Am 20. November 2025 beteiligten sich die zwölf bezirklichen Musikschulen Berlins aktiv am weltweiten Tag der Kinderrechte. Unter dem Motto „Mit Musik für Kinderrechte“ präsentierten sie Programme, die zentrale Werte wie Gleichberechtigung, Teilhabe und Meinungsfreiheit in den Mittelpunkt rückten. Ziel war, Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihre Rechte zu erkennen, auszudrücken und selbstbewusst zu vertreten.
Das Recht, sich mit anderen zu treffen und Gruppen zu bilden.
Bild: © Musikschule City West
Berliner Musikschulen stärken Kinderrechte
„Ey Eltern, wir haben auch Rechte – nicht nur ihr allein!“ Mit diesen Worten formulierten Kinder gleich zu Beginn die Haltung des Tages: Mitbestimmung, Selbstbewusstsein und Respekt stehen im Zentrum ihrer musikalischen Erfahrung.
Musik als Ausdruck pädagogischer Haltung
Musikschulen sind Orte sozialer Teilhabe, an denen Kinder emotionale, kreative und kommunikative Kompetenzen entwickeln. Im Rahmen des Aktionstags nutzten die Berliner Musikschulen Musik gezielt als Medium sozialer Bildung. Künstlerische und pädagogische Prozesse wurden zum Weg, Kinderrechte erfahrbar zu machen und den Wert von Mitbestimmung und Diversität zu betonen.
Gelebte Kinderrechte
Wie kreativ die Bezirke das Thema umsetzten, zeigte sich in einer beeindruckenden Bandbreite von Projekten:
An der Hans-Werner-Henze-Musikschule Marzahn-Hellersdorf schrieben Kinder einen Stapelsong und produzierten diesen mit Unterstützung der BlockBox. Die Leo Kestenberg Musikschule Tempelhof-Schöneberg verband eine Probe der Mädchenband Olive mit einer Lesung aus „Ich bin ein Kind und ich habe Rechte“. Ein Familienkonzert mit Tanz- und Theaterbeiträgen zu „Platz da!“ und „Mein Körper gehört mir“ präsentierte die Musikschule City West. In Friedrichshain-Kreuzberg flossen Interviews mit Kindern über ihre Rechte in ein Kammermusikkonzert ein.
In Spandau entstanden Songwriting-Projekte, deren Ergebnisse in der Stadtbibliothek vorgestellt wurden. Die Musikschule Fanny Hensel in Mitte lud Kinder ein, Wünsche und Ideen zur Schulgestaltung einzubringen, während die Joseph-Schmidt-Musikschule Treptow-Köpenick Tanz und Songtexte zu Gemeinschaft und Mut entwickelte. Mit dem Offenen Podium schuf die Musikschule Paul Hindemith in Neukölln eine Bühne ohne Hemmschwellen, auf der Lernende sich erproben konnten. Unter dem Motto „Learning by Doing“ stellte die Musikschule Béla Bartók ein Aktionshaus als Wunschbaum auf.
Kinder schrieben dort auf, was sie an ihrer Musikschule schätzen und verbessern möchten. Die Leo Borchard Musikschule Steglitz-Zehlendorf rückte das Video des Ara-Kinderchors in den Fokus: „Wir reden mit!“ – Kinder sprechen und singen über Freundschaft, Zusammenhalt und Frieden. „Rechte hab’ ich auch als Kind, welche sogar viele sind.“ – Diese und andere selbstverfasste Texte zeigten, wie Musik zum Sprachrohr für Kinderrechte werden kann.
Kinderrechte und Schutzkonzepte
Die Aktionen entstanden im Rahmen des Runden Tisches Kinder- und Jugendschutz, an dem sich die Musikschulen zu Prävention und Schutzkonzepten austauschen. Musikunterricht lebt von Vertrauen und Nähe; daher ist es essenziell, dass sich Kinder in den Musikschulen sicher und respektiert fühlen.
Die Erfahrungen des Aktionstags zeigen, dass die Umsetzung von Kinderrechten die pädagogische Qualität stärkt. Schutzkonzepte schaffen nicht Einschränkung, sondern Sicherheit und Raum für kreative Entfaltung. Wenn Kinder erleben, dass ihre Meinung zählt und ihre Grenzen respektiert werden, entsteht eine Lernkultur, die Verantwortung und Selbstwirksamkeit fördert.
Ausblick: Engagement weitertragen
Der Tag der Kinderrechte hat gezeigt, wie eng Musikpädagogik und Menschenrechte verbunden sind. Die Berliner Musikschulen haben durch vielfältige Projekte bewiesen, dass Musik ein starkes Mittel gesellschaftlicher Bildung ist. Ihre Arbeit macht Kinderrechte sichtbar, hörbar und erlebbar – in jedem Ton, jeder Bewegung, jedem gemeinsam erarbeiteten Stück.
Für das kommende Jahr wünschen sich die Musikschulen, dass noch mehr Einrichtungen diesem Beispiel folgen. Gemeinsame Projekte, Austauschformate und Partnerschaften könnten das Thema weiter verankern und die Sichtbarkeit von Kinderrechten in der musikalischen Bildung stärken.
„Familie, Gerechtigkeit und Freundschaft – das ist es, was Zusammenhalt schafft.“ Dieser Liedvers steht sinnbildlich für das Anliegen des Tages: Musik verbindet Menschen und eröffnet Kindern die Möglichkeit, gestärkt und gehört in ihre Zukunft zu gehen.
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