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«Dat Riesendings» - Plattdeutsche Uraufführung in Brake +++ «Die Arabische Welt» auf Frankfurter Buchmesse 2004 +++ Göttinger Literaturherbst beginnt +++ Kurt-Tucholsky-Preis für Wolfgang Büscher
«Dat Riesendings» - Plattdeutsche Uraufführung in Brake
Brake/Oldenburg (ddp-nrd). Das preisgekrönte Theaterstück «Das Riesendings von Pringewitz» feiert am Samstag seine plattdeutsche Uraufführung. Die niederdeutsche Bühne Brake bringt den Stoff unter dem Titel «Dat Riesendings» auf die Theaterbretter, wie der Niederdeutsche Bühnenbund Niedersachsen-Bremen am Donnerstag in Oldenburg mitteilte. Die Vorlage des Berliner Autors Thilo Reffert hatte im vergangenen Jahr den Stückepreis des Bühnenbundes gewonnen.
«Dat Riesendings» spielt in der Zeit nach der Wende auf dem platten Land im Osten Deutschlands. Die Protagonisten Rudi, Veit und Gustaf sind zwar arbeitslos, haben ihren Traum von den blühenden Landschaften aber nicht aufgegeben. Rudis Ehefrau Fine überzeugt das Trio mit der Geschäftsidee, ein Vergnügungsetablissement für Damen zu eröffnen. Allerdings fehlt es aus Geldmangel an qualifiziertem Personal. Also müssen die Männer selber auf die Bühne.
Ins Plattdeutsche übertragen wurde das Stück von Hartmut Cyriacks und Peter Nissen, die bereits die Abenteuer der Comic-Helden «Asterix und Obelix» übersetzten. Regie führt Werner Michaelsen aus Bremen. Die Musik hat der Oldenburger Erich Radcke komponiert. «Dat Riesendings» wird bis 31. Oktober insgesamt 13 Mal aufgeführt.
http://www.buehne-brake.de
«Die Arabische Welt» auf Frankfurter Buchmesse 2004
Frankfurt/Main (ddp). «Die Arabische Welt» ist im nächsten Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse. Diese Entscheidung mache ihn sehr stolz und glücklich, sagte Messe-Direktor Volker Neumann am Donnerstag. Denn «wenige Regionen der Welt machen den kulturpolitischen Sinn des Gastländerprogramms derart deutlich wie die Arabische Welt». In Deutschland, Europa und der Welt wisse man «viel zu wenig» über diese Region, die geografisch doch so nahe liege. Und was man zu wissen glaube, entpuppe sich bei näherem Hinsehen «zumeist als Zerrbild». Die Schlagwörter dieser Tage seien Fundamentalismus, Frauenfeindlichkeit, Öl und Terrorismus. «Die Literatur kann und muss hier eine Brücke sein», sagte Neumann. «Wer Bücher aus fremden Ländern liest, der lernt die Welt ein bisschen besser verstehen.»
Derzeit gebe es aber auf den Buchmärkten noch «erhebliche Lücken», wenn es um Übersetzungen der «vielfältigen Literaturen» der Arabischen Welt gehe, betonte Neumann. Zahlenmäßig seien diese Bücher in Deutschland «eine Randerscheinung». Von mehr als 125 000 belletristischen Titeln, darunter etwas mehr als 40 Prozent Übersetzungen, stammten weniger als 500 von Autoren aus dieser Region. Und von diesen wiederum seien weniger als die Hälfte aus dem Arabischen übersetzt, viele hingegen aus dem Französischen.
Übersetzungen aus und in das Arabische müssten stärker gefördert werden, forderte Neumann. Dass mit kulturpolitischem Engagement etwas bewirkt werden könne, zeigten die 97 seit 1984 mit Hilfe des Auswärtigen Amtes und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia aus dem Arabischen übersetzten Bücher.
Göttinger Literaturherbst beginnt
Göttingen (ddp-nrd). Mit einer Lesung des Züricher Autors Peter Stamm beginnt am Freitagabend der 12. Göttinger Literaturherbst. Bis 19. Oktober geben sich in der Universitätsstadt 32 Autoren aus sechs Ländern ein Stelldichein, darunter Schriftsteller wie Margaret Atwood, Sten Nadolny und T.C. Boyle. Die Literaten werden laut Veranstalter Christoph Reisner in Lesungen, Gesprächen und Performances ihre neuen Texte vorstellen.
«Unser Ziel ist es, das größte und modernste Literaturfestival Norddeutschlands zu werden», sagte Reisner, der in diesem Jahr mit einem Besucherzuwachs von mehr als zwanzig Prozent rechnet. Zum Auftakt stellt Stamm seinen Erzählband «In fremden Gärten» vor. Am Samstag liest die kanadische Bestsellerautorin Margaret Atwood aus ihrem Roman «Oryx und Crake».
Als besonderes Highlight liest zum Abschluss des Festivals am 19. Oktober der Musiker Joe Jackson aus seinem Buch «Ein Mittel gegen die Schwerkraft». Die deutsche Übersetzung der Erinnerungen des Rockstars trägt Heinz Rudolf Kunze vor.
http://www.literaturherbst.com
Kurt-Tucholsky-Preis für Wolfgang Büscher
Berlin (ddp). Der Journalist Wolfgang Büscher bekommt am Sonntag den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik. Wie die Kurt-Tucholsky-Gesellschaft in Berlin mitteilte, wird Büscher für seine literarische Reportage «Berlin-Moskau. Eine Reise zu Fuß» ausgezeichnet, die im März im Rowohlt Verlag erschienen ist. Die Auszeichnung wird im Deutschen Theater Berlin verliehen. Die Laudatio hält Wilfried F. Schoeller, Generalsekretär des Deutschen P.E.N.-Zentrums.
In der Begründung der Jury heißt es, auf einer Fußreise von 82 Tagen habe Büscher «mit untrüglichem Spürsinn für den Humor des Grotesken und den Witz des Absurden einen riesigen Raum voller Abenteuer und historischer Reminiszenzen erkundet». Er bewege sich damit «auf der Gegenrichtung unserer routinierten Aufmerksamkeit - als fußläufiger Souverän des Geschichtsatlas, dessen Ostseiten wir nur zu gerne überblättern».
Der Kurt-Tucholsky-Preis wurde 1995 gestiftet. Bisherige Preisträger sind unter anderen Harry Pross (2001), Daniela Dahn (1999), Heribert Prantl (1996) und Konstantin Wecker (1995).