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18.9.: bildende kunst aktuell +++ bildende kunst

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Leipzig: Eröffnung des Bildermuseums erst 2004 +++ "Mesopotamische Mona Lisa" wieder gefunden +++ Paris: Große Jean-Cocteau-Retrospektive


Leipzig: Eröffnung des Bildermuseums erst 2004
mdr - Die Eröffnung des neuen Bildermuseums in Leipzig verzögert sich auf Oktober 2004. Nach Angaben des Direktors des Museums der bildenden Künste, Schmidt, ist der zuletzt genannte Termin Anfang Dezember 2003 nicht zu halten. Der einzige große Museumsbau in Ostdeutschland sollte am 4. Dezember diesen Jahres zum 60. Jahrestag der Zerstörung des alten Bildermuseums eingeweiht werden. Der ursprüngliche für Ende 2002 geplante Start hatte sich durch Finanzprobleme verzögert.
Schmidt wies darauf hin, dass die Verzögerung beim Bau alle anderen Planungen für das Museum gefährde, so die Werbung und das Programm. Der 73,4 Millionen Euro teure Neubau im Zentrum Leipzigs soll bis Jahresende fertig sein. Schmidt zufolge dauern der Umzug der Sammlung und die Einrichtung der Räume bis zum Herbst.
Laut Schmidt wird die erste Schau im neuen Haus den Künstlern Willi Baumeister (1889-1955) und Karl Hofer (1878-1955) gewidmet. Weitere Ausstellungen zum 75. Geburtstag von Werner Tübke 2004 oder zum 80. von Bernhard Heisig 2005 seien durch die Verzögerungen terminlich gefährdet. Schmidt verwies erneut darauf, dass der Unterhalt des Museums knapp kalkuliert ist. Er bezweifelt, dass ohne zusätzliche Mittel ein attraktives Programm möglich ist und die angestrebten Besucherzahlen erreicht werden.
Schmidt ist dennoch optimistisch. Er sieht Leipzig in einer Reihe mit der Münchner Pinakothek der Moderne. Trotz der Nähe der Sammlungen in Dresden und der wachsenden Bedeutung von Chemnitz habe Leipzig gute Chancen. Schmidt setzt vor allem auf die hiesige Szene, wie Rauch oder Havekost. "Kölner wollen hier keinen Polke sehen". Trotzdem schmerze die Entscheidung des Mäzens Gunzenhauser gegen Leipzig. Die Gunzenhauser-Sammlung geht nach Chemnitz.
Schmidt zufolge werden die Eintrittspreise erhöht, bleiben im bundesweiten Vergleich aber immer noch absolut günstig.
Quelle: http://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/939415.html

"Mesopotamische Mona Lisa" wieder gefunden
Die "Mesopotamische Mona Lisa", eines der Meisterwerke, die nach dem Sturz von Saddam Hussein aus dem Bagdader Nationalmuseum gestohlen wurden, ist wieder gefunden worden. Das gab der neue irakische Kulturminister Moufid Mohammad Jaouad al-Jazari am Mittwoch (17. September) Abend bekannt.
Es handelt sich bei dem Werk um eine über 5000 Jahre alte sumerische Marmorskultpur eines Frauenkopfes aus Warca. Die 3100 vor Chr. entstandene, 20 Zentimeter große Skulptur zählt zu den fünf wichtigsten Exponaten, die vergangenen April bei den Plünderungen des Bagdader Museums verschwanden.
Details über den Ort, an dem die Skulptur wieder aufgetaucht ist, konnte der Kulturminister nicht nennen. Er mutmaßte aber, das Werk habe den Irak vermutlich nie verlassen. Das Wiederauftauchen der wertvollen Skulptur zeige, dass das Bemühen der Regierung, die vielen verlorenen Kunstwerke wiederzufinden, nicht umsonst sei.
Der Minister appellierte an die internationale Gemeinschaft, den Irak bei der Wiedergewinnung seines kulturellen Erbes zu unterstützen, das auch schon unter dem zwölf Jahre dauernden UNO-Embargo gelitten habe.
Jazari beschuldigte außerdem das gestürzte Regime, es haben die Kultur in den Dienst der Macht gestellt und das Kulturministerium zu einem antidemokratischen Werkzeug umgewandelt. "Heute wollen wir die Schäden, die sie angerichtet haben, reparieren und Künstler und Intellektuelle beschützen."
Der schiitische Politiker kündigte auch an, die kulturellen Minderheiten, die unter Saddam Hussein vergessen worden seien, zu unterstützen.
Quelle: orf

Paris: Große Jean-Cocteau-Retrospektive
Jean Cocteau war ein "Touche-à-tout", ein Künstler, der sich für alles interessierte und alles versuchte: Malerei, Film, Bildhauerei, Fotografie und Literatur. Unter dem Titel "Jean Cocteau, sur le fil du siècle" (Jean Cocteau, im Laufe des Jahrhunderts) zeigt das Pariser Centre Pompidou vom 25. September bis 5. Jänner eine der größten Retrospektiven, die diesem Künstler, einer zentralen Figur des Pariser Kulturlebens des 20. Jahrhunderts, gewidmet wurde.
Mehr als 900 Werke, darunter 335 Zeichnungen, 300 Fotografien, 22 Gemälde, 32 Installationen, 50 Manuskripte und Filme, darunter auch "Die Schöne und das Tier", sind zu sehen. Cocteau, Autor von "Kinder der Nacht", stand als Maler zunächst unter dadaistischem und surrealistischem Einfluss, bevor er zu einem Anreger des Neoklassizismus wurde. Die Ausstellung ist anschließend in Montréal zu sehen.
Quelle: orf