zugelassen waren instrumentale und vokale Werke unterschiedlichster Besetzungen ebenso wie elektronische Musik, Collagen und weitere Formen der Medien-Komposition. Damit bietet der Wettbewerb jungen Menschen ein Forum, in dem sie unabhängig von stilistischen Konventionen ihre eigene musikalische Sprache erproben können.
Seinen Höhepunkt fand der Wettbewerb am 17. September mit dem Preisträgerkonzert im Saal des Ensembles Musikfabrik im Kölner Mediapark. Dort begegnete das Publikum einer bemerkenswerten Vielfalt musikalischer Vorstellungen. Fedor Fedorovs drei Stücke für Viola wurden aufgrund ihres hohen spieltechnischen Anspruchs von seiner Lehrerin Julia Weissmann interpretiert und zu einer sonatinenartigen Folge zusammengestellt. Einen ganz anderen Weg beschritt Jasper Labonté mit „Far away from“: Alltagsgeräusche und Durchsagen der Deutschen Bahn verbanden sich mit Chill-out-Rhythmen und Aufnahmen eines Gewässers zu einem vielschichtigen Soundscape. Johanna Pauli, Jungstudentin an der Folkwang Universität der Künste, steuerte mit „Alptraum“ ein Werk für Violoncello bei. Anton Stärk setzte sich in „Lass die Vergangenheit ruhen“ musikalisch mit Erinnerung und Vergangenheit auseinander. Und das Asasello-Quartett interpretierte drängend und dynamisch Clara Zöbeleys Streichquartett c-Moll, das die 14-jährige Komponistin im Idiom der Spätromantik gestaltet hat.
Die ausgezeichneten Kompositionen wurden teils von professionellen Musikerinnen und Musikern, teils von den jungen Komponierenden selbst vorgestellt. Dadurch vermittelte das Konzert nicht nur einen Eindruck von der stilistischen und kompositorischen Bandbreite des Wettbewerbs, sondern brachte das Publikum auch unmittelbar mit den Urheberinnen und Urhebern der neuen Werke ins Gespräch. Moderator Nicolas Tribes stellte die jungen Komponierenden und ihre Arbeiten vor.
Der mit 400 Euro dotierte Sonderpreis für ein neues Werk für Akkordeonquartett, der an das von den Landesmusikräten koordinierte „Instrument des Jahres“ anknüpfte, umfasste neben der Auszeichnung ein künstlerisches Mentoring mit dem ausführenden Ensemble und die Aufführung in der Konzertreihe STATIONEN. Vorsitzender des Landesausschusses ist Prof. André Stärk von der Hochschule für Musik Detmold.
Jugend jazzt NRW
Der Jazznachwuchs Nordrhein-Westfalens steht am 4. Dezember 2026 im Dortmunder domicil im Rampenlicht. Beim Preisträgerkonzert des Landeswettbewerbs „Jugend jazzt NRW“ präsentieren sich junge Musikerinnen und Musiker, die zuvor beim Wettbewerb am 21. und 22. November in Dortmund die Jury überzeugt haben. In diesem Jahr sind die Kategorien Solo und Jazzorchester ausgeschrieben. Dabei zählt nicht allein instrumentales Können: Improvisation, Zusammenspiel, Kreativität und eine eigene musikalische Handschrift gehören zum Wesen des Wettbewerbs.
Beim Preisträgerkonzert mit dabei ist auch das JugendJazzOrchester NRW, in dem zahlreiche ehemalige Preisträgerinnen und Preisträger ihre musikalische Entwicklung fortsetzen. „Jugend jazzt NRW“ wird vom Landesmusikrat NRW getragen und gemeinsam mit DORTMUND MUSIK.education und dem domicil durchgeführt.
- Share by mail
Share on