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Wedel will Nibelungen-Festspiele bereits 2004 mit Hebbel fortsetzen +++ Leipziger Schauspielhaus: Nach Sanierung Rückgabe-Forderung +++ Wanka übergibt Erweiterungsbau für Theater in Schwedt
Wedel will Nibelungen-Festspiele bereits 2004 mit Hebbel fortsetzen
Worms (ddp). Der neue Intendant der Wormser Nibelungenspiele, Dieter Wedel, will die Festspiele bereits 2004 fortsetzen. «Am liebsten schon im nächsten Jahr» wolle er Friedrich Hebbels Klassiker «Die Nibelungen» in einer verdichteten Form bei den Festspielen aufführen, sagte Wedel am Freitag bei der Vorstellung seines Festspielkonzepts in Worms. Bislang war die Fortsetzung der Nibelungenspiele erst für 2005 und dann in einem zweijährigen Rhythmus geplant. Wedel ist vom Aufsichtsrat der Festspiele für fünf Jahre zum Intendanten bestimmt worden.
Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) sagte, für die Stadt seien «gewaltige Anstrengungen nötig», um Wedels Vorstellungen umzusetzen. Der Vorschlag sei auch «noch nicht komplett durchgerechnet», der bislang vorgesehene Rhythmus sei aber «keine dogmatische Festlegung». Die Festspiele haben bislang einen Etat von rund 3,2 Millionen Euro in den «großen» Jahren. Für die «kleinen» Festspieljahre stünden derzeit 300 000 Euro für die künstlerische Arbeit im Budget, sagte Kissel.
Wedel betonte, das neue Stück werde einen sehr viel geringeren technischen und finanziellen Aufwand bedeuten. Hebbels Trauerspiel solle zudem statt wie bisher auf der Südseite des Domes auf dem kleineren Platz auf der Westseite aufgeführt werden. Damit würde die Zuschauerzahl von 2000 auf 1000 sinken. Als Regisseur sei er im Gespräch mit dem renommierten Filmemacher Max Färberböck, der unter anderem durch den Film «Aimée und Jaguar» bekannt wurde, verriet Wedel.
Leipziger Schauspielhaus: Nach Sanierung Rückgabe-Forderung
Leipzig (ddp-lsc). Das Leipziger Schauspielhaus muss sich mit Rückgabeforderungen von Alteigentümern befassen. Es gebe den Anspruch einer Familie, die als ehemalige Miteigentümerin einer Bank auch das Schauspielhaus für sich einfordere, sagte der Kulturdezernent der Stadt, Georg Girardet, der Nachrichtenagentur ddp in Leipzig. Der Stadt sei dies seit einigen Monaten bekannt und es werde bereits an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet. «Aber die Verhandlungen werden schwierig werden», räumt Girardet ein. Fest stehe lediglich: «Wir werden das Haus nicht zurückgeben.»
Über die Identität der Familie, die jetzt ihren ehemaligen Anteil an dem Haus fordere, wollte Girardet nichts sagen. Die Verhandlungen liefen. Dabei sei es nicht förderlich, den Namen preis zu geben. Er gehe davon aus, dass sich Stadt und Familie auf einen Finanzausgleich einigen werden. Dieser müsse jedoch angesichts der leeren Stadtkassen möglichst langfristig geregelt sein, erklärte Girardet.
Das Schauspielhaus war im April dieses Jahres nach aufwändiger Sanierung des Zuschauerraums für 4,2 Millionen Euro wieder eröffnet worden. Wegen der Rückforderungsansprüche ruhe zurzeit der zweite Bauabschnitt, in dem die Fassade renoviert werden sollte, sagte Girardet, Das sei ein normaler Vorgang, wenn solche Forderungen auftauchten. Er gehe davon aus, dass die Arbeiten in Kürze fortgesetzt würden. Auch die Bauabschnitte drei und vier seien mittelfristig nicht gefährdet. Bis 2008 werde das rund 50 Jahre alte Haus komplett renoviert sein.
Wanka übergibt Erweiterungsbau für Theater in Schwedt
Schwedt (Oder) (ddp-lbg). Mit einer Voraufführung des Stücks «Swinging St. Pauli» haben die Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs) am Freitagabend die Eröffnung ihres Erweiterungsbaus gefeiert. Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) würdigte in einem Grußwort die Entwicklung des Theaters in Schwedt zum herausragenden Veranstaltungs-, Tagungs- und Kulturzentrum der Region.
«Die Fusion des Schwedter Theaters mit dem Kulturhaus vor mehr als zehn Jahren führte zu einem erfolgreichen neuen Veranstaltungskonzept», betonte die Ministerin. Die Einrichtung verbinde Theater mit Angeboten der Soziokultur, der bildenden Kunst sowie der Kinder- und Jugendbildung. Mit rund 160 000 Besuchern jährlich liege die Auslastung des Hauses bei knapp 80 Prozent. Das sei ein eindrucksvolles Ergebnis.
http://www.theater-schwedt.de