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Ströver fordert Neuordnung der Berliner Kulturlandschaft

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Die Vorsitzende des parlamentarischen Kulturausschusses in Berlin, Alice Ströver (Grüne), fordert eine Neuordnung der Kulturlandschaft im Kinder- und Jugendbereich. Neben Kultursenator Thomas Flierl (PDS) müsse künftig auch Jugendsenator Klaus Böger (SPD) für den Erhalt und die Pflege von Bibliotheken und Musikschulen verantwortlich sein,» sagte die Politikerin dem «Berliner Kurier».

Berlin (ddp-bln). Die Bezirke seien finanziell chronisch unterversorgt, begründete sie ihre Auffassung. Die Mittel dort würden eher für das notdürftige Flicken von Schlaglöchern benutzt.
Die Zahl der öffentlichen Bibliotheken hat sich von 176 im Jahre 1997 auf nunmehr 119 verringert. Konstant geblieben ist seit dem Mauerfall laut Bildungsverwaltung zwar der Bestand an Musikschulen, von denen es in der Stadt 23 gibt. Doch auch dort werde gekürzt, kritisierte Ströver. Angesichts der Finanzausstattung der Bezirke könnten auch dort «reihenweise die Lichter ausgehen».

Besonders prekär sei die Situation in Marzahn-Hellersdorf, sagte Ströver. Dort seien vom Kunst- und Kulturamt 2002/2003 rund 838.000 Euro gestrichen worden. Das entspreche einem Minus von 90,9 Prozent. Flächendeckend «ausradiert» wurden die vom Senat einst unterstützten privaten Kinder- und Jugendtheater in den Bezirken. Von den vor zehn Jahren geförderten neun Einrichtungen hätten nur zwei überlebt, sagte Ströver - das Musiktheater »Atze« in Kreuzberg und die »Hans Wurst Nachfahren« in Tiergarten.