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Flimm will Konzept der RuhrTriennale überarbeiten +++ Deutschlands bester Lyriker in Weimar gekürt +++ Theater der Jungen Welt Leipzig bezieht eigenes Haus +++ In Lippstadt startete das Wortfestival
Flimm will Konzept der RuhrTriennale überarbeiten
Gelsenkirchen/Berlin (ddp). Der designierte Leiter der RuhrTriennale, Jürgen Flimm, will das Konzept des Festivals überarbeiten. Der «Welt am Sonntag» sagte er, in der zweiten Auflage der Triennale werde es neue Spielorte und wahrscheinlich eine Verlegung des Programms in den Spätsommer oder Frühherbst geben. An die Schwerpunkte des jetzigen Triennale-Programms wolle er aber anknüpfen, fügte der derzeitige Schauspielchef der Salzburger Festspiele hinzu.
Flimm soll ab Herbst kommenden Jahres den nach Paris wechselnden Triennale-Intendanten Gerard Mortier beerben. Bislang hat er den Vertrag nach Angaben des Blattes aber noch nicht unterschrieben. Dies hänge noch von dem Festival-Etat ab, der am 23. September von der Landesregierung beschlossen werden soll. Sollte die finanzielle Ausstattung zu gering sein und internationale Produktionen nicht erlauben, werde er «dies nicht mitmachen», drohte Flimm.
Deutschlands bester Lyriker in Weimar gekürt
Weimar (ddp). Deutschland hat einen Superdichter. Die 29-jährige Psychologin Petra Schachtschabel wurde am Samstag in Weimar zum Sieger des Wettbewerbs «Deutschland sucht den Superdichter» gekürt. Ihr Gedicht «Abendstern» setzte sich in der Gunst des Publikums durch. Das 137-zeilige Werk der Dresdnerin handelt von Problemen beim Umgang mit Lyrik.
Für den Wettbewerb hatte der Veranstalter «Verein deutsche Sprache e.V.» merh als 5000 Gedichte erhalten, wie Vereinssprecher Tobias Mindner mitteilte. Eine Jury habe 25 davon ausgewählt, die am Samstagabend dem Publikum zum Endausscheid präsentiert wurden. Bedingung für alle Werke sei die Abfassung in stilistisch korrektem Deutsch und die Reimform gewesen.
Nach Angaben des Vereinssprechers wird der Sieger wird mit einer Sandsteinbüste geehrt. Die Skulptur solle im November am Weimarer Goetheplatz aufgestellt werden. Dort werde die Büste Deutschlands Superdichterin bis zum nächsten Wettbewerb im Herbst 2004 würdigen.
http://www.superdichter.de
Theater der Jungen Welt Leipzig bezieht eigenes Haus
Leipzig (ddp-lsc). Schwer und schmutzig waren die Eintrittskarten für das Eröffnungsstück des Theaters der Jungen Welt Leipzig am 7. November 1946. Und sie wurden nicht vorgezeigt oder abgerissen, sondern eingesammelt. Es war nämlich Kohle: schwarze Briketts und Teile davon. Das «Schwarzgeld» wurde dringend zum Heizen des Theaters im Weißen Saal Zoo benötigt. Dort sahen die Zuschauer zum Auftakt «Emil und die Detektive» von Erich Kästner. Zur bevorstehenden Eröffnung der «Jungen Welt» im neuen Theaterhaus am Leipziger Lindenauer Markt am 11. Oktober wird «Die wundersame Reise des kleinen Kröterichs» von Yaakov Shabtais gegeben.
Zwischen der Bühnengeburt im Herbst 1946 und der Wiedergeburt im Herbst 2003 liegt das verhängnisvolle Datum 28. August 1989, als das Theater brannte. Sowohl Zuschauerraum als auch Bühne, Kulissen, Requisiten, Kostüme - alles wurde ein Opfer der Flammen, die ein Brandstifter entfacht hatte.
«Der Brand hat uns damals fast die Wende vergessen lassen», sagt der damalige Intendant Hanns Gallert. «Wir standen vor dem Nichts, mussten von ganz vorn anfangen», erinnert sich auch Marion Firlus, seit 1981 Dramaturgin an der Kinder- und Jugendbühne, die über Nacht zu einem unfreiwilligen Wandertheater geworden war.
Es ging von einem Provisorium zum anderen. «Aber wir hatten einen starken Überlebenswillen, das hat unseren Zusammenhalt gefestigt», betont die Theaterfrau. «Und das Publikum ist treu mit uns gezogen durch alle Spielstätten. Wir haben gemeinsam durchgehalten.»
Die Stadt steht ebenfalls fest hinter der «Jungen Welt». Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) spricht von einem «deutlichen Bekenntnis» zu dieser Einrichtung und von «einem Meilenstein» in der 57-jährigen Geschichte des ältesten professionellen Kinder- und Jugendtheaters im deutschsprachigen Raum.
Mit der Eröffnung eines Kinder- und Jugendtheaters im ersten Jahr nach dem Krieg habe die Stadt Leipzig schon damals ein Zeichen gesetzt. Inmitten von Trümmern gründete sie ein Theater, das es bis dahin in Deutschland noch nicht gegeben hat.
Generationen von Kindern sind mit dem Leipziger Theater der Jungen Welt aufgewachsen. Leipzigs Oberbürgermeister gehört dazu, hat doch sein Vater, der Komponist Siegfried Tiefensee, der Jungen Welt eigene Stücke, Schauspielmusiken und die Kinderoper «Katz und Kätzchen» geschrieben.
Intendant Jürgen Zielinski nimmt seine zweite Spielzeit in Leipzig in Angriff und beginnt sie mit einer Eröffnungswoche im neuen Theaterhaus. Der Beschluss zum Umbau des Vorgängers Haus der Volkskunst war 1993 gefasst worden.
Nach vielen Hürden, vor allem der Überwindung finanzieller Schwierigkeiten ist es endlich bezugsfertig, das neue Theaterhaus. Die Kohle ist nach wie vor knapp, auch wenn das mit dem Zahlungsmittel nicht mehr wörtlich zu nehmen ist.
Nachdem Ensemble und Publikum erst im Sommer vom letzten Interim - dem Theaterzelt - Abschied nahmen, kann nun die Eröffnung des Theaterhauses gefeiert werden, mit Premieren und Gastspielen und mit dem Komponisten Siegfried Tiefensee, der dem Theater der Jungen Welt weiter verbunden ist, als Mitglied der Fördergesellschaft.
Marianne Stars
http://www.theaterderjungenweltleipzig.de)
In Lippstadt startete das Wortfestival
Lippstadt (ddp-nrw). In Lippstadt startete am Sonntag das Wortfestival. Auf der Gästeliste der Kulturveranstaltung, die bis zum 26. Oktober dauert, stehen prominente Namen wie die der Schauspieler Michael Degen, Renan Demirkan und Hannelore Hoger. Im Rahmen des Festivals erhält zudem der Mime Arne Elsholtz am 21. September den Synchronsprecherpreis. Elsholtz «leiht» vor allem Tom Hanks sowie Kevin Kline seine Stimme und gilt als einer der besten Synchronsprecher Deutschlands.