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Marienkirchfenster werden restauriert +++ Deutlicher Besucherrückgang in Burgen und Schlössern +++ Andy Warhol\'s «Time Capsules» erstmals in Deutschland +++ Pechstein-Preis für junge Kunst - Ausstellung ab Samstag in Zwickau +++ Dresdner Sonderschau rückt Maler Ludwig Richter in neues Licht +++ Göbel-Ausstellung in Karlsruhe
Marienkirchfenster werden restauriert
Frankfurt (Oder) (ddp-lbg). Die von Russland zurückgegebenen Fenster der St. Marienkirche Frankfurt (Oder) werden ab Oktober restauriert. Zwölf Kunst- und Glasmalereiexperten aus dem In- und Ausland werden heute und morgen in der Oderstadt über das Konzept endgültig befinden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Für die Restaurierung sind rund 500 000 Euro veranschlagt.
In drei Jahren sollen die 111 mittelalterlichen Bleiglasfelder in neuem Glanz erstrahlen. Ein Restauratorenteam hatte seit Januar das Restaurierungskonzept für die kulturgeschichtlich einmaligen Glasmalereien erarbeitet. Die Bilder, die jahrzehntelang in der St. Petersburger Eremitage aufbewahrt wurden, waren vor einem Jahr nach Frankfurt zurückgekehrt.
Die Frankfurter «Bilderbibel» war 1941 während des Krieges vorsorglich ausgeglast und 1946 von sowjetischen Kunstoffizieren ins damalige Leningrad gebracht worden. Im Juni 2002 wurde sie als erstes größeres Beutekunstgut an Deutschland zurückgegeben.
Deutlicher Besucherrückgang in Burgen und Schlössern
Frankfurt/Main (ddp-bay). Die bayerischen Schlösser leiden unter Besuchermangel. Einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Donnerstagausgabe) zufolge hatte die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen seit ihrem Bestehen noch nie einen so massiven Besucherschwund wie in diesem Jahr zu verzeichnen.
Im Schloss Neuschwanstein wurden den Angaben zufolge von Januar bis August 94 428 Besucher weniger gezählt als im gleichen Zeitraum 2002, als bis August 906 485 Gäste das Schloss besucht hatten. In Schloss Linderhof ging die Zahl um 57 892, in Schloss Nymphenburg um 30 775 Besucher zurück. Insgesamt fehlen der Schlösserverwaltung in den 44 Anlagen in Bayern 2003 voraussichtlich 100 000 bis 150 000
Besucher.
Andy Warhol\'s «Time Capsules» erstmals in Deutschland
Frankfurt/Main (ddp). 16 Jahre nach dem Tod von Andy Warhol dokumentiert eine Ausstellung in Frankfurt am Main eine der wohl kuriostesten Hinterlassenschaften des Künstlers: die «Time Capsules». Über Jahrzehnte hatte Warhol alles, was ihm im Alltag bewahrenswert schien - vom wertvollen Gegenstand bis zum lapidaren Souvenir - in 610 Kartons gesammelt. Die Time Capsules wurden erst nach seinem Tod entdeckt. Wegen der Größe der Materialmenge konnte bislang nur ein Teil inventarisiert werden.
Eine Auswahl präsentiert jetzt das Museum für Moderne Kunst. Die Kartons mit ihren Gegenständen sind erstmals in Deutschland zu sehen. Sie gestatten einen detaillierten Einblick in das Leben und die künstlerische Vorgehensweise Warhols. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 29. Februar 2004. (folgt Nachrichtenfeature bis 15.00 Uhr)
http://www.mmk-frankfurt.de
Pechstein-Preis für junge Kunst - Ausstellung ab Samstag in Zwickau
Zwickau (ddp). Die Arbeiten zum diesjährigen Max-Pechstein-Förderpreis sind ab Samstag in Zwickau zu sehen. Für den zum vierten Mal ausgeschriebenen Preis seien Werke von sechs Nachwuchskünstlern aus dem deutschsprachigen Raum ausgewählt worden, teilten die Städtischen Museen Zwickau am Donnerstag mit. Zur Ausstellungseröffnung werde neben dem mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis erstmals ein Stipendium in Höhe von 3000 Euro vergeben.
Die Breite der bis 16. November gezeigten Arbeiten reicht von Installationen und Konzepten bis zu gegenständlicher Malerei. Damit werde die Auswahl dem in Zwickau geborenen Namensgeber Max Pechstein (1881-1955) gerecht, der sich als ein Hauptvertreter des deutschen Expressionismus gemeinsam mit seinen Freunden in der Künstlergruppe «Brücke» von althergebrachten Vorstellungen radikal löste.
Nach Museumsangaben gehört der Max-Pechstein-Förderpreis zu den angesehensten Nachwuchspreisen in Deutschland. Die Auswahl erfolge durch international renommierte Kuratoren und Juroren. Preisträger vergangener Jahre stellten später auf der documenta in Kassel und der Biennale in Venedig aus. Der erste Kunstpreis der Stadt Zwickau wurde mit Unterstützung Pechsteins bereits 1947 vergeben. Seit 1993 erfolgt die Vergabe im Zweijahresrhythmus als Förderpreis für junge Künstler und alle sechs Jahre als Ehrenpreis an bildende Künstler im deutschsprachigen Raum.
http://www.zwickau.de
Dresdner Sonderschau rückt Maler Ludwig Richter in neues Licht
Dresden (ddp). Eine umfassende Sonderausstellung der Dresdner Galerie Neue Meister rückt ab Samstag den Maler Ludwig Richter (1803-1884) in ein neues Licht. Jüngste Forschungen und die intensive Sichtung von Archivmaterial ermöglichten eine neue Beurteilung des romantischen Künstlers, der dem breiten Publikum bislang weniger durch seine Malerei als durch seine Zeichnungen und Buchillustrationen bekannt ist, sagte der Kurator der Ausstellung «Ludwig Richter - Der Maler», Gerd Spitzer, am Donnerstag in Dresden.
Die Ausstellung kann laut Spitzer dazu beitragen, das Etikett bürgerlichen Beschränktheit, das Richters Malerei anhafte, zu revidieren und den Künstler dadurch wieder interessant zu machen. Die Schau sei nicht zuletzt auch dadurch bedeutend, als sie alle gegenwärtig nachweisbaren und erreichbaren Ölgemälde Richters vereint.
Die 50 Werke umfassende Schau wird in den Räumen des Albertinum bis 4. Januar gezeigt. Damit ist erstmals seit vielen Jahrzehnten Richters malerisches Oeuvre in der Elbmetropole zu sehen. Anlass ist der 200. Geburtstag des am 28. September 1803 in Dresden Friedrichstadt geborenen Künstlers. Mit elf Bildern stammt ein bedeutender Teil der Exponate aus den eigenen Depots der Galerie Neue Meister sowie sechs weitere aus dem Leipziger Museum der bildenden Künste. Die übrigen Werke sind Leihgaben aus Privatbesitz sowie von zahlreichen Museen in Deutschland. Verschiedene Gemälde stammen zudem aus Sammlungen in Prag, Breslau, Riga, Basel, Wien und Oslo.
Der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Martin Roth, sagte, die Ausstellung zeige, zu was die Kunstsammlungen mit ihren eigenen Beständen fähig seien und was im Bereich der Forschung noch möglich wäre, wenn hierfür mehr Geld bereit stünde.
http://www.skd-dresden.de
Göbel-Ausstellung in Karlsruhe
Halle/Karlsruhe (ddp-lsa). Im Künstlerhaus Karlsruhe ist ab Sonntag eine Ausstellung des bekannten halleschen Bildhauers Bernd Göbel statt. Es ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in Halles Partnerstadt. Die Schau entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Halleschen Kunstverein und zeigt eine größere Auswahl an Plastiken, Medaillen und Grafiken des Burg-Professors, wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten. Im vergangenen Jahr gab es anlässlich des 60. Geburtstages des Künstlers in Halle eine umfassende Ausstellung seiner Arbeiten. Die Schau in Karlsruhe wird Kunstvereinschef Hans-Georg Sehrt eröffnen.
Bernd Göbel wurde 1942 in Freiburg geboren, studierte an der jetzigen Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein in Halle und ist seit 1978 Leiter der Bildhauerklasse an der Burg. Zahlreiche Preise und Ausstellungen zeugen von seinem umfangreichen Schaffen. Seine Werke sind unter anderem in Museen in London und Stockholm zu finden. Göbel-Skulpturen schmücken öffentliche Räume in Wernigerode, Halle, Leipzig, Dessau, Magdeburg, Hannover, Gotha, Halberstadt und auch in Lausanne. Internationales Ansehen erwarb er sich darüber hinaus durch seine Medaillen, Münzentwürfe, Geräte, Kleinplastiken und Grafiken. Die Ausstellung ist bis 19. Oktober geöffnet.