Die Zahl der Musikerinnen und Musiker in Berufsorchestern ist in den vergangenen beiden Jahren stabil geblieben. 2026 gibt es 9.748 ausgewiesene Planstellen und damit 33 weniger als 2024.
„Natürlich schmerzt der Verlust jeder einzelnen Stelle in den 129 Berufsorchestern. Statistisch gesehen bedeutet dieses Minus von 0,3 Prozent jedoch Stabilität“, sagt Co-Geschäftsführer Robin von Olshausen anlässlich der Vorstellung der Planstellen-Statistik, die UNISONO exklusiv alle zwei Jahre erhebt. „Unter dieser vermeintlich guten Botschaft verbirgt sich allerdings ein grundlegendes Strukturproblem.“
Die Orchesterträger besetzen nämlich tatsächlich viel weniger Stellen. Aktuell sind es gerade mal 9.292. „Insgesamt sind 456 auf dem Papier vorhandene Arbeitsplätze und damit fast jede 20. Planstelle vakant. Die Ursachen sind vielfältig“, sagt Olshausen. Fachkräftemangel, regionale Standortnachteile und mitunter lange Einstellungsverfahren erschweren die Besetzung. Besorgniserregend hohe Vakanzquoten haben beispielsweise das Philharmonische Orchester Erfurt (21 Prozent), das Orchester der Komischen Oper Berlin (18 Prozent) oder das Gürzenich-Orchester Köln (14 Prozent).
Wo Unterbesetzung über längere Zeiträume hingenommen wird, entsteht der Eindruck eines stillen Personalabbaus. „Dieser erfolgt ohne transparenten politischen Beschluss und auf Kosten der Beschäftigten, die steigenden Arbeitsbelastungen und Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind“, sagt Co-Geschäftsführerin Julia Hofmann. Viele Orchesterträger können aktiv nur gegensteuern, wenn ihnen dauerhaft mehr Geld zur Verfügung steht. Für die Mehrzahl der kommunalen Orchester bedeutet das, dass die Kommunen erst einmal eine bessere Finanzausstattung brauchen. „Um die Finanzierung von Kultur und damit auch von Berufsorchestern langfristig zu sichern, müssen wir neue Wege beschreiten“, sagt Hofmann. „Deshalb unterstützt UNISONO die immer dringlicher werdenden Forderungen, die Kulturhaushalte von Kommunen und Ländern aufzustocken.“
Besonders große Sorgen machen UNISONO die steigenden Unsicherheiten der Finanzierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Rundfunkorchester, -chöre und -bigbands sind davon zunehmend betroffen. Aktuell gibt es konkrete Überlegungen beim SWR und SR, die auf einen Stellenabbau bei der Deutschen Radiophilharmonie hinauslaufen. Dieser Schritt träfe ein exzellentes Orchester, das regional ausgesprochen stark verankert ist und noch immer unter den Folgen einer vorangegangenen Fusion leidet.
- vollständige UNISONO-Planstellenstatistik
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Musikerstellen in Berufsorchestern bleibt stabil
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Zahl der vorhandenen Musikerstellen in Berufsorchestern bleibt stabil
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