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25.9.: bildende kunst aktuell +++ bildende kunst

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Aussteller hoffen bei Kunst-Messe München auf Marktbelebung +++ Ausstellungstausch - Museum Ludwig und Lenbachhaus München kooperieren +++ Cranach Experten in Wittenberg


Aussteller hoffen bei Kunst-Messe München auf Marktbelebung
München (ddp-bay). München wird Mitte Oktober zum Mekka des internationalen Kunsthandels. Händler und Galeristen präsentieren ab Samstag, 11. Oktober, auf der 48. Kunst-Messe München (KMM) erlesene Stücke von der Antike bis zur Gegenwart. Bis zum 19. Oktober bieten rund 110 internationale Aussteller ihre Kostbarkeiten in der Halle A6 der Neuen Messe München an, wie KMM-Geschäftsführer Peter Henrich am Mittwoch in München mitteilte.
Unter den rund 20 000 ausgestellten Objekten sind Gemälde, Zeichnungen, Möbel, Skulpturen sowie europäisches und außereuropäisches Kunsthandwerk. Dabei reicht das Spektrum dieser in Deutschland führenden Kunst-Messe von der Antike bis zur Gegenwart. Besonders prominent werden die beiden Bereiche Kunsthandwerk und Kunst auf Papier besetzt sein. Die Preise beginnen bei einigen hundert Euro und gehen bis hinauf zu siebenstelligen Euro-Summen.
Nachdem der Kunstmarkt, im vergangenen Jahr «schwer gelitten» habe, hoffen nun die Händler auf einen Aufschwung. «Der Kunstmarkt ist momentan ein zartes Pflänzlein, das am wachsen ist», sagte der KMM-Geschäftsführer. Er rechne damit, dass das Geschäft auf der Kunst-Messe in München wieder anläuft. Dies zeigten die vergangenen Monate und die Messe in Paris. Allerdings beeinträchtigen laut Henrich in Deutschland «die miesesten Rahmenbedingungen» das Geschäft. Besonders leiden müssten die Galeristen unter der Folgerechtsabgabe von fünf Prozent, die bei jedem Verkauf an den Künstler oder dessen Erben fällig wird. Im Ausland gebe es diese Abgabe nicht oder nur in Höhe von bis zu drei Prozent. Dies führe zu Wettbewerbsverzerrungen. «Auch die Erbschafts- und Vermögenssteuer nimmt jegliche Lust, was zu kaufen», klagte der Geschäftsführer.
Neben den exklusiven Angeboten der einzelnen Händler bietet die Messe eine Sonderpräsentation. Unter dem Titel «Egon Schiele - Der Akt» sind Aktdarstellungen des österreichischen Expressionisten aus der Sammlung Leopold in Wien zu sehen, die dazu Ölgemälde sowie Zeichnungen und Aquarelle nach München ausgeliehen hat. Gezeigt werden zwölf Aquarelle und Zeichnungen sowie fünf Ölgemälde.
Eine strenge Fachjury garantiert, dass alle ausgestellten Exponate echt und in einwandfreiem Zustand sind. Die Jury gewährleistet nach Worten Henrichs das hohe Niveau der Ausstellung. Die Kunst-Messe sei nicht nur die älteste deutsche Kunst-Messe, sondern seinen Worten nach auch die größte und die qualitativ hochwertigste im deutschen Sprachraum. Auf internationaler Ebene rangiere München nach der Biennale in Paris und der Tefaf in Maastricht auf Platz drei. Nachdem in den vergangenen Jahren die Kunst-Messe München Anfang Dezember stattgefunden hat, haben sich die Veranstalter für den früheren Termin Mitte Oktober entschieden, der in den kommenden drei Jahren gelten soll.
Die Messe ist täglich von 11.00 bis 19.00 Uhr geöffnet, am Donnerstag, 16. Oktober, sogar bis 22.00 Uhr. Mehrmals täglich finden kostenlose Führungen über die rund 11 000 Quadratmeter große Ausstellung statt. Auf Wunsch werden Sonderführungen veranstaltet. Zudem werden kostenlose Vortragsreihen angeboten. Der Eintritt zur Münchner Kunst-Messe kostet 12,50 Euro, für Schüler und Studenten ist der Eintritt frei. Der Katalog kostet 7,50 Euro.
http://www.kunstmessemuenchen.de

Ausstellungstausch - Museum Ludwig und Lenbachhaus München kooperieren
München/Köln (ddp). Das Museum Ludwig in Köln und die Städtische Galerie im Lenbachhaus München bereiten ein großes Tauschprojekt vor. Im nächsten Jahr wollen beide Museen erstmals ganze Teile ihrer Sammlungen für einen Zeitraum von rund drei Monaten einander ausleihen, wie beide Häuser am Mittwoch mitteilten.
Im Museum Ludwig werden dann von März bis Juni 2004 aus München die Meisterwerke der Künstlervereinigung «Blauer Reiter» zu sehen sein. Gezeigt werden in Köln rund 65 Gemälde unter anderem von Franz Marc, August Macke und Paul Klee. Im Gegenzug leiht das Museum Ludwig seine Picasso-Sammlung, die drittgrößte der Welt, nahezu komplett nach München aus.
Beide Ausstellungskomplexe seien in diesem Umfang bisher noch nie ausgeliehen worden, hieß es. Ziel der Initiative sei es, beide Häuser und ihre Ausstellungsprogramme in der jeweils anderen Region vorzustellen und so den Bekanntheitsgrad zu steigern.

Cranach Experten in Wittenberg
Wittenberg (ddp-lsa). Die Stiftung Luthergedenkstätten ist ab Donnerstag Gastgeber einer Tagung zu Lucas Cranach d. Ä. in Wittenberg. Es ist nach Angaben der Stiftung vom Mittwoch die größte Zusammenkunft von 80 Wissenschaftlern aus mehreren europäischen Ländern in diesem Jahr. Anlass des viertägigen Treffens ist der 450. Todestag des Malers. Mit der Tagung soll die Cranach-Forschung auf den neuesten Stand gebracht werden.
Lucas Cranach d. Ä. wurde vermutlich 1472 in Kronach geboren. Nach zweijähriger Tätigkeit in Wien ging der Künstler 1505 nach Wittenberg. Dort er war fast ein halbes Jahrhundert lang Hofmaler dreier sächsischer Kurfürsten. Cranach wurde Freund Martin Luthers, unterstützte die Reformation und agierte als erfolgreicher Unternehmer, indem er unter anderem eine Apotheke betrieb. Er war mehrfach Bürgermeister von Wittenberg. Cranach starb am 16. Oktober 1553 in Weimar.
http://www.martinluther.de