Klavier-Festival Ruhr bringt Strauss und Kriegsfolgen-Musik


(nmz) -
Er verlor im ersten Weltkrieg einen Arm, wollte aber weiter Klavier spielen: Dem Musiker Paul Wittgenstein widmet das Klavier-Festival Ruhr einen Schwerpunkt 100 Jahre nach Kriegsbeginn. Der 150. Geburtstag des Komponisten Richard Strauss und der Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren prägen das Klavier-Festival Ruhr 2014.
26.01.2014 - Von dpa

Der Pianist Gerhard Oppitz spielt zum Strauss-Jubiläum die selten im Konzert zu hörende Vertonung der Ballade «Enoch Arden». Auch der Liederabend auf dem Schloss Herten mit der englischen Opernsängern Felicity Lott widmet sich Strauss' Werken, wie Intendant Franz Xaver Ohnesorg am Freitag in Essen sagte.

Besonderes Augenmerk legt das Pianistentreffen auf den Einfluss des Ersten Weltkrieges auf die Klaviermusik, insbesondere auf den Musiker Paul Wittgenstein (1887-1961). Der aus Österreich stammende Pianist verlor im Krieg seinen rechten Arm. Deshalb beauftragte er zeitgenössische Komponisten, Stücke so umzuschreiben und zu komponieren, dass sie auch nur mit der linken Hand spielbar sind. Mit einer Hand spielen werden die taiwanesische Pianistin Ya-Fei Chuang und der Kanadier Marc-André Hamelin, dessen Schaffen das Klavier-Festival im letzten Jahr auszeichnete.

Der Preis des Klavier-Festivals geht in diesem Jahr an den Polen Krystian Zimerman, teilte Intendant Ohnesorg mit. Zimerman wird auf dem Festival auch den «Beethoven-Gipfel» eröffnen, auf dem die drei letzten Klaviersonaten des deutschen Komponisten zu hören sein werden. Neben Zimerman werden András Schiff und Igor Levit die zukunftsweisenden Sonaten interpretieren.

Bei dem Festival werden vom 9. Mai bis zum 12. Juli insgesamt 113 Pianisten aus 23 Nationen auftreten. Die 64 Konzerte finden in 19 Städten an Rhein und Ruhr statt. Liederabende, Jazz-Konzerte und Diskussionsrunden mit den Pianisten und Wissenschaftlern runden das Programm ab. Der Vorverkauf für die Tickets startet am Samstag.

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