Body
Stuttgart zeigt Sammlung Ordrupgaard - 82 Kunstschätze ausgestellt +++ Unbekannter Feininger in Hamburger Kunsthalle +++ Ausstellung von Fournell-Bildern in Rheydt +++ Museum Haus Esters zeigt Bilderzyklus von Fischl +++ Festival für computergestützte Kunst präsentiert sich in Dresden
Stuttgart zeigt Sammlung Ordrupgaard - 82 Kunstschätze ausgestellt
Stuttgart (ddp-bwb). Die dänische Kunstsammlung Ordrupgaard ist ab Samstag erstmals in Deutschland ausgestellt. Bis zum 8. Februar 2004 zeigt die Staatsgalerie Stuttgart 82 Hauptwerke aus der einstigen Privatsammlung des Unternehmers Wilhelm Hansen (1886 -1936), darunter zahlreiche Arbeiten von Pierre-Auguste Renoir, Paul Gauguin und Edgar Degas. Die im Museum Ordrupgaard bei Kopenhagen beheimatete Sammlung war außerhalb Dänemarks bislang nur in den USA zu sehen.
Die Präsentation umfasst Werke von rund 30 Künstlern. Den Schwerpunkt bilden nach Angaben der Staatsgalerie 62 Werke französischer Malerei des 19. Jahrhunderts. Mit Gustave Courbet, Eugène Delacroix, Edouard Manet, Claude Monet, Camille Pissarro und Alfred Sisley sind zahlreiche berühmte Repräsentanten der Epoche vertreten. Vor allem impressionistische Arbeiten, aber auch Beispiele des Klassizismus, des Realismus und der Romantik gehören zu den Ausstellungsstücken. Daneben sind auch dänische Maler aus dem 19. und 20. Jahrhundert repräsentiert, darunter Vilhelm Hammershoj mit einer Reihe von Interieurs.
Die Sammlung wurde während des Ersten Weltkrieges von dem Versicherungsunternehmer Hansen zusammengetragen. Er hatte sie in seinem herrschaftlichen Wohnsitz in Charlottenlund aufbewahrt. Nachdem seine Frau die Kunstschätze und das Anwesen dem dänischen Staat vermacht hatte, wurde die Sammlung 1953 als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zu den bedeutendsten Exponaten gehören unter anderem ein Porträt George Sands aus dem Jahre 1838 von Delacroix, Paul Cezannes «Badende Frauen» von 1895, Straßenszenen von Pissarro aus den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts, Gaugins «Menschliches Elend» von 1888 sowie Monets «Waterloo Bridge» von
1903.
Dass die Sammlung geschlossen in Deutschland gezeigt werden kann, ist auf Erweiterungsarbeiten am Museum Ordrupgaard zurückzuführen, wo derzeit ein Neubau der Architektin Zaha Hadid entsteht. Staatsgalerie-Direktor Christian von Holst sagte bei der Vorabpräsentation in Stuttgart, die Staatsgalerie wende sich mit der Präsentation bewusst dem Thema Sammeln zu. Im kommenden Jahr werde die Reihe mit einer Ausstellung aktueller Kunst aus der Stuttgarter Sammlung Scharpff fortgesetzt. Ebenfalls geplant sei für 2004 unter dem Titel «Von Munch bis Beckmann» eine Schau mit Meisterwerken aus süddeutschem Privatbesitz.
Zur Ausstellung «Renoir, Gauguin, Degas - Schätze aus der Sammlung Ordrupgaard» erscheint ein 150-seitiger Katalog. Geplant ist auch ein Begleitprogramm mit Vorträgen, Führungen und einer Kunstnacht am 6. Dezember. Die Staatsgalerie ist täglich außer montags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr, donnerstags bis 21.00 Uhr geöffnet.
http://www.staatsgalerie.de
Unbekannter Feininger in Hamburger Kunsthalle
Hamburg (ddp-nrd). Eine weitgehend unbekannte Seite des Malers Lyonel Feininger (1871-1956) können Besucher in der Hamburger Kunsthalle entdecken. Am 24. Oktober öffnet dort die Schau «Lyonel Feininger. Menschenbilder. Eine unbekannte Welt» und zeigt bis 1. Februar eine umfassende Ausstellung zum figürlichen Werk des populären Künstlers, wie das Unternehmen British American Tobacco, das die Ausstellung ermöglicht, am Donnerstag in Hamburg mitteilte.
Mit 30 Gemälden, einer Plastik und einer größeren Anzahl von Arbeiten auf Papier sollen die figürlichen Kompositionen, die Feininger 1907 zunächst aus seinen Karikaturen entwickelte, zum ersten Mal eingehend präsentiert werden. Dabei werden auch eine Reihe von bedeutenden Werken aus internationalen Privatsammlungen zu sehen sein, die in der Vergangenheit selten oder noch nie öffentlich gezeigt wurden.
Ausstellung von Fournell-Bildern in Rheydt
Mönchengladbach (ddp-nrw). Im Schloss Museum Rheydt gibt es ab Sonntag eine Ausstellung mit Bildern des Malers Otto Fournell. Gezeigt werden Werke mit Motiven der niederrheinischen Landschaft sowie Reiseimpressionen, wie das Museum am Donnerstag im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt mitteilte. Der aus Mönchengladbach stammende Künstler wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.
Fournell baute seine Werke auf dem Expressionismus auf, entwickelte dabei aber für sich einen eigenen Weg. Kennzeichnend für seine Aquarelle und Zeichnungen, die bei der Ausstellung zu sehen sind, seien die innere Zwiesprache zwischen Künstler und Landschaft, hieß es.
Die bis 23. November dauernde Ausstellung ist dienstags bis samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Montag ist Ruhetag.
Museum Haus Esters zeigt Bilderzyklus von Fischl
Krefeld (ddp-nrw). Das Museum Haus Esters präsentiert ab Sonntag den zwölfteiligen Bilderzyklus «Krefeld Project» des amerikanischen Malers Eric Fischl. Für die Ausstellung verwandelte Fischl das Museum in eine bewohnte Villa. Im Frühjahr 2002 spielten drei Tage lang zwei Schauspieler die Bewohner, die Fischl mit der Kamera begleitete. Aus den 2000 Fotografien gestaltete er zwölf großformatige Gemälde, in denen er das gleichförmige Leben und die Sprachlosigkeit der Partner hintersinnig dokumentiert, wie ein Museumssprecher am Donnerstag in Krefeld auf ddp-Anfrage erläuterte. Die Ausstellung ist bis Ende Januar zu sehen.
Der 1948 in New York geborene Eric Fischl zählt seit Ende der 70er Jahre zu einem der einflussreichsten Künstler seiner Generation. Mit seinen wollüstigen Strand- und erotischen Schlafzimmer-Szenen wurde er zum Star. In jüngster Zeit geriet der Maler wieder in die Schlagzeilen.
Aufsehen erregte Fischl, als er 2002 zum Jahrestag des Terroranschlags vom 11. September in New York auf das World Trade Center eine Bronzestatue aufstellte: «Tumbling Woman» stellte eine nackte Frau nach dem Sprung aus dem World Trade Center dar - genau in jenem Moment, als sie kopfüber auf dem Boden aufschlägt. Die Statue musste abtransportiert werden.
http://www.krefeld.de/kunstmuseen
Festival für computergestützte Kunst präsentiert sich in Dresden
Dresden (ddp). Das internationale Medienkunstfestival «CYNETart_03transit» findet am Wochenende in Dresden statt. Von heute bis Sonntag werden im Festspielhaus Hellerau acht Vorstellungen und sechs Installationen geboten, wie Kulturbürgermeister Vogel in Dresden mitteilte. Insgesamt seien 40 Künstler und Wissenschaftler aus zehn Ländern und drei Kontinenten an dem zum siebten Mal stattfindenden Festival beteiligt.
Am Sonntag findet außerdem das international besetzte Forum «sound in transit» statt, bei dem Projekte mit Klängen präsentiert werden und die Künstler sich im Anschluss den Fragen des Publikums stellen.