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Hanser-Verleger sieht Zukunft des Literaturbetriebs kritisch +++ Hohe Auszeichnungen für Nachwuchs-Literaturkritiker +++ Neue Spielstätte für Puppenbühne in Bautzen
Hanser-Verleger sieht Zukunft des Literaturbetriebs kritisch
Osnabrück (ddp). Der Schriftsteller und Verleger Michael Krüger sieht die Zukunft des Literaturbetriebs mit Sorge. «Das Problem der nächsten 20 Jahre wird sein, wie wir den Buchhandel erhalten», sagte der Geschäftsführer des Carl Hanser Verlages der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstagausgabe). Aus diesem Grund bewertet er Verkaufs- und Medienphänomene wie die Biografien von Dieter Bohlen und Stefan Effenberg als «sehr gut» für den Buchhandel. Er glaube aber nicht, dass die Käufer von Megasellern wie «Harry Potter» langfristig passionierte Leser werden, fügte er hinzu.
Zugleich forderte er die TV-Sender auf, mehr Büchersendungen anzubieten. «Ich meine, dass es auch für das sehr gute historische, philosophische oder das Wirtschaftsbuch einen zusätzlichen Ort im Fernsehen geben sollte», sagte Krüger.
Hohe Auszeichnungen für Nachwuchs-Literaturkritiker
Stuttgart (ddp-bwb). Unter den Nachwuchs-Literaturkritikern in Deutschland sind zwei Jugendliche aus Baden-Württemberg führend. Der 18-jährige Simon Hassler aus Weingarten gewann den mit 2000 Euro dotierten ersten Platz im Wettbewerb «Preis junge Kritiker», wie der Ernst Klett Verlag am Freitag in Stuttgart mitteilte. Der zweite Rang und 1000 Euro gehen an den 16-jährigen Philipp Oser aus Bad Rappenau. Den mit 500 Euro verbundenen dritten Platz belegte die 17-jährige Anne Hanik aus Jockgrim in Rheinland-Pfalz.
Rezensiert wurden die Bücher «Business Class» von Martin Suter, «Zwölf» von Nick McDonell und Ian McEwans Roman «Abbitte». Die Preisverleihung findet am 10. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse statt. Mit dem vom Klett Verlag initiierten Wettbewerb sollen Jugendliche dazu animiert werden, sich intensiver mit Literatur zu beschäftigen und einen neuen Zugang zu ihr zu finden. Für die Konkurrenz, die zum dritten Mal stattfand, gab es knapp 1000 Bewerber.
Neue Spielstätte für Puppenbühne in Bautzen
Bautzen (ddp-lsc). Die Puppenbühne des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters in Bautzen hat am Freitag ihre künftige Spielstätte auf der Ortenburg in Besitz genommen. Zusammen mit Ensemblemitgliedern und Mitarbeitern zogen rund 150 Kinder durch die Bautzener Innenstadt, um Puppen und Requisiten zum neuen Burgtheater zu tragen. Mit Musik und mehreren Kutschen wurde der symbolträchtige Umzug begleitet, sagte die Marketingchefin des Theaters, Gabriele Suschke. Vor dem Abmarsch hatten der Bautzener Intendant Lutz Hillmann und der Oberspielleiter des Puppentheaters, Peter Stahl, die alte Puppenbühne in der Käthe-Kollwitz-Straße mit einem Brett vernagelt.
Am Abend wird das Burgtheater feierlich eröffnet. Dabei werden auch die 15 überlebensgroßen Sandsteinfiguren des Rietschelgiebels enthüllt, der nach langer Odyssee auf der Ortenburg einen neuen Platz fand. Der Bildhauers Ernst Rietschel (1804 1861) hatte das Giebelfeld ursprünglich für die Nordseite des ersten Dresdner Hoftheaters geschaffen. Der rund 3,6 Millionen Euro teure Theaterneubau entstand gegenüber dem Sorbischen Museum. Das zweistöckige Haus hat einen großen Saal mit rund 120 Plätzen und einen kleinen Saal für etwa 70 Zuschauer. Das Angebot in der neuen Spielstätte soll von Puppenspiel über Kinder- und Jugendtheater bis hin zu Veranstaltungen der «kleinen Form» reichen.
(www.theater-bautzen.de)