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Im deutsch-russischen Streit um die Beutekunst hat der Jenaer Rechtsexperte Olaf Werner einen Kompromiss vorgeschlagen. Der Jurist brachte eine gemeinsame Stiftung der beiden Länder mit Sitz in Weimar und St. Petersburg ins Gespräch.
Russland und Deutschland könnten ihr Eigentum in die Stiftung geben und würden damit ihr Recht wahren, erklärte Werner. Das Modell soll im Oktober auf einer Tagung in Weimar vorgestellt werden.Werner mahnte, eine Lösung für die Beutekunst dürfe nicht der nächsten Generation überlassen werden. Er befürchte, dass die betroffenen Kunstwerke dann für die Nachwelt verloren gingen und vermoderten. Vieles sei in vier bis fünf Jahren nicht mehr reparabel.
Sinn der Stiftung ist es, die Kunstgegenstände an ihren Ursprungsort zurückzugeben. Bei den Prestigeobjekten schlägt Werner einen vermerkten Hinweis vor, dass es sich um Eigentum der Stiftung handelt. Gegenstände wie das Schliemann-Gold könnten damit als Dauergabe der neuen Stiftung in Berlin aufgestellt werden.
Das umstrittene russische Beutekunst-Gesetz hatte Ende der 90er Jahre die nach dem Zweiten Weltkrieg verschleppten deutschen Kulturgüter zu russischem Eigentum erklärt. Deutschland erhebt einen völkerrechtlichen Anspruch auf die Rückgabe der rund 4,5 Mio. Kunstgegenstände.
Quelle: http://www.mdr.de/nachrichten/schwerpunkt/1408974.html