Über fünf Jahre saß sie in ihrer Heimat Belarus in Haft - als politische Gefangene. Dann wurde Maria Kolesnikowa freigelassen. Die Musikerin lebt nun in Berlin.
Die belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa steht erstmals nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis wieder auf einer Bühne: am 9. April im Berliner Kulturzentrum Radialsystem. Über ihren Auftritt im Stück «#freemaria» verriet die 43-jährige Künstlerin am Dienstag in Berlin, sie werde Flöte spielen und «viel über Freiheit sprechen». Mit «#freemaria» hatten Menschen für ihre Freilassung gekämpft.
Kolesnikowa gehörte zu den Anführerinnen der Massenproteste in Belarus nach der Präsidentenwahl von 2020. Sie war im September 2020 festgenommen worden. Mehr als zwei Jahre befand sie sich eigenen Angaben zufolge in Isolationshaft, ohne Kontakt zu Angehörigen. Sie habe in dieser Zeit hunderte Bücher gelesen, berichtete sie im Januar in der ARD-Sendung «Maischberger».
Durch Druck der USA kam Kolesnikowa gemeinsam mit 120 anderen Gefangenen im vergangenen Dezember frei. Sie lebt jetzt im Exil in Berlin. Sie wolle dort Ideen für den Kulturbereich verfolgen, die Brücken bauen, sagte sie bei «Maischberger».